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Übersicht

Phishing-Simulation 2026 erfolgreich durchführen

Erstellt am: 11. Juli 2026
Zuletzt aktualisiert am: 13. Juli 2026
Andreas Bersch
Andreas Bersch
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Mitarbeitende absolviert am Laptop eine Phishing-Simulation im Büro.

Wichtigste Erkenntnisse:

  • Eine Phishing-Simulation ist ein kontrollierter, ungefährlicher Phishing-Versuch, der das Verhalten der Mitarbeitenden testet und zugleich trainiert.
  • Lernen statt bestrafen: Beim Klick landet die Person auf einer Aufklärungsseite – der Fehlklick wird zum Lernmoment, nicht zum Pranger.
  • Rechtlicher Rahmen zählt: DSGVO und die Mitbestimmung des Betriebsrats (§ 87 BetrVG) sind zu beachten; die Auswertung erfolgt datenschutzfreundlich und aggregiert.
  • Einmalig reicht nicht: Wirksame Simulationen laufen kontinuierlich, mit realistischen Vorlagen und steigendem Schwierigkeitsgrad.
  • Erfolg ist messbar: Eine sinkende Klickrate und eine steigende Meldequote liefern einen auditfähigen Nachweisbeitrag.

Die überzeugendste Schulung nützt wenig, wenn im Ernstfall trotzdem geklickt wird. Genau hier setzt die Phishing-Simulation an: Sie testet das Verhalten Ihrer Mitarbeitenden unter realistischen Bedingungen – und macht aus jedem Fehlklick einen Lernmoment, ganz ohne echtes Risiko. Dieser Beitrag erklärt, wie eine Phishing-Simulation funktioniert, was Sie rechtlich beachten müssen und wie Sie sie Schritt für Schritt einführen.

Inhalt

1. Was ist eine Phishing-Simulation?
2. Wie funktioniert eine Phishing-Simulation?
3. Warum sind Phishing-Simulationen sinnvoll?
4. Was ist rechtlich zu beachten – Datenschutz und Betriebsrat?
5. Wie führt man eine Phishing-Simulation durch?
6. Was macht eine gute Phishing-Simulation aus?
7. Welche Kennzahlen zeigen den Erfolg?
8. Wie findet man die passende Phishing-Simulation?
9. Fazit
10. Häufige Fragen

Was ist eine Phishing-Simulation?

Eine Phishing-Simulation ist ein kontrollierter, absichtlich verschickter Phishing-Versuch, mit dem Unternehmen testen, wie ihre Mitarbeitenden auf betrügerische Nachrichten reagieren – und sie zugleich gezielt schulen. Statt auf einen echten Angriff zu warten, wird eine realistische, aber ungefährliche Phishing-Mail an definierte Empfangende gesendet.

Klickt jemand auf den enthaltenen Link, landet die Person nicht bei Kriminellen, sondern auf einer Aufklärungsseite, die den Vorfall erklärt und direkt zum Lernen anleitet. Es passiert also kein Schaden – im Gegenteil.

Phishing-Simulationen sind damit Test und Training in einem: Sie zeigen, wo Risiken bestehen, und verwandeln jeden Fehlklick in einen Lernmoment. Sie sind ein zentraler Baustein eines umfassenden Security Awareness Trainings.

Wie funktioniert eine Phishing-Simulation?

Eine Phishing-Simulation läuft in mehreren, klar definierten Schritten ab:

  1. Vorbereitung: Eine realistische Vorlage wird ausgewählt oder erstellt – idealerweise passend zu aktuellen Betrugsmaschen und zur jeweiligen Zielgruppe.
  2. Versand: Die simulierte Nachricht geht an die festgelegten Empfangenden, ohne dass diese den genauen Zeitpunkt kennen.
  3. Messung: Erfasst wird, wie reagiert wird – etwa Öffnen, Klicken, Eingeben von Daten oder das Melden der Nachricht.
  4. Aufklärung: Wer klickt, wird sofort auf eine Aufklärungsseite geleitet, die erklärt, woran der Angriff zu erkennen gewesen wäre.
  5. Auswertung: Ein aggregiertes Reporting zeigt den Stand des gesamten Teams – nicht den Einzelner am Pranger.
  6. Wiederholung: Weitere Simulationen mit steigendem Schwierigkeitsgrad festigen das Gelernte dauerhaft.

Entscheidend ist die Haltung dahinter: Es geht nicht darum, Mitarbeitende zu erwischen, sondern darum, sie sicherer zu machen.

Warum sind Phishing-Simulationen sinnvoll?

Phishing-Simulationen sind sinnvoll, weil sie das einzige Format sind, das sicheres Verhalten unter realen Bedingungen testet und trainiert. Theoretisches Wissen aus einer Schulung ist wichtig – aber ob es im hektischen Arbeitsalltag auch angewendet wird, zeigt sich erst an einer echten, verdächtigen Nachricht.

Hinzu kommt die sogenannte Vergessenskurve: Einmal vermitteltes Wissen verblasst schnell. Regelmäßige Simulationen halten die Aufmerksamkeit hoch und bauen Reflexe auf – so, wie ein Feueralarm regelmäßig geübt wird.

Die Bedrohungslage macht das dringlicher denn je. Das BSI stuft die IT-Sicherheitslage in seinem jährlichen Lagebericht zur IT-Sicherheit in Deutschland als angespannt ein und weist ausdrücklich darauf hin, dass gerade kleine und mittlere Unternehmen ein lohnendes Ziel sind – oft, ohne es zu wissen. Durch KI werden Angriffe zudem überzeugender und schwerer zu erkennen. Umso wertvoller ist es, das eigene Team an realistischen Beispielen zu trainieren.

Vom Wissen zum sicheren Verhalten

Wissen allein schützt nicht – es braucht Wiederholung und Realitätsnähe. Das kostenlose Whitepaper „Die menschliche Firewall“ liefert den 90-Tage-Fahrplan, ein Simulations-Playbook und die Kennzahlen, mit denen Sie Fortschritt sichtbar machen.

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Was ist rechtlich zu beachten – Datenschutz und Betriebsrat?

Phishing-Simulationen sind zulässig, müssen aber rechtssicher gestaltet werden. Zwei Punkte sind zentral:

Datenschutz (DSGVO): Bei einer Simulation werden personenbezogene Daten verarbeitet – etwa die Information, wer geklickt hat. Nach Art. 32 DSGVO sind dabei geeignete technische und organisatorische Maßnahmen erforderlich. In der Praxis heißt das: möglichst datensparsam vorgehen, Ergebnisse aggregiert und anonymisiert auswerten und eine klare Rechtsgrundlage schaffen.

Mitbestimmung des Betriebsrats: Weil bei einer Simulation Verhalten der Beschäftigten erfasst werden kann, unterliegt ihre Einführung häufig der Mitbestimmung nach § 87 BetrVG. Der Betriebsrat sollte daher frühzeitig eingebunden werden – idealerweise über eine Betriebsvereinbarung, die Zweck, Umfang und Grenzen der Simulation festhält.

Ganz wichtig ist die Grundhaltung: Eine Phishing-Simulation ist kein Instrument zur Leistungs- oder Verhaltenskontrolle Einzelner. Es gibt keine namentliche Bloßstellung und keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen aus einem Fehlklick. Wer transparent und datenschutzfreundlich vorgeht, schafft Vertrauen – die Grundlage jeder wirksamen Sicherheitskultur.

Zwei Mitarbeitende besprechen am Laptop die Durchführung einer Phishing-Simulation.

Wie führt man eine Phishing-Simulation durch?

Die Einführung gelingt am besten in klaren Schritten – auch ohne eigene Security-Abteilung:

  1. Ziele und Kennzahlen festlegen: Was soll erreicht werden, und woran messen Sie den Erfolg?
  2. Betriebsrat und Datenschutz einbinden: Rahmen und Regeln vorab klären und transparent kommunizieren – ohne konkrete Termine oder Vorlagen zu verraten.
  3. Ausgangsmessung durchführen: Eine erste Simulation liefert die Baseline.
  4. Zielgruppen und Schwierigkeitsgrad wählen: Buchhaltung, Führung und IT erhalten passende, rollenspezifische Szenarien.
  5. Realistische Vorlagen einsetzen: aktuelle Maschen statt offensichtlicher Fälschungen.
  6. Sofort aufklären: Beim Klick erscheint direkt die Aufklärungsseite mit Lerninhalt.
  7. Aggregiert auswerten: Ergebnisse auf Team-, nicht auf Einzelebene betrachten.
  8. Regelmäßig wiederholen: in Wellen, mit steigendem Anspruch.

Was macht eine gute Phishing-Simulation aus?

Eine gute Phishing-Simulation erkennt man nicht an der Häufigkeit der Klicks, sondern an der Wirkung. Diese Kriterien sind entscheidend:

  • Realistisch: Sie bildet aktuelle Angriffsarten ab – von CEO Fraud über Quishing (QR-Codes) bis Smishing (SMS).
  • Kontinuierlich: regelmäßige Wellen statt einer einmaligen Aktion.
  • Lernen statt bestrafen: eine sofortige, wertschätzende Aufklärungsseite statt Bloßstellung.
  • Rollen- und risikospezifisch: passgenaue Szenarien je nach Aufgabe.
  • Datenschutzfreundlich und mitbestimmungskonform: transparent, aggregiert, ohne Einzelkontrolle.
  • Messbar und auditfähig: klare Kennzahlen und ein belastbarer Nachweisbeitrag.
  • Aufwandsarm: idealerweise direkt in ein LMS integriert, sodass Schulung, Simulation und Nachweis an einem Ort zusammenlaufen.

Weiterführende Tipps zur inhaltlichen Vorbereitung Ihres Teams finden Sie im Beitrag Phishing-Schulung: Mitarbeitende sensibilisieren.

Welche Kennzahlen zeigen den Erfolg?

Der Erfolg einer Phishing-Simulation lässt sich an konkreten Kennzahlen ablesen:

  • Klickrate: Wie viele klicken auf die simulierte Mail? Ein sinkender Wert zeigt Fortschritt.
  • Meldequote: Wie viele erkennen und melden den Versuch? Diese Kennzahl ist oft aussagekräftiger als die Klickrate, denn Melden schützt das ganze Unternehmen.
  • Zeit bis zur Meldung: Wie schnell wird reagiert?
  • Dateneingabe-Rate: Wie viele geben auf einer gefälschten Seite tatsächlich Daten ein?
  • Wiederholungsfehler: Fallen dieselben Muster mehrfach auf?

Aus diesen Werten entsteht ein auditfähiger Nachweisbeitrag, der den Fortschritt dokumentiert und zugleich als Nachweis für NIS2, DSGVO und ISO/IEC 27001 dient.

Wie findet man die passende Phishing-Simulation?

Welche Lösung passt, hängt vor allem von Integration, Realismus, Datenschutz, Reporting und Aufwand ab. Für den Einstieg eignen sich einzelne Testsimulationen; für nachhaltige Wirkung ist eine kontinuierliche Lösung sinnvoll, die Simulationen, Lerninhalte und Nachweise verbindet.

Eine strukturierte Gegenüberstellung gängiger Lösungen finden Sie in unserem Anbietervergleich für Phishing-Simulationen.

Fazit: Aus Fehlklicks werden Lernmomente

Eine Phishing-Simulation ist der wirksamste Weg, aus Theoriewissen echtes, sicheres Verhalten zu machen – vorausgesetzt, sie ist realistisch, kontinuierlich, rechtssicher und auf Lernen statt Bestrafen ausgerichtet. Richtig aufgesetzt senkt sie messbar das Risiko und liefert zugleich den Nachweis, den NIS2, DSGVO und ISO 27001 verlangen.

Mit reteach Phishing Awareness setzen Sie genau das um: realistische Phishing-Simulationen mit sofortiger Aufklärungsseite, kurze Lerneinheiten und ein auditfähiger Nachweisbeitrag – datenschutzfreundlich gestaltet und als eigenständige Komplettlösung mit und ohne reteach LMS nutzbar.st sich auch in kleinen Teams schnell einführen.

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Häufig gestellte Fragen

Sind Phishing-Simulationen rechtlich erlaubt?

Ja. Phishing-Simulationen sind zulässig, wenn Datenschutz (insbesondere Art. 32 DSGVO) und die Mitbestimmung des Betriebsrats beachtet werden. Wichtig ist, dass ausgewertet wird, um zu lernen – nicht, um Einzelne zu kontrollieren oder bloßzustellen.

Muss der Betriebsrat zustimmen?

In den meisten Fällen ja. Da Verhalten der Beschäftigten erfasst werden kann, ist die Einführung häufig mitbestimmungspflichtig nach § 87 BetrVG. Der Betriebsrat sollte frühzeitig eingebunden werden, idealerweise über eine Betriebsvereinbarung.

Wie oft sollte man eine Phishing-Simulation durchführen?

Kontinuierlich statt einmalig. Regelmäßige Wellen über das Jahr verteilt wirken der Vergessenskurve entgegen und bauen dauerhaft sichere Reflexe auf. Eine jährliche Einzelaktion reicht nicht aus.

Werden Mitarbeitende bestraft, wenn sie auf eine simulierte Mail klicken?

Nein. Das Prinzip lautet „Lernen statt Bestrafen“. Wer klickt, landet auf einer Aufklärungsseite und lernt im selben Moment dazu. Ein Fehlklick sollte niemals zu einer namentlichen Bloßstellung oder arbeitsrechtlichen Konsequenz führen.

Was ist der Unterschied zwischen Phishing-Simulation und Phishing-Schulung?

Eine Phishing-Schulung vermittelt das Wissen, eine Phishing-Simulation testet und festigt das Verhalten unter realen Bedingungen. Am wirksamsten ist die Kombination aus beidem.

Was kostet eine Phishing-Simulation?

Die Kosten hängen von Umfang, Teamgröße und Format ab. Kontinuierliche Lösungen rechnen in der Regel pro Nutzendem und Jahr ab; für einen ersten Eindruck sind einzelne Testsimulationen oft schon kostengünstig oder kostenlos möglich.

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