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Lernen in Microsoft Teams: So verankern Sie Schulungen dort, wo gearbeitet wird

Erstellt am: 10. August 2026
Zuletzt aktualisiert am: 12. August 2026
Redaktion
Redaktion
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Lernen in Microsoft Teams: Beschäftigte im Büro sprechen über Schulungen im Teams-Kanal

Wichtigste Erkenntnisse:

  • Managementsystem statt Technikprojekt: Wer die ISO 27001 umsetzen will, braucht Prozesse, Verantwortlichkeiten und Nachweise – Firewalls und Virenscanner allein erfüllen keine einzige Klausel.
  • Risikobeurteilung ist der Kern: Aus ihr leiten sich Maßnahmenauswahl, Erklärung zur Anwendbarkeit und Risikobehandlungsplan ab. Ohne saubere Methodik bricht die gesamte Dokumentation zusammen.
  • 93 Controls in vier Themenbereichen: Anhang A der ISO 27001:2022 ist ein Referenzkatalog, keine Pflichtliste. Jede Nichtanwendung muss aber begründet werden.
  • Kompetenz und Bewusstsein sind prüfbare Anforderungen: Klausel 7.2, Klausel 7.3 und Control A.6.3 verlangen dokumentierte Nachweise über Schulung und Sensibilisierung aller Beschäftigten.
  • Realistischer Zeitrahmen: Von der Entscheidung bis zum Zertifikat vergehen im Mittelstand meist sechs bis zwölf Monate, gefolgt von jährlichen Überwachungsaudits.

Lernen in Microsoft Teams löst ein Problem, das die meisten Unternehmen aus eigener Erfahrung kennen: Die Lernplattform ist eingerichtet, die Kurse sind zugewiesen – und die Abschlussquote bleibt trotzdem im niedrigen Bereich. Der Grund ist selten fehlende Bereitschaft. Er liegt im Medienbruch: eine weitere URL, ein weiteres Passwort, eine weitere Anwendung, die man bewusst öffnen muss. Wenn Beschäftigte ihren Arbeitstag in Teams, Outlook und SharePoint verbringen, ist jedes System außerhalb dieser Umgebung ein zusätzlicher Widerstand.

Microsoft 365 verändert diese Ausgangslage. Teams ist längst nicht mehr nur ein Kommunikationswerkzeug, sondern eine Plattform für Anwendungen – und damit auch der naheliegende Ort für Schulungen, Unterweisungen und Onboarding. Die Frage ist nicht mehr, ob sich Lernen dort einbinden lässt, sondern auf welchem Weg: als Registerkarte in einem Kanal, als eigene App, über Microsoft Viva Learning oder als Kombination daraus. Die Wege unterscheiden sich erheblich in Aufwand, Lizenzbedarf und in der Frage, wo am Ende die Nachweise liegen.

Dieser Beitrag ordnet die Optionen und beschreibt ein Setup, das im Alltag trägt. Sie erfahren, was Lernen in Microsoft Teams technisch bedeutet, welche vier Integrationswege es gibt, was Viva Learning leistet und wo seine Grenze liegt, wie Sie in sieben Schritten einrichten, wie Single Sign-on über Microsoft Entra funktioniert, wo die Dokumentation für Pflichtschulungen entsteht, welche Inhalte sich für den Start anbieten, was der Datenschutz und die betriebliche Mitbestimmung verlangen – und welche sechs Fehler die Einführung am häufigsten bremsen.

Inhalt

1. Was bedeutet Lernen in Microsoft Teams konkret?
2. Welche Wege gibt es, Lernen in Microsoft Teams zu integrieren?
3. Was leistet Microsoft Viva Learning – und was nicht?
4. Wie richten Sie Lernen in Microsoft Teams in sieben Schritten ein?
5. Wie funktioniert Single Sign-on mit Microsoft Entra?
6. Wo entstehen die Nachweise für Pflichtschulungen?
7. Welche Inhalte eignen sich für den Start in der M365-Umgebung?
8. Worauf sollten Sie beim Datenschutz achten?
9. Welche Fehler bremsen die Einführung am häufigsten?
10. Wie unterstützt reteach Lernen in Microsoft Teams?
11. Fazit: Nächste Schritte für Ihr Teams-Setup
12. Häufige Fragen: Lernen in Microsoft Teams

Was bedeutet Lernen in Microsoft Teams konkret?

Lernen in Microsoft Teams bedeutet, dass Lerninhalte, Zuweisungen und Erinnerungen innerhalb der Teams-Oberfläche erreichbar sind – ohne separaten Login und ohne Wechsel in eine andere Anwendung.

Wichtig ist die Unterscheidung von drei Ebenen, die in der Praxis regelmäßig vermischt werden:

  • Zugang. Die Lernplattform erscheint als Registerkarte, App oder Kachel in Teams und übernimmt die Anmeldung aus dem Microsoft-Konto.
  • Ansprache. Zuweisungen, Fristen und Erinnerungen erreichen Beschäftigte dort, wo sie ohnehin Benachrichtigungen lesen.
  • Nachweis. Abschlüsse, Ergebnisse und Zeitpunkte werden protokolliert und auswertbar gehalten.

Teams ist dabei die Oberfläche, nicht das führende System. Diese Trennung entscheidet später darüber, ob Ihre Dokumentation prüfungsfest ist – dazu mehr in Abschnitt 6.

Abzugrenzen sind außerdem Live-Schulungen über Teams-Meetings. Ein Webinar per Teams durchzuführen ist etwas anderes, als Lernen in Microsoft Teams strukturell zu verankern. Beides lässt sich verbinden: Präsenz- und Live-Formate als Termin im Kalender, die begleitenden Inhalte und die Dokumentation in der Lernplattform.

Welche Wege gibt es, Lernen in Microsoft Teams zu integrieren?

Es gibt vier Wege, die sich in Aufwand und Voraussetzungen deutlich unterscheiden. Sie schließen sich nicht aus – die meisten Organisationen kombinieren Weg 1 und Weg 4.

WegWas Nutzende sehenVoraussetzungAufwand
Registerkarte im KanalDie Lernplattform als Tab in einem Team, etwa „Onboarding“ oder „Pflichtschulungen“Teams-Berechtigung zum Hinzufügen von Apps, öffentlich erreichbare Akademie-URLgering
App des LMS-AnbietersEigenes Symbol in der linken Teams-Leiste, anpinnbar für alleApp muss im Teams-Adminbereich zugelassen seingering bis mittel
Viva Learning als SuchebeneKurse erscheinen gemeinsam mit Microsoft-Learn-Inhalten in einem zentralen LernbereichZusatzlizenz für die LMS-Anbindungmittel
Live-Sessions über Teams-MeetingsTermine für Webinare und Trainings, verknüpft mit dem KursKalender- und Meeting-Rechtegering

Quer über alle vier Wege liegt Single Sign-on. Ohne SSO bleibt der entscheidende Bruch bestehen: Die Kachel ist zwar in Teams, aber dahinter erscheint ein Anmeldefenster. Genau an dieser Stelle brechen Nutzende ab.

Für die meisten Organisationen im Mittelstand ist die Registerkarte plus SSO der pragmatische Einstieg. Sie ist an einem Nachmittag eingerichtet, braucht keine zusätzlichen Lizenzen und liefert den größten Teil des Effekts.

Was leistet Microsoft Viva Learning – und was nicht?

Viva Learning ist die Lernoberfläche innerhalb von Microsoft 365. Sie bündelt Inhalte aus verschiedenen Quellen in einem durchsuchbaren Bereich in Teams – laut Microsoft unter anderem Inhalte der eigenen Organisation, von Microsoft Learn und von ausgewählten Drittanbietern und Learning-Management-Systemen.

Entscheidend ist, was Viva Learning nicht ist: kein Learning-Management-System. Es hostet keine eigenen Inhalte, erstellt keine Kurse, verwaltet keine Lernpfade mit Pflichtcharakter und ist nicht dafür gebaut, revisionssichere Nachweise über Pflichtschulungen zu führen. Es findet und zeigt Inhalte – die Zuweisung, die Fristenlogik und die Dokumentation bleiben Aufgabe des dahinterliegenden Systems.

Dazu kommt die Lizenzfrage. In den Microsoft-365-Plänen sind Grundfunktionen enthalten, darunter die Microsoft-Learn-Bibliothek und eine Auswahl an LinkedIn-Learning-Kursen. Die Anbindung von Drittanbietern und von einem LMS erfordert dagegen eine kostenpflichtige Zusatzlizenz – im Bereich weniger Euro pro Person und Monat, mit dem üblichen Effekt bei 300 Beschäftigten. Prüfen Sie den aktuellen Stand in Ihrer Lizenzübersicht, bevor Sie damit planen.

Ein dritter Punkt betrifft die Planungssicherheit. Microsoft hat mehrere Viva-Module wieder eingestellt, darunter Viva Goals zum 31. Dezember 2025 und Viva Topics im Februar 2025. Für Viva Learning gibt es keine solche Ankündigung. Die Lehre daraus ist trotzdem praktisch: Halten Sie die Nachweisführung im LMS und nutzen Sie Viva Learning als zusätzliche Sichtbarkeitsebene – dann ist eine Änderung auf Microsoft-Seite ein Komfortthema und kein Compliance-Problem.

Wie richten Sie Lernen in Microsoft Teams in sieben Schritten ein?

Die Reihenfolge lohnt sich, weil zwei Schritte von der IT abhängen und Vorlauf brauchen.

Schritt 1: Zielgruppen und Umfang festlegen. Klären Sie, wer welche Inhalte sehen soll – alle Beschäftigten, einzelne Standorte, bestimmte Rollen. Aus dieser Struktur ergeben sich später Gruppen und Zuweisungsregeln.

Schritt 2: Lizenzen und Berechtigungen prüfen. Wer darf im Teams-Adminbereich Apps zulassen? Liegt SSO in Ihrem Plan? Ist eine Viva-Lizenz vorhanden oder gewollt? Diese drei Antworten entscheiden über den Integrationsweg.

Schritt 3: Single Sign-on über Microsoft Entra einrichten. Der wichtigste technische Schritt, siehe Abschnitt 5. Rechnen Sie mit einem Termin gemeinsam mit der IT-Administration.

Schritt 4: Nutzerverwaltung anbinden. Synchronisieren Sie Teilnehmende aus Microsoft Entra oder aus dem Personalsystem, statt Konten manuell zu pflegen. Ohne diesen Schritt veraltet Ihr Nutzerbestand innerhalb weniger Monate.

Schritt 5: Zugang in Teams anlegen. Registerkarte im passenden Kanal einrichten oder die App zulassen und für alle anpinnen. Wählen Sie einen Ort, den die Zielgruppe täglich sieht – nicht einen eigens angelegten Kanal, den niemand öffnet.

Schritt 6: Fristen und Erinnerungen definieren. Legen Sie fest, welche Inhalte verpflichtend sind, welche Fälligkeiten gelten und in welchem Rhythmus erinnert wird. Zu häufige Benachrichtigungen werden ausgeblendet, zu seltene wirken nicht.

Schritt 7: Pilot vor Rollout. Starten Sie mit einer Abteilung von 20 bis 30 Personen, prüfen Sie Anmeldung, Sichtbarkeit und Reporting, und rollen Sie erst danach aus. Der Pilot kostet zwei Wochen und verhindert einen Fehlstart vor der gesamten Belegschaft.

Wie funktioniert Single Sign-on mit Microsoft Entra?

Single Sign-on bedeutet, dass sich Beschäftigte einmal an Microsoft 365 anmelden und die Lernplattform anschließend ohne weitere Eingabe öffnen. Technisch übernimmt Microsoft Entra ID – der frühere Azure Active Directory – die Rolle des Identitätsanbieters.

In der Praxis stehen zwei Protokolle zur Verfügung: SAML 2.0 und OpenID Connect. Für die Anbindung an Microsoft Entra ist SAML der übliche Weg. Der Ablauf besteht im Kern aus drei Handgriffen:

  1. In Microsoft Entra eine Unternehmensanwendung für die Lernplattform anlegen.
  2. Die Service-Provider-Daten aus der Lernplattform in die SAML-Grundkonfiguration übertragen.
  3. Die Verbundmetadaten-URL aus Entra in der Lernplattform importieren und SSO aktivieren.

Der Aufwand liegt bei einer geübten IT-Administration unter einer Stunde. Deutlich mehr Zeit kostet in vielen Unternehmen die Terminfindung, weil die nötigen Rechte im Entra-Adminportal liegen. Planen Sie diesen Termin früh ein, nicht erst kurz vor dem Rollout.

Der zweite Baustein ist die Nutzersynchronisation. Werden Konten aus Entra-Gruppen übernommen, entstehen neue Zugänge beim Onboarding automatisch und Austritte werden ebenso automatisch deaktiviert. Das ist keine Komfortfunktion, sondern eine Voraussetzung für belastbare Auswertungen: Eine Abschlussquote ist nur aussagekräftig, wenn der Nutzerbestand stimmt. Welche Systeme sich darüber hinaus verbinden lassen, zeigt der Beitrag zur LMS-Integration.

Wo entstehen die Nachweise für Pflichtschulungen?

Im LMS, nicht in Teams. Teams zeigt den Inhalt und die Benachrichtigung; das Protokoll über Teilnahme, Ergebnis und Zeitpunkt führt die Lernplattform.

Diese Trennung wird relevant, sobald geprüft wird – im internen Audit, bei einer Zertifizierung nach ISO 27001 oder bei einer Nachfrage der Aufsichtsbehörde. Die Fragen sind immer dieselben: Wer hat welchen Inhalt wann absolviert, und wie wurde festgestellt, dass er verstanden wurde?

AnforderungWo der Nachweis entsteht
Teilnahme einer namentlich bestimmten PersonTeilnehmerprofil im LMS
VerständniskontrolleQuiz- oder Testergebnis im Kursabschluss
Zeitpunkt und WiederholungAbschlussdatum und Fälligkeitsregel im LMS
Vollständigkeit über eine ZielgruppeGruppenbericht mit offenen und erledigten Zuweisungen
Aktualität der InhalteVersionsstand des Kurses

Eine reine Anwesenheitsliste oder ein Teams-Chatverlauf erfüllt diese Anforderungen nicht. Deshalb gilt: Verlagern Sie den Zugang in Teams, aber lassen Sie die Dokumentation dort, wo sie auswertbar und exportierbar bleibt.

Setup für Lernen in Microsoft Teams: Zwei Beschäftigte richten am Laptop den Zugang zur Lernplattform ein

Welche Inhalte eignen sich für den Start in der M365-Umgebung?

Beginnen Sie mit Inhalten, deren Nutzen unmittelbar in derselben Umgebung sichtbar wird. Das erhöht die Akzeptanz für alles, was danach kommt.

Erste Welle: M365-Anwendungskompetenz. Word, Excel, Outlook, Teams, SharePoint, OneDrive – und inzwischen Copilot. Der Effekt ist sofort messbar: weniger Rückfragen im IT-Support, weniger Dateien in E-Mail-Anhängen, weniger Doppelarbeit. Für viele Beschäftigte ist es die erste Schulung seit Jahren, die eine Frage beantwortet, die sie tatsächlich haben. Welche Themen und Stufen dafür infrage kommen, zeigt die Übersicht zu den Microsoft 365 Schulungen.

Zweite Welle: Informationssicherheit. Phishing, Umgang mit Zugangsdaten, Meldung von Vorfällen. Thematisch passend, weil die geschilderten Angriffswege genau über die Kanäle laufen, die gerade geübt wurden – E-Mail, Chat, geteilte Links.

Dritte Welle: Pflichtinhalte. Datenschutz, Arbeitssicherheit, branchenspezifische Unterweisungen. Diese Inhalte müssen ohnehin dokumentiert werden; mit funktionierendem Zugang und laufender Nutzersynchronisation sind sie der geringste Aufwand von allen.

Praktischer Hinweis zur Reihenfolge: Wer mit Pflichtschulungen startet, verankert Lernen in Microsoft Teams im Bewusstsein der Belegschaft als Kontrollinstrument. Wer mit Anwendungswissen startet, verankert es als Hilfsmittel. Der Unterschied wirkt über Jahre nach.

Worauf sollten Sie beim Datenschutz achten?

Sobald Lerndaten mit Identitäten aus Microsoft Entra verknüpft werden, entstehen personenbezogene Daten mit Bezug zur Arbeitsleistung. Fünf Punkte sollten vor dem Rollout geklärt sein.

Auftragsverarbeitung. Für die Lernplattform brauchen Sie einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Artikel 28 DSGVO, inklusive Angaben zum Serverstandort und zu Subunternehmen.

Datenminimierung an der Schnittstelle. Übertragen Sie nur die Felder, die Sie tatsächlich brauchen – in der Regel Name, dienstliche E-Mail-Adresse, Gruppen- oder Abteilungszuordnung. Nicht jedes Feld, das Entra bereitstellt, gehört ins LMS.

Rollen- und Rechtekonzept. Legen Sie fest, wer welche Auswertungen sehen darf. Führungskräfte brauchen den Status ihres Bereichs, nicht die Einzelergebnisse aller Testversuche.

Mitbestimmung. Systeme, die zur Überwachung von Verhalten oder Leistung geeignet sind, sind in Betrieben mit Betriebsrat nach § 87 Absatz 1 Nummer 6 Betriebsverfassungsgesetz mitbestimmungspflichtig – unabhängig davon, ob Sie sie so einsetzen wollen. Holen Sie den Betriebsrat früh dazu und klären Sie schriftlich, welche Auswertungen zulässig sind.

Löschfristen. Definieren Sie, wie lange Nachweise aufbewahrt werden. Bei Pflichtschulungen mit Nachweispflicht gibt es einen berechtigten Grund für längere Speicherung, bei freiwilligen Weiterbildungen nicht automatisch. Orientierung zu technischen Schutzmaßnahmen liefert das BSI.

Welche Fehler bremsen die Einführung am häufigsten?

Sechs Muster tauchen bei gescheiterten Rollouts regelmäßig auf.

Registerkarte ohne SSO. Der häufigste Fehler und der teuerste. Die Integration sieht fertig aus, aber hinter der Kachel steht ein Anmeldefenster – und damit ist der Medienbruch nicht behoben, sondern nur verschoben.

Manuelle Nutzerpflege. Konten werden zum Start per Liste angelegt und danach nie wieder abgeglichen. Nach einem halben Jahr enthalten die Berichte ausgetretene Personen und übersehen neue.

Viva Learning als Nachweissystem missverstanden. Die Suchoberfläche wird für das führende System gehalten. Im Audit fehlt dann die Auswertung, die niemand erzeugt hat.

Falscher Ort in Teams. Ein eigens angelegter Kanal „Weiterbildung“, den nach der Startwoche niemand öffnet. Wählen Sie einen Ort im bestehenden Arbeitsalltag.

Kein Pilot. Der Rollout startet gleichzeitig für alle, und der erste Anmeldefehler wird zu einem Support-Vorfall mit hoher Sichtbarkeit.

Keine Ansprache durch Führungskräfte. Eine Systembenachrichtigung ersetzt keine Einordnung. Wenn Vorgesetzte im Teammeeting nicht erklären, warum ein Inhalt relevant ist, bleibt die Abschlussquote niedrig – unabhängig von der Technik.

Wie unterstützt reteach Lernen in Microsoft Teams?

reteach ist auf genau dieses Szenario ausgelegt: eine Lernplattform, die in einer bestehenden Microsoft-365-Umgebung arbeitet, statt daneben zu stehen.

Die Teams-Integration ist in allen Editionen des reteach LMS enthalten. Sie binden Ihre Akademie als Registerkarte in einen Kanal ein und führen Live-Schulungen über Teams-Meetings durch, während Inhalte und Nachweise in der Plattform bleiben.

Single Sign-on und Active Directory stehen ab der Professional-Edition zur Verfügung, über SAML oder OpenID Connect. Teilnehmende lassen sich über Microsoft Entra synchronisieren, sodass Zugänge beim Onboarding automatisch entstehen und bei Austritten deaktiviert werden. Für weitergehende Anbindungen stehen HR-Integrationen, Zapier sowie eine REST-API mit Webhooks bereit.

Inhaltlich passen die Microsoft 365 Schulungen direkt zur ersten Welle aus Abschnitt 7. Die 24 Kurse sind in drei aufeinander aufbauenden Paketen organisiert.

Zu jedem Kurs gehört ein Praxis-Workbook zum Nachschlagen am Arbeitsplatz, und Mitmach-Sequenzen fordern dazu auf, das Gezeigte direkt in der eigenen Anwendung auszuprobieren. Darüber hinaus stehen über 500 selbstproduzierte reteach Kurse zu Themen wie Informationssicherheit, Datenschutz und IT-Compliance bereit, kombinierbar mit eigenen Inhalten zu Ihren internen Regelungen.

Für die Nachweisführung liefert das LMS Berichte auf Personen- und Gruppenebene mit Abschluss, Ergebnis und Datum. Über den Compliance Workflow weisen Sie Kurse Rollen oder Teams automatisch zu, steuern Fristen und Wiederholungen und erzeugen Zertifikate, ohne manuell nachzuhalten. Das Hosting erfolgt in Deutschland, die Plattform ist DSGVO-konform. Wo Phishing-Simulationen dazukommen sollen, ergänzt reteach Phishing Awareness die Wissensvermittlung um wiederkehrende Tests; die Lösung ist datenschutzfreundlich gestaltet, liefert einen auditfähigen Nachweisbeitrag und zeigt im Klick-Moment eine Aufklärungsseite.

Fazit: Der Zugang entscheidet, nicht der Kurskatalog

Wer Lernen in Microsoft Teams einführt, verändert keine Inhalte, sondern eine Entfernung. Zwischen einer Zuweisung und ihrer Erledigung liegen in vielen Unternehmen ein Anwendungswechsel, eine URL und ein Passwort – und in dieser Distanz verliert sich der größte Teil der Abschlussquote. Eine Registerkarte mit funktionierendem Single Sign-on wirkt deshalb stärker als ein zusätzlicher Kurs im Katalog. Das ist eine unbefriedigende Erkenntnis für alle, die viel Arbeit in Inhalte gesteckt haben, aber sie ist in der Praxis stabil.

Die zweite Einsicht arbeitet gegen den ersten Impuls: Nicht alles, was in Teams sichtbar ist, gehört auch dorthin. Teams ist die Oberfläche, das führende System bleibt die Lernplattform. Wer diese Trennung von Anfang an sauber zieht, kann Viva Learning ergänzen, wieder abschalten oder die nächste Produktentscheidung von Microsoft abwarten, ohne dass die Nachweisführung davon berührt wird. Wer sie verwischt, merkt es erst, wenn jemand einen Bericht sehen will.

Daraus folgt eine andere Auswahlfrage als die übliche. Sie lautet nicht „Welche Plattform hat eine Teams-App?“, sondern: Wie viele Klicks liegen zwischen der Benachrichtigung und der ersten Lektion – und wo liegt danach der Nachweis? Beides lässt sich in einem Pilotbereich mit einer einzelnen Abteilung in zwei Wochen beantworten, lange bevor eine Entscheidung für die gesamte Belegschaft ansteht.

Häufig gestellte Fragen

Brauche ich Microsoft Viva Learning, um Lernen in Microsoft Teams anzubieten?

Nein. Eine Lernplattform lässt sich als Registerkarte oder App direkt in Teams einbinden, ohne dass Viva Learning beteiligt ist. Viva Learning ergänzt eine zusätzliche Such- und Entdeckungsebene, ist aber keine Voraussetzung.

Ersetzt Viva Learning ein Learning-Management-System?

Nein. Viva Learning bündelt und zeigt Inhalte, hostet aber keine eigenen Kurse und ist nicht darauf ausgelegt, Pflichtschulungen zuzuweisen und revisionssicher zu dokumentieren. Diese Aufgaben bleiben beim LMS.

Was kostet die Anbindung eines LMS an Viva Learning?

Die Grundfunktionen von Viva Learning sind in den Microsoft-365-Plänen enthalten. Für Inhalte von Drittanbietern und für die LMS-Anbindung ist eine kostenpflichtige Zusatzlizenz nötig, die pro Person und Monat abgerechnet wird. Die aktuellen Konditionen entnehmen Sie Ihrer Microsoft-Lizenzübersicht.

Ist Single Sign-on zwingend erforderlich?

Technisch nein, praktisch ja. Ohne SSO bleibt ein separater Anmeldeschritt bestehen, und genau dort brechen Nutzende ab. SSO ist der Punkt mit dem größten Effekt auf die Abschlussquote.

Muss der Betriebsrat beteiligt werden?

In Betrieben mit Betriebsrat regelmäßig ja. Lernplattformen erfassen personenbezogene Daten und sind grundsätzlich zur Leistungs- und Verhaltenskontrolle geeignet, was die Mitbestimmung nach § 87 Absatz 1 Nummer 6 Betriebsverfassungsgesetz auslöst. Eine frühzeitige Abstimmung verkürzt den Prozess deutlich.

Funktioniert der Zugang auch in der mobilen Teams-App?

In der Regel ja, sofern die Lernplattform mobil optimiert ist. Prüfen Sie das im Pilotbetrieb ausdrücklich mit, weil ein Teil der Belegschaft – gewerbliche Bereiche, Außendienst, Schichtbetrieb – überwiegend mobil arbeitet.

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