Compliance-Risikoanalyse: Risiken erkennen und bewerten Kurz erklärt Die Compliance-Risikoanalyse ist die systematische Erfassung und Bewertung der Rechtsrisiken eines Unternehmens. Sie zeigt, wo Verstöße am wahrscheinlichsten und am schädlichsten wären, und bildet die Grundlage für Richtlinien, Kontrollen und Schulungen. In 5 Schritten zur Risikoanalyse Geschäftsmodell, Märkte und Abläufe erfassen Mögliche Risikofelder sammeln, etwa Korruption, Kartellrecht, Datenschutz Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe bewerten Vorhandene Maßnahmen prüfen und Lücken festlegen Ergebnisse dokumentieren und jährlich aktualisieren Typische Risikofelder im Mittelstand RisikofeldBeispielKorruptionVertrieb an öffentliche AuftraggeberKartellrechtKontakte zu Wettbewerbern in VerbändenExportkontrolleLieferungen in sensible LänderDatenschutzKundendaten in vielen ToolsLieferketteZulieferer in Risikoländern Warum die Analyse so wichtig ist Ohne Risikoanalyse bleibt ein Compliance-Management-System beliebig. Erst sie zeigt, welche Beschäftigten welche Schulung brauchen und wo Kontrollen nötig sind. Der Standard ISO 37301 verlangt eine regelmäßige Bewertung der Compliance-Risiken. Praktische Hinweise für die Umsetzung gibt der Beitrag Compliance-Richtlinien. Beispiel aus der Praxis Ein Bauzulieferer führt Interviews mit Vertrieb, Einkauf und Geschäftsführung. Ergebnis: Das größte Risiko liegt bei Einladungen an Mitarbeitende kommunaler Bauämter. Das Unternehmen erstellt eine Geschenkerichtlinie, schult den Außendienst gezielt und richtet eine Freigabe für Einladungen ein. Andere Bereiche erhalten nur eine Basisschulung. Verwandte Begriffe Compliance-Beauftragter, Aufsichtspflicht und Compliance-Verstoß. Weitere Begriffe finden Sie im Compliance-Glossar. Häufig gestellte Fragen Wie oft sollte die Risikoanalyse aktualisiert werden?Mindestens einmal im Jahr und zusätzlich bei neuen Märkten, Produkten, Übernahmen oder nach Verstößen. Wer führt die Compliance-Risikoanalyse durch?Meist die Compliance-Funktion gemeinsam mit den Fachbereichen. Die Geschäftsleitung muss die Ergebnisse kennen und Maßnahmen beschließen. Gibt es eine Vorlage?Viele Unternehmen nutzen eine einfache Matrix aus Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe. Wichtiger als die Form ist eine ehrliche Bewertung mit den Fachbereichen.