Vergessenskurve nach Ebbinghaus: Was sie für Schulungen bedeutet Kurz erklärt Die Vergessenskurve beschreibt, wie schnell neu Gelerntes ohne Wiederholung aus dem Gedächtnis verschwindet. Sie geht auf Selbstversuche des Psychologen Hermann Ebbinghaus aus dem Jahr 1885 zurück. Was Ebbinghaus herausfand Ebbinghaus lernte sinnlose Silben auswendig und prüfte, wie viel er nach bestimmten Zeiträumen noch wusste. Das Ergebnis: Der größte Teil geht sehr schnell verloren, danach flacht die Kurve ab. Vergessenskurve auf einen Blick Zeit nach dem LernenBehaltenes Wissen (ca.)20 Minuten60 Prozent1 Stunde45 Prozent1 Tag34 Prozent Die Werte stammen aus Versuchen mit sinnlosem Material. Sinnvolle, praxisnahe Inhalte behalten Menschen besser, doch das Grundmuster gilt auch für Schulungen. 3 Methoden gegen das Vergessen Verteiltes Wiederholen: Inhalte in wachsenden Abständen auffrischen Aktives Abrufen: Quizfragen statt erneutem Lesen Anwenden: Gelerntes zeitnah in der Praxis einsetzen Was das für Unternehmen bedeutet Eine einmalige Jahresschulung reicht selten, damit Wissen im Alltag ankommt. Wirksamer sind kurze Auffrischungen über das Jahr verteilt, etwa mit Microlearning oder einer regelmäßigen Phishing-Simulation. Ob Wissen wirklich hängen bleibt, lässt sich mit dem Kirkpatrick-Modell prüfen. Mehr zur Forschung bietet Wikipedia zur Vergessenskurve. Beispiel aus der Praxis Nach einer Datenschutzschulung im Januar beantworten Beschäftigte im März nur noch die Hälfte der Wissensfragen richtig. Das Unternehmen ergänzt deshalb monatliche Fünf-Minuten-Einheiten mit je drei Quizfragen. Im nächsten Jahr bleibt das Wissen stabil, und die Zahl der gemeldeten Fehlversendungen sinkt. Verwandte Begriffe 70-20-10-Modell, Lernpfad und Instructional Design. Weitere Begriffe finden Sie im E-Learning-Glossar. Häufig gestellte Fragen Gilt die Vergessenskurve für alle Inhalte gleich?Nein. Bedeutsame, emotionale oder praktisch angewendete Inhalte bleiben länger im Gedächtnis als abstrakte Fakten. Wie oft sollte man Schulungsinhalte wiederholen?Bewährt haben sich Auffrischungen nach einem Tag, einer Woche und einem Monat, danach in größeren Abständen. Hilft E-Learning gegen das Vergessen?Ja, wenn es kurze Einheiten, Quizfragen und automatische Wiederholungen nutzt. Ein langer Kurs ohne Auffrischung hilft wenig mehr als ein Vortrag.