Übersicht Wirksamkeit von Awareness-Schulungen: Simulation vs. klassische Schulung Erstellt am: 31. Juli 2026 Zuletzt aktualisiert am: 31. Juli 2026 Andreas Bersch Teilen auf: Wichtigste Erkenntnisse Jahresschulung ohne Effekt aufs Klicken: In einem achtmonatigen randomisierten Experiment mit über 19.500 Beschäftigten zeigte eine kürzlich absolvierte Jahresschulung keinen signifikanten Zusammenhang mit der Anfälligkeit in Simulationen. Eingebettetes Training schwächer als erwartet: Der Unterschied zwischen geschulten und ungeschulten Personen war minimal; in einer 15-Monats-Studie war die übliche Umsetzung sogar mit erhöhter Anfälligkeit verbunden. Der Nudge wirkt, nicht der Text: Die Wirkung eingebetteter Aufklärung stammt laut einer ausgezeichneten Studie aus der wiederkehrenden Erinnerung an die Bedrohung – nicht aus dem Inhalt, für den kaum jemand Zeit aufwendet. Wissen verfällt nach etwa sechs Monaten: Vier Monate nach einer Schulung war die Erkennungsleistung noch messbar besser, nach sechs Monaten nicht mehr. Videos und interaktive Beispiele wirkten als Auffrischung am längsten. Technische Warnhinweise wirken zuverlässig: Warnbanner an eingehenden E-Mails gehörten zu den klar belegten Maßnahmen – sie sind kein Ersatz für Schulung, aber die wirksamere erste Verteidigungslinie. Konsequenz: Kurze Einheiten in kurzen Abständen statt Jahrestermin, Simulation als Erinnerung statt als Prüfung, und Kennzahlen über mehrere Wellen statt Momentaufnahmen. Die Frage klingt einfach: Bringt eine Phishing-Simulation mehr als eine klassische Awareness-Schulung? In Anbieterpräsentationen fällt die Antwort eindeutig aus, in der Forschung nicht. Mehrere große Feldstudien mit zusammen mehr als 34.000 Beschäftigten kommen zu einem unbequemen Ergebnis: Beide Formate verändern das Klickverhalten deutlich weniger, als die Branche annimmt – und eines von beiden kann in der üblichen Umsetzung sogar nach hinten losgehen. Dieser Beitrag fasst die Studienlage zusammen, ordnet ein, was daraus für die Praxis folgt, und benennt die Kennzahlen, mit denen sich die Wirksamkeit einer Awareness-Schulung überhaupt seriös beurteilen lässt. Inhalt 1. Was sagt die Studienlage zur Wirksamkeit von Awareness-Schulungen?2. Wirkt eine klassische Jahresschulung?3. Wirken Phishing-Simulationen mit eingebetteter Aufklärung?4. Wodurch wirkt eine Simulation dann überhaupt?5. Wie lange hält der Effekt einer Awareness-Schulung an?6. Simulation oder klassische Schulung: Was ist wann sinnvoll?7. Welche Kennzahlen sind belastbar?8. Welche Grenzen hat die Studienlage?9. Was folgt daraus für die Praxis?10. Fazit und nächste Schritte11. Häufige Fragen zur Wirksamkeit von Awareness-Schulungen Was sagt die Studienlage zur Wirksamkeit von Awareness-Schulungen? Die belastbarsten Erkenntnisse kommen aus Feldstudien in echten Organisationen über viele Monate – nicht aus Laborexperimenten mit Studierenden und nicht aus Anbieterstatistiken. Sechs Arbeiten zur Wirksamkeit von Awareness-Schulungen prägen die aktuelle Diskussion: StudieSettingKernbefundLain, Kostiainen, Čapkun (IEEE S&P 2022, ETH Zürich)15 Monate, über 14.000 Beschäftigte eines PartnerunternehmensEingebettetes Training in üblicher Form machte nicht resilienter, sondern teils anfälliger; Warnhinweise an E-Mails wirkten; Hinweise aus der Belegschaft erlaubten schnelles Erkennen neuer KampagnenLain, Jost, Matetic, Kostiainen, Čapkun (ACM CCS 2024, Distinguished Paper)Feldstudie zu Inhalten, Nudges und AnreizenDie Wirkung eingebetteter Aufklärung entsteht durch den Erinnerungseffekt, nicht durch den Inhalt – der wird wegen Zeitmangel und geringem wahrgenommenen Nutzen selten gelesenHo et al. (IEEE S&P 2025, UCSD Health)8 Monate, randomisiert, 10 Kampagnen, über 19.500 BeschäftigteKein signifikanter Zusammenhang zwischen kürzlich absolvierter Jahresschulung und Anfälligkeit; minimaler Unterschied bei eingebettetem Training; kaum Zeitaufwand für das MaterialReinheimer et al. (SOUPS 2020, deutsche Behörde)409 Teilnehmende, Messung über sechs MonateVerbesserung direkt nach der Schulung und nach vier Monaten signifikant, nach sechs Monaten nicht mehr; Videos und interaktive Beispiele als beste AuffrischungBerens et al. (USEC/NDSS 2022)Anschlussstudie zum AuffrischungsintervallNach fünf Monaten noch signifikant besser als vor der Schulung – die Auffrischung sollte näher an sechs als an vier Monaten liegenKumaraguru et al. (SOUPS 2009, PhishGuru)Feldstudie zu eingebettetem TrainingWissen blieb 28 Tage erhalten; eine zweite Trainingsnachricht verstärkte den Effekt; Training senkte nicht die Bereitschaft, legitime Links zu klicken Auffällig ist die Richtung der Zeitachse: Die frühen Arbeiten fanden Effekte, die großen aktuellen Feldstudien finden kaum welche. Eine Reproduktionsstudie in einem Fintech-Unternehmen kam 2026 erneut zu begrenztem Nutzen interaktiver Übungen und nutzte dafür die NIST Phish Scale, um Schwierigkeitsgrade vergleichbar zu machen. Wirkt eine klassische Jahresschulung? Für den Aufbau von Wissen ja, für die Veränderung des Klickverhaltens kaum. Das ist der klarste Befund der jüngeren Forschung. Die Studie von Ho und Kollegen an einer großen Gesundheitsorganisation prüfte genau diese Frage in einem randomisierten Design über acht Monate: Personen, die die verpflichtende Jahresschulung kürzlich absolviert hatten, fielen in den Simulationen nicht signifikant seltener auf Phishing herein als andere. Eine Nebenauswertung zeigt eine Nuance: Wer zugewiesene Trainings tatsächlich abschloss, schnitt später besser ab als Personen, die sie begonnen und nicht beendet hatten. Der Abschluss selbst ist also nicht wertlos – der große Schutzeffekt bleibt aber aus. Warum das plausibel ist: Eine 45-minütige Einheit einmal im Jahr kämpft gegen zwei Effekte. Erstens verfällt Wissen, wie der Abschnitt zur Haltbarkeit zeigt. Zweitens ist Phishing-Erkennung keine Frage des in einer Awareness-Schulung vermittelten Wissens, sondern eine Aufmerksamkeitsfrage im Arbeitsfluss – und Aufmerksamkeit lässt sich nicht auf Vorrat schulen. Für Nachweispflichten nach NIS2, ISO 27001 oder TISAX bleibt die dokumentierte Awareness-Schulung dennoch relevant. Sie erfüllt einen anderen Zweck als Verhaltensänderung, und diese beiden Zwecke sollten nicht miteinander verrechnet werden. Wirken Phishing-Simulationen mit eingebetteter Aufklärung? Hier ist die Studienlage am unbequemsten. Die 15-Monats-Studie der ETH Zürich mit über 14.000 Beschäftigten fand, dass eingebettetes Training in der branchenüblichen Form die Belegschaft nicht widerstandsfähiger machte – und Nebenwirkungen hatte, die Beschäftigte anfälliger machen können. Über die Laufzeit stieg zudem der Anteil der Personen, die mindestens einmal geklickt hatten: Wer lange genug beschossen wird, klickt irgendwann. Die Untersuchung an der Gesundheitsorganisation kam unabhängig davon zu einem ähnlich nüchternen Bild: Der absolute Unterschied in den Fehlerraten zwischen Personen mit und ohne eingebettetes Training war sehr klein, über verschiedene Trainingsinhalte hinweg. Und die meisten Beschäftigten verbrachten nur minimale Zeit mit dem Material, das nach dem Klick erschien. Zwei weitere Befunde aus der ETH-Studie verdienen Aufmerksamkeit, weil sie die Zielgruppenauswahl betreffen: Besonders anfällig waren Personen, die täglich mit spezialisierter Software repetitive Aufgaben erledigen – nicht die Gruppe, die man intuitiv zuerst schult. Und Warnhinweise direkt an der E-Mail gehörten zu den Maßnahmen mit klar belegter Wirkung. Das ist kein Argument gegen Simulationen. Es ist ein Argument gegen die Erwartung, dass eine Simulation mit anschließender Erklärseite von sich aus Verhalten ändert. Wodurch wirkt eine Simulation dann überhaupt? Durch die Erinnerung, nicht durch die Belehrung. Genau das hat die 2024 auf der ACM CCS ausgezeichnete Arbeit von Lain und Kollegen herausgearbeitet: Die Wirkung eingebetteter Aufklärung entsteht aus dem Nudging-Effekt – der wiederkehrenden Erinnerung daran, dass die Bedrohung existiert. Der eigentliche Inhalt der Aufklärungsseite wird selten konsumiert, weil Beschäftigte keine Zeit haben und den Nutzen als gering einschätzen. Für die Praxis folgt daraus etwas sehr Konkretes: Frequenz schlägt Tiefe. Vier kurze Kontakte im Jahr wirken als Erinnerung besser als ein ausführlicher Kurs. Die Aufklärungsseite muss kurz sein. Drei Sätze, die den entscheidenden Hinweis nennen, werden gelesen. Zwei Bildschirmseiten Didaktik nicht. Sanktionsfreiheit ist Bedingung. Wer eine Simulation als Test inszeniert, kauft sich Misstrauen ein, ohne den Erinnerungseffekt zu verstärken. Der Nutzen liegt auch im Prozess. Eine Welle übt den Meldeweg und zeigt der IT, wie schnell Hinweise eintreffen. Die ETH-Studie belegt, dass Hinweise aus der Belegschaft neue Kampagnen schnell sichtbar machen und der organisatorische Aufwand dafür tragbar bleibt. Wie lange hält der Effekt einer Awareness-Schulung an? Der Effekt einer Awareness-Schulung hält etwa vier bis sechs Monate – danach ist er nicht mehr messbar. Diese Zahl ist die praktisch nützlichste der ganzen Studienlage. Reinheimer und Kollegen begleiteten eine deutsche Behörde mit 409 Teilnehmenden über ein halbes Jahr. Direkt nach der Awareness-Schulung und nach vier Monaten erkannten die Beschäftigten Phishing- und legitime E-Mails signifikant besser als vorher. Nach sechs Monaten war dieser Vorteil verschwunden. Eine Anschlussuntersuchung präzisierte das Intervall: Nach fünf Monaten war die Leistung noch signifikant besser, die Auffrischung sollte also näher an sechs Monaten liegen als an vier. Ebenso wichtig ist der zweite Teil dieser Studie: Nicht jede Auffrischung wirkt gleich gut. Maßnahmen mit Videos und interaktiven Beispielen hielten mindestens weitere sechs Monate. Reine Textmaterialien schnitten schlechter ab. Damit ergibt sich ein Rhythmus, der sich aus der Forschung ableiten lässt und nicht aus Gewohnheit: eine substanzielle Einheit, danach halbjährlich eine kurze, möglichst interaktive Auffrischung – und zwischendurch Simulationswellen als Erinnerung. Simulation oder klassische Schulung: Was ist wann sinnvoll? Die Formate konkurrieren nicht, sie leisten Unterschiedliches: FormatBelegte WirkungGrenzenSinnvoller EinsatzKlassische Awareness-Schulung, ausführlichAufbau von Wissen und Begriffen, dokumentierbarer Nachweisverändert das Klickverhalten kaum, Effekt verfällt nach etwa sechs MonatenErstschulung, Onboarding, rollenspezifische Vertiefung, NachweispflichtenKurze Auffrischung, video- oder beispielbasiertVerlängert die Erkennungsleistung um mindestens ein weiteres halbes Jahrerfordert Wiederholung, ersetzt keine Grundlagenhalbjährlicher Turnus für alle BeschäftigtenPhishing-Simulation mit kurzer AufklärungWiederkehrende Erinnerung an die Bedrohung, Übung des Meldewegs, Standortbestimmungdie Aufklärungsseite ändert von sich aus kaum Verhalten; als Prüfung inszeniert kontraproduktivmehrere Wellen pro Jahr, aggregiert ausgewertet, ohne SanktionenTechnische Maßnahmen wie Warnbanner und FilterKlar belegte Wirkung, unabhängig von Aufmerksamkeitfängt nicht alles ab, erzeugt Gewöhnungerste Verteidigungslinie, vor jeder Schulungsdiskussion Die praktische Reihenfolge ist damit vorgegeben: technische Maßnahmen zuerst, dann kurze Grundlagen für alle, dann halbjährliche Auffrischung, dann Simulationswellen als Erinnerung. Wer diese Reihenfolge umdreht und die Awareness-Schulung hinter die Simulation stellt, investiert in die Maßnahme mit der schwächsten Einzelevidenz. Wie sich das über die ersten Monate verteilen lässt, beschreibt der Beitrag zum Awareness-Programm einführen. Aufbau und Auswertung von Wellen behandelt der Beitrag zur Phishing-Simulation. Welche Kennzahlen sind belastbar? Die meisten Zahlen, die in Awareness-Berichten auftauchen, sind Momentaufnahmen und lassen sich durch die Wahl des Szenarios beliebig verschieben. Belastbar wird eine Kennzahl erst durch Zeitreihe und vergleichbare Schwierigkeit. KennzahlWas sie zeigtVoraussetzung für BelastbarkeitKlickrate je WelleAnfälligkeit im Zeitverlaufmindestens drei Wellen, dokumentierter SchwierigkeitsgradAnteil wiederholt klickender Personenverbleibender Nachschulungsbedarfaggregierte Betrachtung, kein PersonenrankingRate der Dateneingabentatsächlich gefährliche Handlung statt bloßer Klickseparate Erfassung von Klick und EingabeErgebnis von WissensfragenWissensaufbau – nicht Verhaltengleiche Fragen über mehrere ZeitpunkteAbschlussquote der PflichtmoduleAbdeckung der BelegschaftZuweisung nach ZielgruppenBearbeitungsdauer je ModulPassung des Formats zum ArbeitsalltagErfassung von AbbrüchenVollständigkeit der DokumentationNachweisfähigkeit gegenüber Prüfstellenlückenlos ab Programmstart Drei Regeln machen den Unterschied zwischen Reporting und Selbsttäuschung. Erstens: Schwierigkeitsgrad dokumentieren – ein leichtes Szenario senkt die Klickrate, ohne dass sich etwas verbessert hat. Die NIST Phish Scale ist dafür ein etablierter Rahmen. Zweitens: aggregiert berichten – personenbezogene Auswertungen sind selten notwendig und beschädigen das Vertrauen. Drittens: Wissen und Verhalten getrennt ausweisen, weil die Studienlage zeigt, dass das eine das andere nicht mitbringt. Welche Grenzen hat die Studienlage? Wer die Befunde nutzt, sollte auch ihre Reichweite kennen: Einzelne Organisationen. Die großen Feldstudien stammen aus jeweils einem Unternehmen, einer Klinik oder einer Behörde. Branche, Kultur und technische Ausstattung beeinflussen die Ergebnisse. Unterschiedliche Trainingsqualität. „Eingebettetes Training“ bezeichnet in den Studien das, was im jeweiligen Unternehmen eingesetzt wurde – nicht ein didaktisches Optimum. Klickrate als Ersatzgröße. Gemessen wird das Verhalten in Simulationen, nicht der tatsächliche Schaden durch echte Angriffe. Freiwilligkeit. In mehreren Studien war die Teilnahme an der Untersuchung optional, was zu Selbstselektion führen kann. Zeitliche Tiefe. Sechs Monate Beobachtung sagen wenig über den Aufbau einer Sicherheitskultur über mehrere Jahre. Die vorsichtige Formulierung lautet deshalb: Die Erwartung, dass Schulung und Simulation die Klickrate deutlich senken, ist empirisch nicht gedeckt. Das heißt nicht, dass Awareness-Schulungen wirkungslos sind – es heißt, dass ihre Wirkung anders zustande kommt als in der Vermarktung behauptet. Was folgt daraus für die Praxis? Sechs Konsequenzen, die sich direkt aus den Befunden ableiten: Technische Maßnahmen zuerst. Warnbanner, Filter und Mehr-Faktor-Authentifizierung wirken unabhängig von Tagesform. Awareness ergänzt sie, ersetzt sie nicht. Formate kürzen, Frequenz erhöhen. Statt einer jährlichen Awareness-Schulung eine kurze Grundlage plus halbjährliche Auffrischung mit Video oder interaktivem Beispiel. Simulation als Erinnerung planen, nicht als Prüfung. Mehrere Wellen pro Jahr, kurze Aufklärung im Klick-Moment, keine Sanktionen, keine Namen. Auf Meldewege und Prozesse setzen. Der belegte organisatorische Nutzen liegt darin, dass Hinweise aus der Belegschaft laufende Kampagnen schnell sichtbar machen. Zielgruppen nach Risiko wählen, nicht nach Vermutung. Rollen mit repetitiver Arbeit an spezialisierter Software gehören dazu – ebenso Bereiche mit Zahlungsfreigaben. Wissen und Verhalten getrennt messen und Kennzahlen immer über mehrere Wellen mit dokumentiertem Schwierigkeitsgrad betrachten. Fazit und nächste Schritte Die ehrliche Antwort auf die Ausgangsfrage: Keines der beiden Formate senkt die Klickrate so, wie es Anbieterunterlagen nahelegen. Die klassische Awareness-Schulung baut Wissen auf, das nach etwa einem halben Jahr verfällt. Die Simulation wirkt vor allem als wiederkehrende Erinnerung – und diese Wirkung stammt aus der Regelmäßigkeit, nicht aus dem Text auf der Aufklärungsseite. Wer das akzeptiert, kommt zu einem anderen Programmdesign: kurze Einheiten in kurzen Abständen, Simulationen als Taktgeber, technische Maßnahmen als Fundament und Kennzahlen, die über mehrere Wellen hinweg gelesen werden. Ihre nächsten drei Schritte: Prüfen, wann die letzte Auffrischung der Awareness-Schulung stattgefunden hat – liegt sie mehr als sechs Monate zurück, ist der messbare Effekt vermutlich weg. Den Jahreskurs in eine kurze Grundlage plus halbjährliche Auffrischung aufteilen, statt ihn zu verlängern. Für die nächste Simulationswelle den Schwierigkeitsgrad dokumentieren, damit die Klickrate mit der vorherigen Welle vergleichbar ist. Die reteach Lernplattform ist DSGVO-konform und unterstützt genau diesen Rhythmus: kurze Module, automatische Zuweisung nach Zielgruppen, hinterlegte Wiederholungsintervalle und auswertbare Nachweise. reteach Phishing Awareness ist eine eigenständige Komplettlösung aus Lerninhalten und Simulationen mit einer kurzen Aufklärungsseite im Klick-Moment, datenschutzfreundlich gestaltet und auditfähig dokumentiert – als Nachweisbeitrag für NIS2, ISO 27001 und TISAX. Häufig gestellte Fragen Sind Phishing-Simulationen sinnvoll?Als wiederkehrende Erinnerung und zur Übung des Meldewegs ja. Als Instrument, das von sich aus die Klickrate senkt, ist ihre Wirkung empirisch schwach belegt: Große Feldstudien fanden nur minimale Unterschiede zwischen Personen mit und ohne eingebettetes Training, in einem Fall sogar Nebenwirkungen in die falsche Richtung. Entscheidend ist die Umsetzung – Regelmäßigkeit, kurze Aufklärung und Sanktionsfreiheit. Wie oft sollten Awareness-Schulungen wiederholt werden?Die Forschung legt ein Intervall von etwa sechs Monaten nahe. In einer Feldstudie war die Erkennungsleistung vier Monate nach der Schulung noch signifikant besser als vorher, nach sechs Monaten nicht mehr; eine Anschlussuntersuchung fand nach fünf Monaten noch einen Vorteil. Ein Jahresturnus lässt damit rund ein halbes Jahr ohne messbaren Effekt. Welches Format wirkt bei der Auffrischung am besten?Auffrischungen einer Awareness-Schulung mit Videos und interaktiven Beispielen schnitten in der Untersuchung deutlich besser ab als reine Textmaterialien und hielten mindestens ein weiteres halbes Jahr. Für die Praxis heißt das: kurze Videos oder klickbare Beispiele statt eines Merkblatts im Intranet. Ist die Klickrate eine gute Kennzahl?Nur mit Kontext. Sie hängt stark vom Schwierigkeitsgrad des Szenarios ab und lässt sich durch leichtere Mails künstlich verbessern. Belastbar wird sie erst als Zeitreihe über mehrere Wellen mit dokumentiertem Schwierigkeitsgrad, etwa anhand der NIST Phish Scale, und ergänzt um den Anteil wiederholt klickender Personen sowie die Rate tatsächlicher Dateneingaben. Kann man auf Awareness-Schulungen verzichten?Nein, aus zwei Gründen. Erstens verlangen NIS2, ISO 27001 und TISAX dokumentierte Sensibilisierung; eine Awareness-Schulung liefert dafür den Nachweis. Zweitens zeigt die Studienlage nicht, dass Awareness nichts bewirkt – sie zeigt, dass die Wirkung aus Regelmäßigkeit, kurzen Formaten und funktionierenden Prozessen entsteht statt aus einem Jahrestermin. Warum widersprechen Anbieterzahlen der Studienlage?Anbieterdaten stammen meist aus der eigenen Plattform, ohne Kontrollgruppe und ohne dokumentierten Schwierigkeitsgrad der Szenarien. Sinkende Klickraten über Wellen lassen sich auch durch Gewöhnung an das eigene Werkzeug, veränderte Szenarien oder Selbstselektion erklären. Randomisierte Feldstudien mit Kontrollgruppe kommen zu deutlich vorsichtigeren Ergebnissen. Was wirkt nachweislich besser als Schulung allein?Technische Maßnahmen. Warnhinweise direkt an eingehenden E-Mails gehörten in der ETH-Studie zu den Maßnahmen mit klar belegter Wirkung, weil sie nicht von der Aufmerksamkeit einzelner Personen abhängen. Sinnvoll ist die Kombination: technische Absicherung als Fundament, kurze Awareness-Schulung für das Verständnis, Simulation als Erinnerung. vorheriger Artikel nächster Artikel Teilen auf: Das könnte außerdem für Sie interessant sein: CSDDD 2026: Was die EU-Lieferkettenrichtlinie nach Omnibus I noch bedeutet Die EU-Lieferkettenrichtlinie CSDDD ist nach Omnibus I deutlich abgeschwächt: höhere Schwellenwerte, verschobene Fristen und reduzierte Pflichten. Was 2026 noch gilt und wie sich Unternehmen vorbereiten. 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