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Übersicht

LMS-Migration: Kurse aus Moodle, Thinkific oder einem Altsystem übernehmen

Erstellt am: 3. August 2026
Zuletzt aktualisiert am: 3. August 2026
Andreas Bersch
Andreas Bersch
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Zwei Mitarbeitende planen am Laptop die LMS-Migration ihres Unternehmens

Wichtigste Erkenntnisse

  • Kein Ein-Klick-Umzug: Zwischen zwei Lernplattformen gibt es keinen verlustfreien Weg – Sie migrieren Material, nicht Kurse.
  • Moodle: Das interne Format .mbz lässt sich nur in Moodle wiederherstellen; portabel ist ausschließlich der Export als IMS Common Cartridge, und der deckt nur bestimmte Aktivitäten ab.
  • Thinkific: Es gibt keinen Kurspaket-Export. Videos, PDFs und Audios werden einzeln heruntergeladen, Text- und Quizinhalte manuell übernommen.
  • Originaldateien schlagen Exporte: Wer die Ausgangsdateien noch auf dem eigenen Laufwerk hat, spart den halben Aufwand – im LMS liegen oft nur komprimierte Fassungen.
  • Erst exportieren, dann kündigen: Die Reihenfolge ist entscheidend, weil Zugänge mit Vertragsende wegfallen und Nachweise dann verloren sind.
  • Nicht alles mitnehmen: Typischerweise wird nur ein Teil des Altbestands genutzt – Auswahl nach Nutzung und Aktualität senkt den Aufwand deutlich.

Die unangenehme Wahrheit zuerst: Eine LMS-Migration ist kein Datentransfer, sondern ein Neuaufbau mit Wiederverwendung. Es gibt kein Format, das eine Lernplattform vollständig in eine andere überführt. Was sich übertragen lässt, sind Rohmaterialien, Fragen und Nutzerlisten. Kursstruktur, Logik und plattformspezifische Aktivitäten entstehen im neuen System neu.

Diese Erkenntnis früh zu akzeptieren, spart in einer LMS-Migration die meiste Zeit. Dieser Leitfaden zeigt, welche Exportwege Moodle und Thinkific tatsächlich anbieten, wie Sie bei einem Altsystem ohne Exportfunktion vorgehen, und wie sich der Umzug in sieben Schritten planen lässt.

Wenn Sie noch bei der Systemauswahl stehen, ist der Vergleich der Alternativen zu Moodle und ILIAS der passendere Einstieg. Dieser Beitrag setzt die Entscheidung voraus.

Inhalt

1. Was umfasst eine LMS-Migration?
2. Was lässt sich bei einer LMS-Migration übernehmen – und was nicht?
3. Wie exportieren Sie Kurse aus Moodle?
4. Wie holen Sie Inhalte aus Thinkific heraus?
5. Wie gehen Sie bei einem Altsystem ohne Exportfunktion vor?
6. Welche Austauschformate sind für die LMS-Migration relevant?
7. Welche Kurse sollten überhaupt mitkommen?
8. Wie migrieren Sie Nutzerkonten und Lernhistorie?
9. Wie sieht der Plan für die LMS-Migration in sieben Schritten aus?
10. Welche Fehler bei der LMS-Migration kosten am meisten Zeit?
11. Fazit und nächste Schritte
12. Häufige Fragen zur LMS-Migration

Was umfasst eine LMS-Migration?

Eine LMS-Migration besteht aus vier Bestandteilen, die unterschiedlich schwer zu bewegen sind:

  • Inhalte: Videos, Dokumente, Präsentationen, Texte, interaktive Elemente
  • Prüfungen: Fragenpools, Tests, Bewertungslogik, Bestehensgrenzen
  • Personen und Zuweisungen: Nutzerkonten, Gruppen, Rollen, Kurszuweisungen, Fristen
  • Nachweise: Abschlüsse, Zeitpunkte, Zertifikate, Historie

Der Aufwand verteilt sich in der Praxis nicht gleichmäßig. Inhalte sind der größte Posten in Dateigröße, aber der kleinste in Arbeitszeit, sofern die Originaldateien vorliegen. Prüfungen und Zuweisungslogik verschlingen die meiste Zeit, weil sie in jedem System anders funktionieren. Nachweise sind der Posten mit dem höchsten Risiko, weil sie oft übersehen werden und rechtlich relevant sind.

Sinnvoll ist deshalb eine Unterscheidung, die sich durch die gesamte LMS-Migration zieht: migrieren, neu erstellen oder archivieren. Nicht jeder Bestandteil muss ins neue System – manches gehört in ein Archiv, manches sollte gar nicht überleben.

Was lässt sich bei einer LMS-Migration übernehmen – und was nicht?

Diese Einordnung ist der Kern jeder Aufwandsschätzung:

BestandteilÜbertragbar?Praktischer Weg
Videos, PDFs, Bilder, PräsentationenjaDownload aus dem Altsystem oder – besser – Originaldateien aus der eigenen Ablage
Textinhalte von Lektionenja, manuellKopieren; bei vielen Lektionen lohnt eine strukturierte Erfassung in einer Tabelle
Fragen und TeststeilweiseExport als QTI, Moodle XML oder GIFT, danach Nachkorrektur im Zielsystem
SCORM-Paketeja, wenn vorhandenPaket herunterladen und im Zielsystem einbinden, sofern es SCORM unterstützt
Interaktive Elemente (H5P)teilweiseEinzelexport als .h5p, Zielsystem muss das Format unterstützen
Kursstruktur und Reihenfolgeneinim Zielsystem neu anlegen, Struktur vorab dokumentieren
Plattformeigene Aktivitäten (Foren, Wikis, Workshops)neinfachlich ersetzen oder streichen
Bedingungen, Voraussetzungen, Lernpfadeneinim Zielsystem neu konfigurieren
Design, Theme, Brandingneinim Zielsystem neu einrichten
NutzerkontenjaDatei-Import oder – besser – Anbindung an den Verzeichnisdienst
Abschlüsse und Lernhistorieselten sinnvollals Bericht exportieren und archivieren statt migrieren

Die Zeile mit der größten Hebelwirkung ist die zweite: Originaldateien aus dem eigenen Laufwerk sind fast immer besser als das, was im Altsystem liegt. Lernplattformen komprimieren Videos und rechnen Präsentationen um. Wer die Ausgangsdateien findet, spart Downloadzeit und gewinnt Qualität.

Mitarbeiterin migriert am Laptop Kurse aus dem alten Lernmanagementsystem

Wie exportieren Sie Kurse aus Moodle?

Moodle bietet zwei Exportwege, und nur einer davon ist für eine LMS-Migration brauchbar.

Der interne Weg (.mbz) hilft hier nicht. Das Moodle-Kursbackup erzeugt eine .mbz-Datei. Sie enthält den vollständigen Kurs, lässt sich aber nur in einer anderen Moodle-Installation wiederherstellen. Für eine LMS-Migration auf ein anderes System ist sie als Kurspaket wertlos.

Nützlich ist sie trotzdem – als Materialarchiv. Eine .mbz-Datei ist technisch ein komprimiertes Archiv. Umbenennen in .tar.gz oder .zip und entpacken, dann finden Sie im Ordner files alle Kursdateien – allerdings mit Hashwerten statt Namen. Die Zuordnung steht in der Datei files.xml: Sie enthält zu jedem Hash den Originalnamen. Damit lassen sich alle hochgeladenen Materialien in einem Durchgang sichern, ohne jede Datei einzeln aus der Oberfläche zu klicken.

Der portable Weg ist IMS Common Cartridge. Laut Moodle-Dokumentation aktivieren Sie im Backup-Dialog das Häkchen „IMS Common Cartridge 1.1″; das Ergebnis ist eine .imscc-Datei, die sich in externe Systeme importieren lässt. Drei Einschränkungen sollten Sie kennen: Es lassen sich nur bestimmte Aktivitätstypen exportieren, die Option ist eine systemweite Einstellung und oft deaktiviert, und bei aktiviertem asynchronem Backup steht der Export nicht zur Verfügung.

Zusätzlich lohnen drei Einzelexporte:

  • Fragensammlung: über die Fragensammlung als Moodle XML, GIFT oder XHTML exportieren – die verlässlichste Grundlage für den Wiederaufbau von Tests
  • H5P-Inhalte: einzeln als .h5p sichern
  • Bewertungen und Teilnahmen: als CSV oder XLSX aus dem Bewertungsbereich und den Kursberichten ziehen

Praktischer Hinweis für größere Installationen: Wenn Sie Serverzugriff haben, ist der direkte Weg über das Verzeichnis moodledata und einen Datenbank-Dump oft schneller als hunderte Einzelbackups über die Oberfläche.

Wie holen Sie Inhalte aus Thinkific heraus?

Hier ist die Lage klarer und unkomfortabler: Ein Kurspaket-Export existiert nicht. Der Hilfeartikel zum Kursexport beschreibt ausschließlich Einzelwege – Videodateien aus der Videobibliothek herunterladen, PDFs und Audiodateien im Kurs-Editor sichern, Lektionsdateien über die Studentenvorschau abrufen, Text-, Quiz- und Umfrageinhalte kopieren.

Für die LMS-Migration heißt das:

  1. Videos zuerst. Die Dateien lassen sich als Administrator aus der Videobibliothek herunterladen. Wichtig: Laut Thinkific-Dokumentation nutzen Sites, die ab dem 28. Januar 2026 erstellt wurden, die Asset Library – dort ist ein Download derzeit nicht vorgesehen. Wer betroffen ist, braucht die Originaldateien.
  2. Dokumente und Audios über den Kurs-Editor beziehungsweise die Vorschau als Lernende sichern.
  3. Texte strukturiert erfassen. Legen Sie eine Tabelle mit Kurs, Kapitel, Lektion und Inhalt an, statt Lektion für Lektion in ein Dokument zu kopieren. Diese Tabelle wird später die Bauanleitung im neuen System.
  4. Quizfragen exportieren und im Zielsystem neu anlegen – Punktlogik und Bestehensgrenzen unbedingt notieren, sie gehen sonst verloren.
  5. Teilnehmendenlisten als CSV ziehen, inklusive Kurszuordnung und Abschlussstatus.
  6. Erst danach kündigen. Der Zugang endet mit dem Vertrag, und mit ihm der Zugriff auf alles, was noch nicht gesichert ist.

Wie gehen Sie bei einem Altsystem ohne Exportfunktion vor?

Bei älteren, selbst betriebenen oder eingestellten Systemen fehlt häufig jede Exportfunktion. Für die LMS-Migration bleiben vier Wege:

  • Datenbank und Dateisystem. Bei selbst betriebenen Systemen liegt das Material im Dateiverzeichnis des Servers, die Struktur in der Datenbank. Ein Verzeichnis-Abzug plus SQL-Dump sichert beides, auch wenn die Oberfläche nichts anbietet.
  • Systematische Bildschirmdokumentation. Für die Kursstruktur genügen Screenshots oder ein Seitenausdruck als PDF. Sie dienen als Bauanleitung, nicht als Inhalt.
  • Website-Kopie bei webbasierten Kursen. Rein HTML-basierte Inhalte lassen sich mit einem Website-Kopierwerkzeug als statische Sammlung sichern.
  • Anbieter direkt fragen. Viele Anbieter stellen auf Anfrage einen Datenabzug bereit, auch wenn die Oberfläche keinen Export kennt. Ein formeller Antrag auf Datenübertragbarkeit für personenbezogene Daten kann diesen Weg zusätzlich stützen.

Zwei Punkte gehören in dieser Phase geklärt, bevor Aufwand entsteht. Erstens die Rechtelage: Wem gehören die Inhalte, welche Lizenzen bestehen für Stockmaterial, Musik und Autorenwerkzeuge, und gelten sie im neuen System weiter? Zweitens das Zeitfenster: Kündigungsfrist, Vertragsende und der Zeitpunkt, ab dem der Zugang erlischt, bestimmen den gesamten Projektplan.

Welche Austauschformate sind für die LMS-Migration relevant?

FormatWofür geeignetGrenzen
SCORM 1.2 und 2004fertige Kurspakete samt Fortschritts- und Ergebnisübergabestarr, im Zielsystem nicht inhaltlich bearbeitbar
xAPI und cmi5detaillierte Lernaktivitäten über Systeme hinwegbenötigt einen Learning Record Store
IMS Common CartridgeKursstruktur mit Ressourcen und Verweisendeckt nur einen Teil der Aktivitätstypen ab
QTI, Moodle XML, GIFTFragen und Testsviele Dialekte, Nachkorrektur praktisch immer nötig
.h5pinteraktive EinzelelementeZielsystem muss H5P unterstützen
CSV und XLSXNutzerkonten, Zuweisungen, AbschlüsseFeldzuordnung muss definiert werden
MP4, PDF, PPTXRohmaterialkeine Struktur, kein Fortschritt, keine Auswertung

Die pragmatische Reihenfolge: Prüfen, ob fertige SCORM-Pakete vorliegen – die wandern am einfachsten. Danach Fragen über ein Fragenformat sichern. Alles Übrige als Rohmaterial mitnehmen und im Zielsystem neu strukturieren. Wer auf ein Format wartet, das Kursstruktur und Logik verlustfrei überträgt, wartet auf etwas, das es nicht gibt.

Welche Kurse sollten überhaupt mitkommen?

Die wirksamste Aufwandsreduzierung in jeder LMS-Migration ist die Auswahl. In gewachsenen Systemen liegt regelmäßig ein Vielfaches dessen, was tatsächlich genutzt wird – Kurse aus abgeschlossenen Projekten, veraltete Pflichtinhalte, Testkurse, Duplikate.

Ziehen Sie zuerst die Nutzungsdaten der letzten zwölf Monate, dann entscheiden Sie je Kurs anhand von zwei Achsen:

Inhalt aktuellInhalt veraltet
Häufig genutztmigrieren, unverändertneu erstellen, mit aktualisiertem Inhalt
Selten genutztmigrieren, wenn Pflichtinhalt – sonst archivierenstreichen, nur Nachweise archivieren

Pflichtinhalte gehören unabhängig von der Nutzungshäufigkeit ins neue System, weil sie zugewiesen und dokumentiert werden müssen. Alles andere darf zur Diskussion stehen. Eine LMS-Migration ist der günstigste Moment, Altlasten loszuwerden – danach kommt niemand mehr dazu.

Wie migrieren Sie Nutzerkonten und Lernhistorie?

Bei einer LMS-Migration ist der Datei-Import für Nutzerkonten selten der beste Weg. Wenn das Zielsystem an den Verzeichnisdienst oder das Personalsystem angebunden werden kann, legen Sie die Konten dort an und lassen sie automatisch bereitstellen. Das erspart die Pflege einer Migrationsliste und verhindert, dass ausgeschiedene Personen mitwandern.

Bei der Lernhistorie ist die häufigste Fehlannahme, sie müsse ins neue System übernommen werden. In den meisten Fällen ist das weder technisch sinnvoll noch nötig:

  • Nachweise als Bericht archivieren. Ein Export je Kurs mit Person, Inhalt, Version, Zeitpunkt und Ergebnis erfüllt den Nachweiszweck vollständig – als CSV plus PDF, revisionssicher abgelegt.
  • Aufbewahrungsfristen beachten. Compliance-Nachweise unterliegen teils langen Fristen; Schulungsnachweise nach dem Lieferkettengesetz etwa sieben Jahre. Diese Belege dürfen mit dem Altsystem nicht verschwinden.
  • Zertifikate sichern. Ausgestellte PDF-Zertifikate herunterladen und ablegen; im neuen System lassen sie sich nicht rückwirkend erzeugen.
  • Datenschutz mitdenken. Für den Export personenbezogener Daten braucht es eine Rechtsgrundlage, für das neue System einen Auftragsverarbeitungsvertrag und ein Löschkonzept. Nicht alles, was exportierbar ist, darf auch übertragen werden.
  • Stichtag definieren. Ab dem Stichtag zählt nur das neue System. Was davor liegt, bleibt im Archiv – diese klare Grenze verhindert Doppelpflege.

Wie sieht der Plan für die LMS-Migration in sieben Schritten aus?

SchrittInhaltErgebnis
1. InventurKursliste, Nutzungsdaten, Formate, Dateigrößen, Vertragsfristen erfassenvollständiges Bild des Altbestands
2. Auswahlje Kurs entscheiden: migrieren, neu erstellen, archivieren, streichenverbindlicher Migrationsumfang
3. ExportRohmaterial, Fragen, Nutzerlisten und Nachweise sichern, Originaldateien zusammentragenvollständiges Materialarchiv außerhalb des Altsystems
4. Pilotzwei Kurse komplett im neuen System aufbauen – einen einfachen, einen komplexenbelastbare Aufwandsschätzung je Kursart
5. Aufbaurestliche Kurse anlegen, Vorlagen und Zuweisungsregeln definierenproduktionsreifer Kurskatalog
6. PersonenNutzerkonten anbinden, Zuweisungen setzen, Altnachweise archivierenalle Zielgruppen im neuen System
7. UmschaltungParallelbetrieb, Kommunikation, Abschaltung, Weiterleitungen einrichtenAltsystem kann gekündigt werden

Drei Planungsregeln für die LMS-Migration haben sich bewährt. Der Pilot in Schritt 4 ist nicht optional: Er verwandelt Schätzungen in Zahlen und deckt Formatprobleme auf, solange sie noch billig sind. Der Parallelbetrieb sollte mindestens einen vollständigen Zuweisungszyklus umfassen. Und die Umschaltung gehört nicht in die Hochphase der Pflichtschulungen – wer im Januar oder zum Quartalsende umstellt, kämpft mit zwei Baustellen gleichzeitig.

Wie Sie das neue System anschließend produktiv aufsetzen, beschreibt der Beitrag zum LMS einführen.

Welche Fehler bei der LMS-Migration kosten am meisten Zeit?

  • Zu früh kündigen. Der Zugang endet mit dem Vertrag. Alles, was dann nicht gesichert ist, ist weg – auch Nachweise, die Sie aufbewahren müssen.
  • Alles migrieren wollen. Der Aufwand skaliert mit der Kursanzahl, der Nutzen nicht. Ohne Auswahl verdreifacht sich das Projekt.
  • Auf ein Migrationswerkzeug warten. Zwischen unterschiedlichen Plattformarchitekturen gibt es keine verlustfreie Übertragung. Wer darauf wartet, verliert das Zeitfenster.
  • Die Originaldateien nicht suchen. Erst nach der halben Downloadarbeit fällt auf, dass die Ausgangsdateien auf dem Netzlaufwerk liegen – in besserer Qualität.
  • Prüfungslogik nicht dokumentieren. Punkte, Bestehensgrenzen, Wiederholungsregeln und Fragenreihenfolge sind selten exportierbar. Notiert man sie nicht, werden sie geraten.
  • Nachweise vergessen. Der Posten mit dem größten Risiko und der geringsten Sichtbarkeit im Projektplan.
  • Ohne Pilot loslegen. Die Aufwandsschätzung ohne Pilot liegt erfahrungsgemäß deutlich zu niedrig.

Fazit und nächste Schritte

Eine LMS-Migration gelingt, wenn Sie sie als Neuaufbau mit Materialübernahme planen statt als Datentransfer. Moodle gibt Material über das entpackte Kursbackup und portable Kurse nur eingeschränkt über IMS Common Cartridge heraus. Thinkific bietet keinen Kurspaket-Export, sondern Einzeldownloads und manuelle Übernahme. Bei Altsystemen entscheidet der Zugriff auf Datenbank und Dateiverzeichnis.

Der größte Hebel einer LMS-Migration liegt nicht in der Technik, sondern in der Auswahl: Wer den Altbestand nach Nutzung und Aktualität siebt, halbiert den Aufwand – und räumt gleichzeitig auf.

Ihre nächsten drei Schritte:

  1. Vertragsfristen des Altsystems prüfen und den Stichtag rückwärts planen, ab dem der Zugang erlischt.
  2. Kursliste mit Nutzungsdaten der letzten zwölf Monate ziehen und die Entscheidung migrieren, neu erstellen, archivieren oder streichen je Kurs treffen.
  3. Nachweise und Zertifikate exportieren und revisionssicher ablegen – dieser Schritt ist unumkehrbar und gehört vor jede Kündigung.

Die reteach Lernplattform ist DSGVO-konform und deckt Kursaufbau, Zuweisungsregeln, Fristen, Erinnerungen und auswertbare Nachweise ab. Für Pflichtthemen stehen fertige Kurse bereit, die Sie um selbstproduzierte Kurse aus Ihrem migrierten Material ergänzen können – so muss nur das neu entstehen, was wirklich unternehmensspezifisch ist.

Häufig gestellte Fragen

Lassen sich Moodle-Kurse direkt in ein anderes LMS importieren?

Nicht im internen Format. Eine .mbz-Datei ist nur in Moodle wiederherstellbar. Portabel ist ausschließlich der Export als IMS Common Cartridge, der aber nur bestimmte Aktivitätstypen abdeckt und im System freigeschaltet sein muss. Für alles Übrige gilt in einer LMS-Migration: Material sichern, Struktur im neuen System neu anlegen.

Wie lange dauert eine LMS-Migration?

Das hängt fast ausschließlich vom Migrationsumfang ab, nicht von der Technik. Als Orientierung: Inventur und Auswahl brauchen zwei bis vier Wochen, der Pilot mit zwei Kursen ein bis zwei Wochen, der Aufbau skaliert linear mit der Kursanzahl. Rechnen Sie den Termin vom Vertragsende des Altsystems rückwärts und legen Sie einen Parallelbetrieb über mindestens einen Zuweisungszyklus ein.

Kann man Abschlüsse und Zertifikate mitnehmen?

Technisch selten, praktisch auch selten nötig. Der sinnvolle Weg ist ein Export je Kurs mit Person, Inhalt, Version, Zeitpunkt und Ergebnis als CSV und PDF, revisionssicher archiviert. Damit bleibt der Nachweis erhalten, ohne dass Altdaten die Statistik im neuen System verfälschen. Bereits ausgestellte Zertifikate sollten Sie herunterladen, denn sie lassen sich nicht rückwirkend erzeugen.

Was ist bei Thinkific in der LMS-Migration besonders zu beachten?

Zwei Punkte. Erstens gibt es keinen Kurspaket-Export – Videos, PDFs und Audios werden einzeln gesichert, Texte und Quizfragen manuell übernommen. Zweitens verwalten Sites, die ab dem 28. Januar 2026 erstellt wurden, ihre Medien in der Asset Library, in der ein Download derzeit nicht vorgesehen ist. In diesem Fall führt der Weg nur über die Originaldateien.

Braucht das Zielsystem SCORM-Unterstützung?

Nur, wenn fertige SCORM-Pakete vorliegen, die Sie unverändert weiternutzen wollen. Für Material, das ohnehin neu strukturiert wird, ist SCORM kein Vorteil, sondern eine Einschränkung: Solche Pakete lassen sich im Zielsystem nicht inhaltlich bearbeiten. Prüfen Sie deshalb vor der LMS-Migration, ob Ihre Kurse überhaupt als SCORM vorliegen.

Sollte man während der LMS-Migration parallel beide Systeme betreiben?

Ja, für einen begrenzten Zeitraum. Ein Parallelbetrieb über mindestens einen vollständigen Zuweisungszyklus zeigt, ob Zuweisungen, Erinnerungen und Auswertungen im neuen System zuverlässig laufen. Wichtig ist ein klar kommunizierter Stichtag, ab dem nur noch das neue System gilt – sonst entsteht Doppelpflege.

Was passiert mit alten Kursen, die niemand mehr nutzt?

Die gehören nicht ins neue System. Sichern Sie die zugehörigen Nachweise, archivieren Sie das Material dort, wo es hingehört, und lassen Sie den Kurs auslaufen. Eine LMS-Migration ist der praktikabelste Zeitpunkt, den Katalog zu bereinigen – im Regelbetrieb kommt diese Aufgabe erfahrungsgemäß nicht mehr an die Reihe.

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