STOP-Prinzip: Rangfolge der Schutzmaßnahmen Kurz erklärt Das STOP-Prinzip beschreibt die Rangfolge, in der Schutzmaßnahmen im Arbeitsschutz zu wählen sind: Substitution, technische, organisatorische und personenbezogene Maßnahmen. Zuerst wird die Gefahr selbst beseitigt, erst zuletzt schützt sich der Mensch mit Ausrüstung. Die 4 Stufen S wie Substitution: Gefahrenquelle ersetzen, etwa einen giftigen Reiniger durch einen harmlosen T wie Technik: Absaugung, Schutzgitter, Lärmschutzkabine O wie Organisation: Arbeitszeiten begrenzen, Bereiche absperren, Abläufe ändern P wie Personen: Persönliche Schutzausrüstung und Unterweisung STOP-Prinzip auf einen Blick MerkmalBeschreibungRechtsgrundlage§ 4 ArbSchG, GefahrstoffverordnungGrundgedankeGefahr an der Quelle bekämpfenHäufigster FehlerSofort zur Schutzausrüstung greifenAnwendungIn jeder Gefährdungsbeurteilung Warum die Reihenfolge wichtig ist Maßnahmen an der Quelle wirken für alle, dauerhaft und unabhängig vom Verhalten Einzelner. Schutzausrüstung wirkt dagegen nur, wenn sie richtig getragen wird. Deshalb gelten individuelle Schutzmaßnahmen nach § 4 ArbSchG als nachrangig. Wie das STOP-Prinzip in die Gefährdungsbeurteilung einfließt, zeigt unser Ratgeber. Beispiel aus der Praxis Eine Lackiererei prüft, wie sich die Belastung durch Lösemittel senken lässt. Zuerst stellt sie auf wasserbasierte Lacke um, dann verbessert sie die Absaugung. Organisatorisch werden Lackierarbeiten auf feste Zeiten gebündelt. Atemschutz ist danach nur noch bei wenigen Sonderarbeiten nötig. Verwandte Begriffe DGUV Vorschrift 1, Persönliche Schutzausrüstung und Gefahrstoffunterweisung. Weitere Begriffe finden Sie im Arbeitsschutz-Glossar. Häufig gestellte Fragen Ist das STOP-Prinzip gesetzlich vorgeschrieben?Die Rangfolge ergibt sich aus dem Arbeitsschutzgesetz und für Gefahrstoffe ausdrücklich aus der Gefahrstoffverordnung. Der Begriff STOP selbst ist eine Merkhilfe. Was bedeutet das V im STOP-Prinzip?Manche Fassungen ergänzen ein V für verhaltensbezogene Maßnahmen wie Unterweisung. Die Grundidee bleibt gleich. Gilt das STOP-Prinzip auch im Büro?Ja. Auch bei Bildschirmarbeit oder Stress gilt: erst Arbeitsplatz und Abläufe verbessern, dann individuelle Maßnahmen.