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Übersicht

Digital Skill Gap: 6 essenzielle digitale Kompetenzen für Mitarbeitende

Erstellt am: 3. Mai 2023
Zuletzt aktualisiert am: 21. Mai 2026
Sofie Bräutigam
Sofie Bräutigam
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Mitarbeiterin lernt am Laptop – digitale Kompetenzen für die moderne Arbeitswelt

Wichtigste Erkenntnisse

  • Der Digital Skill Gap wächst: Die digitale Transformation und insbesondere generative KI verändern Anforderungen schneller als sich Belegschaften anpassen können.
  • Weiterbildung schlägt Ersatz: Angesichts des Fachkräftemangels ist die Qualifizierung bestehender Mitarbeitender für die meisten Unternehmen die nachhaltigere Lösung.
  • KI-Kompetenz ist Pflicht, nicht Kür: Seit Februar 2025 verpflichtet Artikel 4 des EU AI Act Unternehmen, ihren Mitarbeitenden ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz zu vermitteln.
  • Sechs Kompetenzen bilden die Basis: Digitale Grundlagen, Informationsbewertung, Anwendungs-Know-how, KI-Kompetenz, digitale Kommunikation und Datensicherheit.
  • Ein LMS macht die Förderung skalierbar: Über eine zentrale Lernplattform lassen sich digitale Kompetenzen messbar, strukturiert und revisionssicher aufbauen.

In der heutigen Berufswelt sind bestimmte digitale Kompetenzen für Mitarbeitende unverzichtbar – und durch den Sprung in generative KI haben sich die Anforderungen in den letzten Jahren noch einmal grundlegend verschoben. Wir zeigen, worum es geht, welche sechs digitalen Skills heute den Unterschied machen und wie Unternehmen die Kompetenzen ihrer Mitarbeitenden gezielt fördern können.

Inhalt

1. Was bedeutet Digital Skill Gap?
2. Was können Unternehmen tun?
3. 6 essentielle digitale Kompetenzen
4. „Nice to Have“ Kompetenzen
5. Der nächste Schritt
6. Häufige Fragen

Was bedeutet Digital Skill Gap?

Unter Digital Skill Gap versteht man die Kluft zwischen den vorhandenen Fähigkeiten von Mitarbeitenden im digitalen Bereich und den eigentlich erforderlichen Kompetenzen am Arbeitsplatz. Mit dem rasanten Fortschritt der digitalen Transformation – und seit dem Durchbruch generativer KI noch einmal beschleunigt – erfordern immer mehr Arbeitsstellen digitale Kompetenzen, denen Mitarbeitende oft nicht hinterherkommen.

Der Digital Skill Gap ist eine der zentralen Herausforderungen für Unternehmen und Mitarbeitende in den kommenden Jahren. Gelingt es nicht, die Lücke zu schließen, leiden Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit spürbar. Berufstätige mit unzureichenden digitalen Kompetenzen haben gleichzeitig die berechtigte Sorge, abgehängt oder ersetzt zu werden.

Dabei darf der Fachkräftemangel nicht unterschätzt werden: Qualifiziertes Personal mit den passenden digitalen Kompetenzen ist auf dem Markt rar – und teuer. Für die meisten Unternehmen ist es deshalb wirtschaftlich sinnvoller, in die Weiterbildung der bestehenden Belegschaft zu investieren, statt auf Neueinstellungen zu setzen.

Was können Unternehmen tun?

Der erste Schritt zur Schließung des Digital Skill Gap ist eine ehrliche Bestandsaufnahme: Wie sieht der aktuelle Wissensstand im digitalen Bereich tatsächlich aus? Das lässt sich über interne Umfragen, Selbsteinschätzungen oder gezielte Kompetenztests ermitteln. Die Ergebnisse zeigen, wo der größte Schulungsbedarf besteht und welche Themen Priorität haben.

Im Anschluss gibt es im Wesentlichen zwei Wege:

  1. Externe Trainer engagieren und Präsenzschulungen durchführen – sinnvoll bei sehr spezifischen Themen oder wenn der persönliche Austausch im Vordergrund steht.
  2. Digitale Schulungen über ein LMS – die deutlich skalierbarere Lösung, insbesondere wenn größere Teile der Belegschaft erreicht werden sollen. Eine ausführliche Übersicht der Vor- und Nachteile finden Sie in unserem Beitrag zu den Vor- und Nachteilen von E-Learning.

Für die Umsetzung benötigen Unternehmen lediglich eine digitale Lernplattform (LMS) sowie Endgeräte für die Mitarbeitenden. Über das LMS lassen sich digitale Kompetenzen strukturiert, messbar und revisionssicher aufbauen – von den absoluten Grundlagen bis zur KI-Kompetenz auf Fortgeschrittenenniveau.

6 essenzielle digitale Kompetenzen

Aus den Anforderungen moderner Arbeitsplätze lassen sich sechs essenzielle digitale Kompetenzen ableiten, die für Mitarbeitende heute unverzichtbar sind:

1. Digitale Grundlagen

Die Basis bildet das sichere Bedienen eines Computers oder mobilen Endgeräts: das Gerät hochfahren, eine Suchmaschine bedienen, E-Mails verschicken, Dateien erstellen, speichern und in Ordnerstrukturen organisieren. Ohne diese Grundlagen baut alles Weitere auf wackligem Fundament auf.

2. Informationssuche und -bewertung

Mit einer Suchmaschine wie Google oder Bing zu arbeiten, ist die eine Seite – Informationen auf Relevanz und Verlässlichkeit zu prüfen und mehrere Quellen miteinander zu vergleichen, die andere. Beides ist essenziell für die Informationsbeschaffung in nahezu jedem Job.

In den letzten Jahren ist neben klassischen Suchmaschinen das AI-Search-Verhalten dazugekommen: Tools wie Perplexity, ChatGPT oder Gemini liefern direkte Antworten statt Linklisten. Die kritische Bewertung der Quellenlage wird damit noch wichtiger, weil generative Systeme Fakten überzeugend, aber nicht immer korrekt darstellen.

3. Dateneingabe und Anwendungs-Know-how

Fast jeder Job beinhaltet heute die Verarbeitung von Daten – sei es über die Microsoft-Office-Familie (Word, Excel, PowerPoint), das Google-Workspace-Pendant oder spezialisierte Branchenanwendungen. Mitarbeitende sollten zumindest Basiswissen in Texterstellung, einfachen Excel-Funktionen und Präsentationsaufbau mitbringen.

4. KI-Kompetenz

Seit dem Durchbruch generativer KI gehört der souveräne Umgang mit Tools wie ChatGPT, Microsoft Copilot, Claude oder Gemini zu den wichtigsten neuen digitalen Kompetenzen. Mitarbeitende sollten in der Lage sein, passende Prompts zu formulieren, KI-generierte Ergebnisse kritisch zu bewerten, Datenschutzaspekte beim Einsatz einzuhalten und KI dort gezielt einzusetzen, wo sie echten Mehrwert bringt – statt sie zur „Black Box“ werden zu lassen.

Wichtig: Seit Februar 2025 verpflichtet Artikel 4 des EU AI Act Unternehmen, die KI-Systeme einsetzen oder bereitstellen, ihren Mitarbeitenden ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz zu vermitteln. Aus einer „weichen“ Zukunftskompetenz wird damit eine konkrete regulatorische Anforderung – mit klarer Verantwortung bei Geschäftsführung und Personalabteilung.

5. Digitale Kommunikation

Mitarbeitende müssen intern wie extern klar und präzise kommunizieren. Dazu gehören klassische E-Mails ebenso wie Instant-Messaging-Plattformen (Microsoft Teams, Slack, Google Chat) und Videokonferenz-Tools (Zoom, Teams, Meet). Wichtig sind dabei nicht nur die technische Bedienung, sondern auch eine angemessene Netiquette und das Bewusstsein für die Wirkung asynchroner Kommunikation.

6. Datensicherheit und Datenschutz

Mitarbeitende sollten verstehen, wie man persönliche und sensible Informationen sicher handhabt, Passwörter verwaltet (idealerweise über einen Passwort-Manager wie Keeper, 1Password oder Bitwarden), Datenschutzrichtlinien einhält und potenzielle Sicherheitsrisiken wie Phishing erkennt und meldet.

Mit dem Einsatz von KI-Tools kommt eine neue Risikodimension dazu: Mitarbeitende sollten verstehen, welche Unternehmensdaten in öffentliche KI-Tools eingegeben werden dürfen – und welche besser in datenschutzkonformen Enterprise-Lösungen oder On-Premise-Modellen bleiben.

“Nice to Have” digitale Kompetenzen

Über die sechs Pflicht-Kompetenzen hinaus gibt es Skills, die nicht von jedem Mitarbeitenden gleich zu Beginn beherrscht werden müssen – die aber je nach Rolle und Branche einen klaren Mehrwert bringen:

  • Projektmanagement-Tools wie Asana, Notion, Monday oder Trello
  • Social-Media-Kompetenz für LinkedIn, Instagram, TikTok und X (vormals Twitter), um das Unternehmen vielfältig zu repräsentieren
  • Digitales Marketing wie SEO, GEO/AEO (Optimierung für AI-Search-Systeme) und SEM mit Tools wie Google Analytics, Google Search Console, Ahrefs oder Sistrix
  • Automatisierungs-Tools wie Zapier oder Make zur Verknüpfung von Anwendungen ohne Programmieraufwand
  • Asynchrone Zusammenarbeit in verteilten Teams (Loom, Slack-Threads, Notion-Docs)
  • User Experience Design (UX) für Mitarbeitende mit Schnittstelle zu Produkt- oder Webentwicklung

Bringen Ihre Mitarbeitenden diese Skills bereits mit oder wünschen sich Weiterbildung in diesen Bereichen, lohnt sich der gezielte Ausbau definitiv.

Der nächste Schritt

Sie möchten mehr darüber erfahren, wie Sie digitale Kompetenzen systematisch in Ihrem Unternehmen aufbauen und ein passendes LMS einführen? Wir haben einen ausführlichen Leitfaden zu Lernplattformen für Unternehmen für Sie vorbereitet – mit allem Wichtigen zur erfolgreichen Etablierung von E-Learning im Mittelstand, den zentralen Anforderungen an ein modernes LMS und den typischen Stolpersteinen, die es zu vermeiden gilt.

Sie möchten direkt loslegen? Testen Sie die reteach Lernplattform 14 Tage lang kostenlos und unverbindlich und überzeugen Sie sich selbst.

Häufig gestellte Fragen

Was sind die wichtigsten digitalen Kompetenzen für Mitarbeitende?

Zu den sechs essenziellen digitalen Kompetenzen zählen heute: digitale Grundlagen, Informationssuche und -bewertung, Dateneingabe und Anwendungs-Know-how, KI-Kompetenz, digitale Kommunikation sowie Datensicherheit und Datenschutz. Sie bilden die Basis für produktives Arbeiten in praktisch jedem modernen Berufsfeld.

Was bedeutet Digital Skill Gap?

Der Digital Skill Gap beschreibt die Kluft zwischen den digitalen Kompetenzen, die Mitarbeitende mitbringen, und den Anforderungen ihres Arbeitsplatzes. Durch die rasante Digitalisierung und insbesondere durch den Sprung in generative KI wächst diese Lücke schneller, als sich Bildungsangebote anpassen können.

Warum ist KI-Kompetenz für Mitarbeitende verpflichtend?

Seit Februar 2025 verpflichtet Artikel 4 des EU AI Act alle Unternehmen, die KI-Systeme einsetzen oder bereitstellen, ihren Mitarbeitenden ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz zu vermitteln. Aus der „weichen“ Zukunftskompetenz wird damit eine konkrete regulatorische Anforderung mit klarer Verantwortung bei Geschäftsführung und HR.

Wie können Unternehmen digitale Kompetenzen fördern?

Der effektivste Weg ist eine Kombination aus Bedarfsanalyse, strukturierten Lernpfaden und einem geeigneten Learning Management System (LMS). So lassen sich Inhalte zentral bereitstellen, Lernfortschritte messen und Pflichtthemen wie Datenschutz oder KI-Compliance revisionssicher dokumentieren.

Welche digitalen Kompetenzen werden in den nächsten Jahren wichtiger?

Neben KI-Kompetenz gewinnen Datenkompetenz (Daten lesen, interpretieren und kritisch hinterfragen), Cybersecurity-Awareness und der Umgang mit Automatisierungs-Tools wie Zapier deutlich an Bedeutung. Auch GEO/AEO – also Sichtbarkeit in AI-Search-Systemen – etabliert sich gerade als neue Marketing-Kompetenz.

Wie unterstützt ein LMS beim Aufbau digitaler Kompetenzen?

Ein Learning Management System bündelt Lerninhalte, Teilnehmende und Auswertungen an einem Ort. Über strukturierte Lernpfade lassen sich Kompetenzen systematisch aufbauen, Lernfortschritte automatisch dokumentieren und Pflichtschulungen wie KI-Kompetenz gemäß EU AI Act revisionssicher nachweisen.

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