E-Learning für Unternehmen im Mittelstand & KMU

Mit der andauernden Verlagerung von Arbeit in das Home-Office steht für KMU und Mittelstand die Einführung von e-Learning für Weiterbildung, Unterweisungen und Compliance Schulungen an. Dabei geht es zum einen um die von der Personalabteilung organisierte Weiterbildung, die häufig noch auf teuren Schulungen in Präsenz basiert und einen hohen Organisationsaufwand vor allem bei den Unterweisungen mit sich bringt. Zum anderen aber auch um die nicht organisierte Weitergabe von Wissen zwischen den Mitarbeitern (Peer Learning). 

Dieser Leitfaden möchte den Verantwortlichen eine Hilfestellung geben, die Herausforderung zu durchdringen und die richtige Schrittfolge bei einer Digitalisierung von Weiterbildung vorzunehmen. Der Leitfaden richtet sich ausdrücklich nicht an Experten aus der Branche, sondern an Geschäftsführer und Personalverantwortliche im Mittelstand, die sich neu in die Materie einarbeiten. 

Einführung von e-Learning in KMU und Mittelstand

Doch was ist e-Learning überhaupt genau?

Per Definition bedeutet eLearning ganz einfach Lernen auf einem digitalen Gerät. Das kann ein Smartphone, Tablet, Laptop oder Computer sein. eLearning eignet sich für jedes Unternehmen im Mittelstand. Das Alter oder die Berufsrolle der Mitarbeitenden spielt dabei auch keine Rolle. ELearning kann jeder und jede. In der Covid19-Pandemie erfuhr eLearning einen deutlichen Aufschwung und ist seitdem fester Bestandteil in der Weiterbildung von Unternehmen im Mittelstand. Mehr dazu und was Sie als Firma für eLearning benötigen sowie welche verschiedenen Formen es gibt, lesen Sie im Artikel Was ist e-Learning?

Vor- und Nachteile von E-Learning in KMU und Mittelstand 

Ausführliche Informationen zu den Vor- und Nachteilen von e-Learning haben wir in unserem Blogartikel für Sie zusammengefasst. Hier jedoch eine kurze Übersicht:

Die Vorteile von e-Learning 

  • Zeit- und Ortsunabhängiges Lernen: Ihre Teilnehmenden können wo und wann sie wollen lernen 
  • Kostenersparnis: eLearning spart Ressourcen auf allen Ebenen. Mehr Infos dazu im oben verlinkten Blogartikel.  
  • Flexibilität für alle Beteiligten: Sie entscheiden frei, ob Sie Weiterbildung rein online oder in Form von Blended Learning anbieten. E-Learning bietet Ihnen hier einen großen Gestaltungsfreiraum. Ihre Lernenden profitieren, indem sie frei entscheiden, von wo aus und wann sie die Bildungsangebote wahrnehmen. 
  • Abwechslungsreiche Lerninhalte: Quizze, Videos, Texte, Abfragen – im eLearning sind die verschiedensten Formate möglich. Wir verraten Ihnen, weshalb besonders ein Quiz im eLearning auf keinen Fall fehlen darf. 
  • Interaktivität der Teilnehmenden: über die Kommentarfunktion können die Lernenden miteinander kommunizieren und sich austauschen – so macht Weiterbildung mehr Spaß 

Mögliche Nachteile von e-Learning 

  • Technisches Equipment & Grundverständnis benötigt 
  • Mehr Zeit vor dem Bildschirm 
  • Weniger Rückfragen möglich 

Formen von E-Learning für KMU und Mittelstand

Grundsätzlich unterscheidet man im E-Learning zwischen digitalen Live Schulungen (z.B. Webinare) und on-demand Schulungen (abrufbare Online-Kurse). Bei on-demand Schulungen werden die angebotenen Lerninhalte auf einer Lernplattform bzw. einem LMS (Learning Management System) für die Mitarbeiter*innen zur Verfügung gestellt. Diese können die Inhalte in ihrem eigenen Tempo orts- und zeitunabhängig durcharbeiten. 

Synchrones und Asynchrones Lernen 

Bei E-Learning Formaten können grundsätzlich zwei Formate unterschieden werden. Einmal das digitale Live Training, bei dem die Schulung in Echtzeit über eine Video Konferenz oder E-Learning-Plattform abgebildet wird. Zum anderen die asynchronen Formate, die unabhängig von Ort und Zeit in einem selbstständigen Lernen eingesetzt werden. Um es vorwegzunehmen. Es geht nicht um das entweder oder, sondern um die Kombination von beiden in einem digitalen Hybrid Format. 

Blended Learning

Neben einem digitalen hybrid Format wird auch das analoge Präsenztraining weiterhin Bestand haben. Je nach Anforderung und Ausgestaltung erfolgt in der betrieblichen Weiterbildung eine unternehmensspezifische Mischung aus Präsenzschulungen und digitalen Formaten. Diese Kombination wird auch als Blended Learning bezeichnet.

Kohortenbasiertes Lernen 

Es etabliert sich nach und nach ein neuer Lerntrend, der aus den USA kommt: das kohortenbasierte Lernen. Das Ziel ist, dass eine Gruppe (= Kohorte) gemeinsam ein Thema innerhalb eines bestimmten Zeitraums lernt. Es besteht also von vornherein eine klare Orientierung. Dabei können verschiedene Lernformen kombiniert werden, z.B. Gruppenarbeiten, online und offline lernen. Der große Vorteil von kohortenbasiertem Lernen liegt im hohen Lernerfolg, indem Inhalte direkt in der Praxis angewendet werden – der wichtigste Schritt im eLearning. 

Welches Format eignet sich für e Learning in KMU? 

Welches Format am besten für Sie geeignet ist, hängt vor allem von den E-Learning Inhalten ab. So gibt es zum Beispiel Lerninhalte, die besonders für das selbstständige Lernen geeignet sind (wie Softwareanwendungen). Hier wird in der Regel Standardwissen vermittelt und das individuelle Lerntempo ist sehr unterschiedlich. Je nach Vorwissen, Auffassungsgabe und digitalen Skills benötigen die Mitarbeiter oft einen sehr unterschiedlichen Schulungsumfang und ein unterschiedliches Schulungstempo. 

Anders ist es zum Beispiel beim Training für Führungskräfte oder auch bei Trainings, die die Zusammenarbeit im Team betreffen. Hier ist der Austausch zwischen den Teilnehmern so essenziell, dass asynchrone Formate nicht geeignet sind. 

Um dem Begriff digitale Weiterbildung etwas präziser zu erfassen, ist es sinnvoll, sich die wichtigsten Bereiche einmal vor Augen zu führen. 

Anwendungsbereiche e Learning in KMU

E Learning Formate in KMU und Mittelstand eignen sich für nahezu alle Themen mit unterschiedlichen Lernzielen. Wir geben Ihnen einen kurzen Überblick über mögliche E-Learning-Schulungen. 

Unterweisungen & Compliance Schulungen

Für die meisten Personalverantwortlichen in KMU und Unternehmen im Mittelstand beginnt die betriebliche Weiterbildung mit den Pflichtschulungen. Vor allem im Bereich Arbeitssicherheit, Brandschutz und Datenschutz werden die betrieblichen Unterweisungen durch die Fachkräfte für Arbeitssicherheit oder die Personalabteilung als jährlich zu wiederholende Pflichtschulung organisiert.  Die Teilnahme muss im Unternehmen dokumentiert werden. Manchmal ist es zusätzlich notwendig, das erlernte Wissen zu überprüfen, zum Beispiel durch eine Wissensabfrage in einem Quiz. 

Für die interne Dokumentation ist es notwendig, die Teilnahme und den Lernerfolg genau zu dokumentieren. Manchmal wird zudem ein Zertifikat für alle Teilnehmer*innen ausgestellt. 

Für Pflichtschulungen sind E-Learning Inhalte gut geeignet und besonders kostengünstig. Hier kommen die Vorteile des selbstgesteuerten und autonomen Lernens zutage, denn alle Mitarbeiter*innen können die Schulung in ihrem eigenen Rhythmus und von zuhause aus vornehmen. 

Soft Skills

Unter den sogenannten Soft Skills werden vor allem Fähigkeiten verstanden, die die Zusammenarbeit im Unternehmen fördern. Unter Soft Skills fallen persönliche, soziale sowie methodische Kompetenzen. Einfach gesagt beschreiben Soft Skills überfachliche Qualifikationen. 

Anders als die Fachkompetenzen (berufliche Qualifikation, Sprachkenntnisse, Berufserfahrung) lassen sich Soft Skills nicht messen. 

Zu den wichtigsten 10 Soft Skills zählen Eigeninitiative, Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit, Begeisterungsfähigkeit, Belastbarkeit, Anpassungsfähigkeit, Empathie, Charisma, interkulturelle Kompetenz sowie Durchsetzungsvermögen. 

Schon bei der Betrachtung der wichtigsten Soft Skills wird deutlich, dass nicht alle durch Weiterbildungsmaßnahmen gefördert werden können. Viele können aber durchaus durch berufliche Trainings gefördert werden. Diese können durch E-Learning Formate mithilfe von Übungen behandelt werden. 

Software Schulungen

Mit der im Sektor KMU und Mittelstand schnell voranschreitenden Digitalisierung nimmt die Bedeutung von Softwarekenntnissen rasant zu. Für die meisten Softwareanwendungen gilt, dass hier E-Learning für KMU gut geeignet ist, um das notwendige Wissen zu vermitteln und interaktive Übungen einzubeziehen. Besonders, weil bei der Online-Schulung für Software der sogenannte “Screencast” eingesetzt wird. Der Screencast ist eine Videoaufnahme des Bildschirms. Hierbei werden einzelne Softwareprogramme oder Anwendungen mit Bild und Ton erläutert, wobei der Trainer die einzelnen Funktionsbereiche der Software sehr einfach und anschaulich erklären kann. 

Aufgrund der gleichen und wiederkehrenden vermittelten Fähigkeiten in den Softwareanwendungen entstehen durch E-Learning Formate sehr hohe Einsparpotenziale für Unternehmen. 

Betriebsinterne Prozesse

Für die meisten betriebsinternen Prozesse gilt die Besonderheit, dass hier selten auf externe Trainer zurückgegriffen werden kann. Als Beispiel sind Produktschulungen für Vertriebsingenieure zu nennen. Entweder werden betriebsinterne Prozesse durch unternehmensinterne Experten vermittelt oder externe Trainer werden mit der Ausarbeitung von entsprechenden Schulungen beauftragt. Bei kleineren Unternehmen ist dies aus Kostengründen meist nicht möglich. In der Regel ist daher die Vermittlung von betriebsinternen Prozessen durch eigene Mitarbeiter (interne Experten) der beste Weg. Am Ende der erfolgreichen Weiterbildung wird ein Zertifikat für die Teilnehmer*innen ausgestellt. 

Dies setzt jedoch voraus, dass die jeweiligen Mitarbeitenden sich für die Tätigkeit als Online Trainer*in motivieren können und auch die notwendigen Kompetenzen besitzen. Dies gilt nicht nur für methodische und didaktische Fähigkeiten, sondern mit Blick auf E Learning in KMU auch für technische Skills. Hier hilft der Umstand, dass nahezu alle Mitarbeiter aus dem privaten Umfeld ohnehin mit der Aufnahme von Videos mit dem Smartphone vertraut sind. Zudem haben sich die meisten Mitarbeiter durch digitale Konferenzen ohnehin an die Vermittlung von Wissen und den Austausch über Videokonferenz Systeme wie Zoom oder Microsoft Teams gewöhnt. 

Es ist daher davon auszugehen, dass bei der Vermittlung von betriebsinternen Prozessen zunehmend auf die digitale Produktion im Unternehmen zurückgegriffen wird. Dies wird auch als Digital Expert Learning oder User-Generated-Content bezeichnet. Die Grenzen zwischen diesen beiden Bereichen sind fließend. 

Onboarding

Ein Sonderfall der Weiterbildung ist das Onboarding von neuen Mitarbeitenden. Das Onboarding besteht stets aus organisatorischen Aufgaben, wie auch aus der Vermittlung von Wissen in der Phase der Einarbeitung. Diese Wissensvermittlung erfolgt häufig im hohen Maß durch bestehende Kollegen in Form des informellen Lernens. 

Die Zusammenarbeit während des Onboardings enthält eine wichtige soziale Komponente, weil sie es neuen Kollegen ermöglicht, sich schneller im Unternehmen einzuleben. Auf der anderen Seite beinhaltet das Onboarding auch oft eine hohe Anzahl von wiederkehrenden Prozessen, die oft mit der im Unternehmen benutzten Software zu tun haben (z.B. Anlegen und Einreichen eines Urlaubsantrages). Hier liegen zum Teil erhebliche Einsparpotenziale, da die Bestandsmitarbeiter nicht immer die gleichen Fragen beantworten müssen. Diese Einsparpotenziale (vor allem im Softwarebereich) lassen sich sehr gut durch E-Learning Inhalte erzielen

Wie entstehen digitale Lerninhalte?

Für die Einführung von E Learning in KMU werden zwei Dinge benötigt: die erstellten E-Learning-Inhalte und die technische Infrastruktur für die Bereitstellung von E-Learning Formaten. 

In Bezug auf die E-Learning-Inhalte betrachten wir zunächst die technischen Formate und im Anschluss die Produktionsmöglichkeiten für diese. 

E Learning Formate für KMU

Digitale Lerninhalte können in verschiedenen Formaten produziert und bereitgestellt werden. Dies beginnt bei einem einfachen Text oder PDF und reicht über Lernvideos bis hin zu interaktiven Lernformaten im sogenannten SCORM Format. Auf dem Markt haben sich verschiedene Begriffe etabliert wie zum Beispiel WBS für das „Web Based Training“. Dies ist allerdings eher ein Begriff aus der Vergangenheit. Zu unterscheiden sind:

  • Screencast: Eingesprochenes Video Tutorial einer Bildschirmaufnahme
  • (Live) Webinar: Live Präsentation durch einen Moderator
  • (Recorded) Webinar: Aufgezeichnetes Webinar, abrufbar 24/7 on demand
  • Online Video Kurs: Als Video aufgenommenes Training 24/7 on demand
  • Online Kurs: 24/7 on demand Training mit integrierten Interaktionen
  • Live Training: Digitales Training über Videokonferenzsystem mit Interaktion

Wichtig ist auch eine Betrachtung der jeweiligen Datei Formate. Bis auf die Online Schulung können alle genannten Formate als Video im globalen MP4 Format produziert und bereitgestellt werden.

SCORM

Für das interaktive E-Learning hat sich international das sogenannte SCORM Format durchgesetzt. SCORM steht für „Sharable Content Object Reference Model“ und ist ein Referenzmodell für austauschbare elektronische Lerninhalte der Advanced Distributed Learning Initiative. SCORM Formate enthalten die jeweiligen Lernressourcen (Video, pdf, ppt, u.a.) sowie die Zusammenfassung und Strukturierung von Ressourcen zu verteilbaren Lernpaketen. Weitere Komponenten sind das sog. Run-Time Environment für die Speicherung des individuellen Lernfortschritts und dem Sequencing & Navigation für die Ordnung der Lerninhalte in Abhängigkeit zum Nutzerverhalten. SCORM ist somit der herkömmliche Marktstandard für komplexere Online Kurse. Gleichzeitig steht SCORM aber auch für kostenintensive Produktionsformen der Vergangenheit, die für die meisten Unternehmen im Klein- und Mittelstand mit Blick auf die Produktionskosten weniger geeignet sind. Produktionen im MP4 Format sind oft eine bessere Alternative

Wichtig ist außerdem… 

Die jeweiligen Vor- und Nachteile der E-Learning-Formate ergeben sich vor allem aus dem Inhalt der Schulung. So sind für Softwareschulungen vor allem Screencasts gut geeignet, während für Formate mit hoher Interaktion zwischen Trainer und Teilnehmer*innen ein digitales Live Training eher infrage kommt. 

Lerninhalte – Make or Buy? 

Große Unterschiede bestehen vor allem hinsichtlich der Produktionskosten. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die meisten Schulungsinhalte nicht nur einmal produziert, sondern häufig später auch noch aktualisiert werden müssen. Dies ist bei der Auswahl der jeweiligen E-Learning Formate unbedingt zu beachten. Für die Produktion können externe Dienstleister beauftragt werden oder die Produktion erfolgt im Unternehmen selbst. Mehr zum Thema Lerninhalte Make or Buy lesen Sie hier.

Externe Produktion von Inhalten

Es besteht kein Mangel an Agenturen und Anbietern, die E Learning Inhalte für KMU und die digitale Weiterbildung produzieren. Die meisten Dienstleister bieten neben der Produktion ein Full-Service Angebot an und stellen die Inhalte bereits in einem Lernmanagementsystem (LMS) zur Verfügung. Bei den Anbietern sind wiederum vertikale Anbieter von Full-Service Anbietern zu unterscheiden. Vertikale Anbieter sind zum Beispiel nur auf die Produktion von Animationsfilmen für Lerninhalte spezialisiert (Erklärvideos). 

Die Dienstleistung umfasst in der Regel die Produktionsschritte Konzept, Didaktik, Skript, Produktion, Post-Produktion und Bereitstellung

Allerdings sind die meisten dieser Dienstleister für größere Unternehmen tätig, weil die Produktionskosten bei einer ausgelagerten Produktion sehr hoch sind. Für den Sektor KMU und viele Unternehmen im Mittelstand ist es kostengünstiger, die E-Learning-Inhalte selbst zu erstellen. Das hat auch den Vorteil, dass unternehmensinterne Inhalte leichter aktuell gehalten werden können. 

Interne Produktion: Expert Learning & UGC

Viele Unternehmen scheuen sich davor, E-Learning Inhalte selbst zu erstellen, da sie die Aufgabe als sehr komplex einschätzen. Dies gilt vor allem, wenn vorher Angebote von externen Dienstleistungen mit aufwendigen Animationsfilmen und fertigen Lernvideos eingeholt wurden. 

Aber: Der erste Schritt in der Produktion von Lerninhalten ist deutlich einfacher als viele denken. Hier ist eine ähnliche Entwicklung wie bei Webseiten zu sehen. Heute ist die Produktion von Webinhalten über ein einfaches CMS wie WordPress für jeden möglich. 

Ähnlich verhält es sich mit der Produktion von Inhalten für Social Media. Ein Video für Youtube oder Instagram zu produzieren ist kein Hexenwerk. Und wer ein YouTube Video erstellen kann, kann auch E-Learning Videos produzieren. Wir erklären Ihnen, wie Sie in 5 Schritten Ihr eigenes Lernvideo erstellen

So gelingt die interne Produktion

Die interne Produktion ist nicht sinnvoll bei Standardinhalten, wie zum Beispiel Lerninhalten zum Thema Datenschutz, Brandschutz oder Gesundheit am Arbeitsplatz. Solche Inhalte sind in mehrfacher Form bereits vorhanden und können kostengünstig eingekauft und in das eigene LMS eingebunden werden. 

Anders bei unternehmensspezifischen Inhalten. Hier liegt das Wissen meist gänzlich im Unternehmen. Dieses Wissen muss erst auf einen externen Dienstleister übertragen werden, damit dieser die entsprechenden Inhalte erstellen kann. Eine solche Übertragung ist oft ein unnötiger und kostenintensiver Zwischenschritt. 

Wie genau sieht nun die Alternative aus?

Hierzu ein Beispiel. Ein Unternehmen setzt eine auf die eigenen Zwecken angepasste und konfigurierte Software ein. Im Unternehmen gibt es mehrere interne Experten, die von Mitarbeitenden offiziell oder inoffiziell immer wieder angesprochen werden, wenn Fragen zur Anwendung aufkommen. Diese sind ohnehin gewöhnt, die Software zu erklären. Sie haben also alle Kompetenzen, um auch entsprechende digitale Lerninhalte zu erstellen. Ein sinnvoller erster Zwischenschritt besteht darin, eine Einführung in die Software innerhalb einer Videokonferenz mit den Mitarbeitenden durchzuführen. Diese wird als Bildschirmaufnahme mit den Erklärungen der Experten mitgeschnitten. Dieser Mitschnitt kann mit wenigen Handgriffen nachbearbeitet werden und in die interne Software wie Intranet oder via Sharepoint für alle Kolleg*innen bereitgestellt werden. Dies ist ein einfaches Beispiel dafür, wie Unternehmen E-Learning Inhalte selbst erstellen können. 

Dieser Prozess kann im Prinzip auch auf andere Anwendungen übertragen werden, wie z.B. Einweisungen in die Bedienung von Maschinen. Hier kann recht einfach die Einweisung mit einem Smartphone aufgenommen und das Video später aufbereitet werden. 

Auch externe Experten können einbezogen werden. Wenn das Unternehmen zum Beispiel regelmäßig mit externen Trainer*innen zusammenarbeitet, können gemeinsam auch digitale Schulungsmaterial erstellt werden. Die Trainer können sich dann auf die individuelle Betreuung fokussieren und so die lästige Wiederholung von immer gleichen Schulungen reduzieren. 

Pragmatik zahlt sich aus

Wichtig ist es dabei vor allem, die Erwartungen an die Qualität pragmatisch auszurichten. Ein digitales Format für die interne Weiterbildung muss nicht mit einer Hollywoodproduktion konkurrieren. Ganz im Gegenteil. Je authentischer die Inhalte, desto höher die Akzeptanz bei den eigenen Mitarbeitenden. Oft sind es bekannte Kollegen*innen, die eine interne Schulung als Video oder Screencast aufzeichnen. 

Die eigene Erstellung von E Learning Inhalten in KMU folgt auch einem Trend, der in der Branche als „Expert Learning“ oder „User Generated Content“ bezeichnet wird. Dabei werden interne oder externe Experten eingesetzt, die sich für die Vermittlung von Wissen interessieren und die Produktion vornehmen. 

KMU können für die Postproduktion (den Schnitt und die Optimierung von Ton und Bild) externe Hilfe hinzuziehen.

Was ist eigentlich ein LMS und wozu brauche ich es? 

Ein LMS (Learning Management System) zu nutzen, erleichtert den Einstieg ins eLearning für Unternehmen im Mittelstand enorm. Unter LMS versteht man eine Software, mit der Materialien für Online-Schulungen erstellt, verwaltet und organisiert werden können. Diese Lernmaterialien werden dann für Mitarbeitende bereitgestellt und für Weiterbildung, Schulungen etc. genutzt. 

Worauf kommt es bei einem guten LMS an? 

Ein gutes LMS hat verschiedene Funktionen. Wir haben hier 12 wichtige LMS Funktionen für Sie gelistet. Natürlich muss ein LMS nicht ALLE Funktionen besitzen. Setzen Sie Prioritäten für sich und entscheiden Sie, was die Lernplattform für Ihr Unternehmen haben muss und worauf Sie verzichten können. Ausführlichere Erklärungen zu den LMS Funktionen finden Sie hier. 

  • Benutzerfreundlichkeit 
  • Zertifikate ausstellen 
  • Autorentool 
  • Benutzerdefinierte Berichte 
  • Mehrsprachige Unterstützung 
  • Interne Vernetzung 
  • Live-Video 
  • Ansprechendes Design – das Auge isst mit! 
  • Soziale Lernmöglichkeit 
  • Mobiles Lernen 
  • Supportfunktion 
  • Gamification 

Was sind mögliche Vorteile und Nachteile von LMS

Sich mit den Vorteilen von eLearning deckend, liegen die Vorteile von LMS auch vor allem in der Kostenersparnis. Selbstbestimmtes Lernen, Flexibilität, zielgruppengerechte Lerninhalte in verschiedenen Sprachen und die einfachere Organisation von Abläufen gehören zu den Vorteilen. Ein LMS zu integrieren, bedeutet langfristig einen größeren Unternehmenserfolg.  

Mögliche Nachteile liegen im Verlust des unmittelbaren persönlichen Kontaktes der Mitarbeitenden. Die hohe Flexibilität fordert außerdem eine höhere Selbstdisziplin, da die Lernenden frei entscheiden, wann und von wo aus sie lernen. Und: bei Online-Prüfungen lässt es sich leichter schummeln. 

Die nächsten Schritte:

Für mehr Informationen rund um das Thema eLearning im Mittelstand haben wir einen Leitfaden für Sie verfasst. Hier erfahren Sie unter anderem, wie Sie eLearning erfolgreich im Mittelstand etablieren, welche Anforderungen ein LMS erfüllen sollte und auf welche Stolpersteine es zu achten gilt: >> Leitfaden als PDF kostenlos downloaden. Mehr Informationen gibt es außerdem in unserem Blogeintrag „Lernplattformen für Unternehmen„.

Sie möchten noch mehr über das Thema eLearning im Mittelstand erfahren? Nehmen Sie an unseren einstündigen HR-Webinaren zu digitalem Lernen teil – kostenlos und unverbindlich. Wertvolle Informationen zu digitaler Personalarbeit direkt aus der Praxis.  

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