70-20-10-Modell: Wie Menschen im Beruf lernen Kurz erklärt Das 70-20-10-Modell besagt, dass Menschen etwa 70 Prozent ihres beruflichen Könnens durch Erfahrung, 20 Prozent durch Austausch mit anderen und 10 Prozent durch formale Weiterbildung erwerben. Es stammt aus der Forschung des Center for Creative Leadership zur Entwicklung von Führungskräften. Die 3 Lernformen im 70-20-10-Modell 70 Prozent Erfahrung: neue Aufgaben, Projekte, Jobrotation 20 Prozent Austausch: Feedback, Coaching, Mentoring, Peer Learning 10 Prozent formales Lernen: Kurse, Seminare, E-Learning 70-20-10-Modell auf einen Blick MerkmalBeschreibungHerkunftCenter for Creative Leadership, USAUrsprüngliche ZielgruppeFührungskräfteCharakterOrientierung, keine exakte FormelKernaussageLernen findet vor allem im Arbeitsalltag statt Kritik am 70-20-10-Modell Die Zahlen sind keine Messwerte, sondern ein grober Richtwert aus Befragungen. Wer daraus ableitet, formale Schulungen seien unwichtig, liegt falsch: Pflichtschulungen und Grundlagenwissen bilden oft erst die Basis, damit Erfahrung wirken kann. Sinnvoll ist das Modell als Erinnerung, Weiterbildung mit Praxisaufgaben und Austausch zu verbinden. Wie das in einer gesunden Lernkultur aussieht, beschreibt unser Beitrag. Die Herkunft erklärt das Center for Creative Leadership. Beispiel aus der Praxis Eine neue Teamleiterin besucht ein zweitägiges Führungsseminar, das formale Element. Danach führt sie mit Unterstützung ihrer Vorgesetzten die ersten Jahresgespräche selbst durch, das ist die Erfahrung. Einmal im Monat tauscht sie sich mit anderen neuen Führungskräften aus und bekommt Feedback von einem Mentor. So greifen alle drei Lernformen ineinander, und das Seminarwissen wird im Alltag tatsächlich angewendet. Verwandte Begriffe Vergessenskurve, Lernpfad und Blended Learning. Weitere Begriffe finden Sie im E-Learning-Glossar. Häufig gestellte Fragen Ist das 70-20-10-Modell wissenschaftlich belegt?Nur bedingt. Es beruht auf Befragungen erfolgreicher Führungskräfte. Die genauen Anteile sind nicht belegt, die Grundaussage gilt aber als plausibel. Wie setzt man 70-20-10 im Unternehmen um?Indem formale Kurse mit Praxisaufgaben, Feedbackgesprächen und Austausch im Team verknüpft werden, statt isoliert zu stehen. Gilt das Modell auch für Pflichtschulungen?Nur eingeschränkt. Rechtlich geforderte Inhalte müssen nachweisbar vermittelt werden. Praxisbeispiele und Gespräche im Team helfen aber, das Wissen anzuwenden.