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Selbstgesteuertes Lernen: 7 einfache Schritte zur Umsetzung

Erstellt am: 22. Juni 2023
Zuletzt aktualisiert am: 1. Juni 2026
Sofie Bräutigam
Sofie Bräutigam
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Selbstgesteuertes Lernen am Arbeitsplatz: Mitarbeiterin macht sich beim Online-Kurs am Laptop eigene Notizen

Wichtigste Erkenntnisse:

  • Definition: Beim selbstgesteuerten Lernen entscheiden Lernende selbst über Ziele, Inhalte, Methoden und Tempo ihres Lernprozesses.
  • Individualität: Selbstgesteuertes Lernen fördert individuelle Lernwege und die Anpassung an persönliche Bedürfnisse.
  • Motivation: Engagement und Eigenverantwortung steigen, wenn Lernende ihre eigenen Ziele setzen und verfolgen.
  • Unternehmensnutzen: Firmen profitieren von Kosteneinsparungen, höherer Qualifikation und einer positiven Lernkultur.
  • E-Learning als Schlüssel: Eine digitale Lernplattform bietet die ideale Grundlage für selbstgesteuertes Lernen im Unternehmen.

Im selbstgesteuerten Lernen, anders als im Mitarbeiter Coaching oder Peer to Peer Learning, liegt die Verantwortung für den Lernerfolg allein bei den Lernenden. Kann das klappen? Und wie können Unternehmen ihre Mitarbeitenden darin unterstützen, sich eigenständig weiterzubilden? Wir haben Antworten auf alle Fragen und Tipps hier gesammelt.

Inhalt

1. Selbstgesteuertes Lernen – Definition
2. Unterschied zwischen selbstgesteuertem & fremdgesteuertem Lernen
3. Vorteile für Mitarbeitende & Unternehmen
4. Kombination mit e-Learning
5. Wie die Einführung ins Unternehmen gelingt
6. Fazit
7. Mehr zu e-Learning erfahren

Was ist selbstgesteuertes Lernen?

Selbstgesteuertes Lernen bezeichnet eine Lernform, bei der die Verantwortung für den Lernprozess und die Zielerreichung überwiegend bei den Lernenden selbst liegt. Im Gegensatz zu traditionellen Lernansätzen, bei denen eine lehrende Person Inhalt und Lernfortschritt bestimmt, übernehmen die Lernenden eine aktivere Rolle: Sie legen ihre eigenen Lernziele fest, wählen Inhalte und Methoden aus und entscheiden selbst über das Tempo ihres Lernprozesses. Dazu gehört zugleich, dass sie die Verantwortung für ihre eigene Motivation, Organisation und die Reflexion des Gelernten tragen.

Der Begriff geht maßgeblich auf den US-amerikanischen Bildungswissenschaftler Malcolm Knowles zurück, der das selbstgesteuerte Lernen („self-directed learning“) in den 1970er-Jahren in der Erwachsenenbildung prägte. Eine seiner Kernannahmen: Erwachsene haben einen starken Wunsch nach Selbststeuerung und bringen ihre Erfahrungen aktiv in den Lernprozess ein – ein Grundprinzip, das bis heute die betriebliche Weiterbildung beeinflusst.

Selbstgesteuertes und fremdgesteuertes Lernen – Was ist der Unterschied?

Beim fremdgesteuerten Lernen liegt die Verantwortung für den Lernprozess hauptsächlich bei externen Faktoren wie Trainerinnen, Trainern oder vorgeschriebenen Schulungsplänen. Inhalte, Ziele, Methoden und der Zeitplan werden von außen vorgegeben, und auch der Lernerfolg wird extern bewertet. Die Lernenden sind dabei weitgehend passiv.

Im Gegensatz dazu liegt die Verantwortung beim selbstgesteuerten Lernen hauptsächlich bei den Lernenden selbst. Die lehrende Person fungiert eher als unterstützende Begleitung, die bei Bedarf Hilfestellung und Feedback bietet.

In der Praxis sind beide Formen keine starren Gegensätze, sondern lassen sich auf einem Kontinuum zwischen Selbst- und Fremdbestimmung verorten. Komplexe oder völlig neue Themen brauchen oft mehr Anleitung, während vertraute Inhalte gut eigenständig vertieft werden können.

Welche Vorteile hat selbstgesteuertes Lernen?

Unternehmen profitieren von selbstgesteuertem Lernen, indem sie finanzielle Ressourcen für externe Trainings einsparen, da der Lernprozess direkt bei den Mitarbeitenden selbst stattfindet. Außerdem schafft diese Lernform eine vertrauensvolle Lernkultur, in der Unternehmen ihren Mitarbeitenden Zeit und Vertrauen einräumen, sich eigenständig in notwendigen Bereichen weiterzubilden. Das spricht für ein positives Unternehmensklima, in dem sich Mitarbeitende wohlfühlen und bleiben wollen. Nicht zuletzt profitieren Unternehmen von hochqualifizierten Mitarbeitenden, die sich über ihre gesamte Karrierelaufbahn hinweg weiterbilden (Stichwort Talententwicklung).

Auch für die Mitarbeitenden hat selbstgesteuertes Lernen zahlreiche Vorteile:

  • Kollaboration und Wissensaustausch: Auch wenn selbstgesteuertes Lernen individuell ist, schließt es Zusammenarbeit nicht aus – Lernende tauschen sich weiterhin mit Kollegen aus und arbeiten gemeinsam an Projekten.
  • Individuelles Lernen: Lernende wählen ihren eigenen Lernweg und passen Inhalte an ihre Bedürfnisse an.
  • Flexibilität und Autonomie: Lernende haben viel Freiheit bei der Planung. Sie entscheiden, wann, wo und wie sie lernen möchten.
  • Motivation und Engagement: Wer die Kontrolle über den eigenen Lernprozess hat, ist oft intrinsisch motivierter, weil eigene Ziele gesetzt und Fortschritte selbst überwacht werden.
  • Ist die Methode des selbstgesteuerten Lernens einmal verinnerlicht, kann damit lebenslanges Lernen wunderbar umgesetzt werden. 
  • Eigenverantwortung und Selbstständigkeit: Lernende werden ermutigt, ihre Lernbedürfnisse zu erkennen, Ziele zu setzen und Fortschritte eigenständig zu verfolgen.
  • Basis für lebenslanges Lernen: Ist die Methode einmal verinnerlicht, lässt sich damit lebenslanges Lernen wunderbar umsetzen.
  • Anpassungsfähigkeit am Arbeitsplatz: Lernende reagieren schneller auf neue Herausforderungen und entwickeln benötigte Kompetenzen gezielt.
Selbstgesteuertes Lernen im Team: zwei Mitarbeitende lernen gemeinsam und konzentriert an einem Laptop

Kann selbstgesteuertes Lernen mit E-Learning kombiniert werden?

Ja – und zwar äußerst gut. Tatsächlich bieten E-Learning-Plattformen eine ideale Unterstützung für selbstgesteuertes Lernen, da sie Lernenden viel Flexibilität und Autonomie geben. Sie können selbst über das Tempo ihres Lernwegs entscheiden und bevorzugte Lernformen auswählen, etwa Videos, Quizze, Artikel oder Präsentationen.

Ein wichtiger Punkt, damit selbstgesteuertes Lernen funktioniert, sind gute Lernressourcen. Da es in dieser Lernform aber explizit nicht darum geht, passiv geschult zu werden, müssen Unternehmen andere Formen von Ressourcen bereitstellen. Das können Bücher und ausgedruckte Materialien sein – viel sinnvoller ist jedoch eine Online-Lernplattform, auf die alle Mitarbeitenden unbegrenzt Zugriff haben. Sie wählen die Kurse aus, die sie für wichtig halten, und bilden sich im eigenen Tempo weiter, indem sie Inhalte jederzeit erneut abrufen können.

Interessant: Schon Malcolm Knowles wandte seine Lernprinzipien früh auf computergestütztes Lernen an. Beim E-Learning sollte demnach erklärt werden, warum etwas gelernt wird, und die Lernmodule sollten aufgabenorientiert statt auf reines Auswendiglernen ausgerichtet sein – Prinzipien, die modernes E-Learning bis heute prägen.

Sie haben sich noch nicht mit dem Thema E-Learning auseinandergesetzt? Wir erklären Ihnen, worauf es bei der Einführung von E-Learning in KMU und Mittelstand ankommt und wie es sicher funktioniert.

Wie können Unternehmen selbstgesteuertes Lernen einführen?

Die Einführung von selbstgesteuertem Lernen in einem Unternehmen erfordert strategische Planung und eine unterstützende Lernkultur. Diese sieben Schritte helfen dabei:

1. Bewusstsein für die Lernform schaffen

Organisieren Sie ein Meeting, in dem Sie die Mitarbeitenden über Konzept und Vorteile des selbstgesteuerten Lernens informieren. Erklären Sie, wie es die persönliche Entwicklung, lebenslanges Lernen und das Unternehmen insgesamt unterstützt.

2. Führungskräfte einbeziehen

Stellen Sie sicher, dass Führungskräfte das Konzept verstehen und mittragen. Sie sollten als Vorbilder fungieren und die Bedeutung des lebenslangen Lernens in den Teams betonen – idealerweise, indem sie es selbst vorleben.

3. Ressourcen bereitstellen

Geben Sie den Mitarbeitenden die notwendigen Ressourcen an die Hand: Zugang zu Lernmaterialien, Tools und Technologien wie einer E-Learning-Plattform. Wichtig ist, dass die Ressourcen den Bedürfnissen entsprechen – und dass selbstgesteuertem Lernen aktiv Zeit im Arbeitsalltag eingeräumt wird.

4. Lernziele setzen – allein oder mit Hilfe

Unterstützen Sie Mitarbeitende dabei, eigene Lernziele zu setzen und einen individuellen Lernplan zu entwickeln. Ermutigen Sie sie, Interessen und Kompetenzen zu erkennen und auszubauen. Diese Rolle kann eine Führungskraft übernehmen oder – wenn Ressourcen vorhanden sind – eine externe Coaching-Begleitung (z. B. ein Coach pro Team).

5. Lernnetzwerke fördern

Ermutigen Sie Mitarbeitende, sich in Lerngruppen zu organisieren, um Erfahrungen und Wissen auszutauschen. Regelmäßige Treffen, Diskussionsforen oder Online-Tools halten die Motivation auch im selbstgesteuerten Lernen hoch.

6. Feedback und Unterstützung bieten

Etablieren Sie regelmäßiges Feedback, um den Lernfortschritt zu verfolgen und Unterstützung anzubieten – etwa durch Mitarbeiter Coaching, Mentoring oder Peer-to-Peer-Unterstützung. Wichtig ist, dass Mitarbeitende besonders zu Beginn nicht allein gelassen werden.

7. Anerkennung und Belohnung

Erkennen und belohnen Sie Mitarbeitende, die sich aktiv beteiligen und ihre Lernziele erreichen – zum Beispiel über Karriereentwicklungsmöglichkeiten.

Fazit: Es lohnt sich.

Zusammengefasst basiert selbstgesteuertes Lernen auf der Annahme, dass Lernende unterschiedliche Bedürfnisse, Interessen und Vorkenntnisse haben. Indem sie ihren Lernprozess selbst steuern, entwickeln sie individuell passende Strategien, um ihr Lernpotenzial optimal auszuschöpfen. Das bietet sowohl den Mitarbeitenden als auch den Unternehmen große Vorteile. Wird selbstgesteuertes Lernen zusätzlich mit E-Learning kombiniert, steht einer erfolgreichen, eigenständigen Weiterbildung nichts mehr im Weg.

Sie haben sich noch nicht mit dem Thema E-Learning beschäftigt und sind neugierig geworden? Wir haben in unserem Blogpost alle wichtigen Infos gesammelt, die Ihnen eine erfolgreiche Einführung von E-Learning in KMU und Mittelstand ermöglichen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist selbstgesteuertes Lernen?

Selbstgesteuertes Lernen ist eine Lernform, bei der die Lernenden selbst über Ziele, Inhalte, Methoden und Tempo ihres Lernprozesses entscheiden. Sie übernehmen die Verantwortung für Motivation, Organisation und die Reflexion des Gelernten, während eine lehrende Person nur bei Bedarf unterstützt.

Was ist der Unterschied zwischen selbstgesteuertem und fremdgesteuertem Lernen?

Beim fremdgesteuerten Lernen geben externe Instanzen wie Trainer oder Schulungspläne Inhalte, Ziele und Tempo vor, und die Lernenden bleiben passiv. Beim selbstgesteuerten Lernen liegt die Verantwortung bei den Lernenden selbst, und die lehrende Person fungiert als unterstützende Begleitung.

Welche Vorteile hat selbstgesteuertes Lernen für Unternehmen?

Unternehmen sparen Kosten für externe Trainings, fördern eine vertrauensvolle Lernkultur und profitieren von höher qualifizierten, motivierteren Mitarbeitenden. Zudem stärkt es die Mitarbeiterbindung, weil sich Beschäftigte wertgeschätzt fühlen.

Wie lässt sich selbstgesteuertes Lernen mit E-Learning kombinieren?

E-Learning-Plattformen sind die ideale Grundlage, weil sie Flexibilität und Autonomie bieten. Lernende bestimmen Tempo und Lernformate selbst und können Inhalte wie Videos, Quizze oder Artikel jederzeit erneut abrufen.

Wie führen Unternehmen selbstgesteuertes Lernen ein?

Sinnvoll ist ein Vorgehen in sieben Schritten: Bewusstsein schaffen, Führungskräfte einbeziehen, Ressourcen bereitstellen, Lernziele setzen, Lernnetzwerke fördern, Feedback bieten und Engagement anerkennen.

Für wen eignet sich selbstgesteuertes Lernen?

Grundsätzlich für alle Mitarbeitenden – besonders für selbstmotivierte Lernende. Wichtig ist, dass Unternehmen die Bereitschaft zur Selbststeuerung berücksichtigen und gerade am Anfang ausreichend Unterstützung bieten.

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