Übersicht Lernvideo erstellen: in 5 einfachen Schritten zum eigenen Schulungsvideo Erstellt am: 5. September 2023 Zuletzt aktualisiert am: 31. August 2026 Redaktion Teilen auf: Wichtigste Erkenntnisse Fünf Schritte: Konzept, Technik, Aufnahme, Schnitt und Veröffentlichung. Mehr braucht es für ein brauchbares Lernvideo nicht. Kein Studio nötig: Smartphone, Tablet oder Laptop plus externes Mikrofon genügen für den Einstieg. Guter Ton ist wichtiger als gutes Bild. Skript vor Technik: Klare Zielgruppe, ein Lernziel pro Video und ein geschriebenes Skript entscheiden über die Wirkung, nicht die Kamera. Drei Produktionswege: Eigenproduktion, KI-Videoplattform oder externe Produktion. Der Turnus der Aktualisierung entscheidet meist, welcher passt. Kostentreiber: Nicht die Aufnahme, sondern Skript, Schnitt, Sprecherstimme, Untertitel und die Pflege über die Jahre. Rechtlich prüfen: Urheber- und Persönlichkeitsrechte, Untertitel für die Barrierefreiheit und Transparenz bei KI-generierten Inhalten. Ein Lernvideo erstellen Sie in fünf Schritten, vom Konzept über die Aufnahme bis zur Veröffentlichung, ganz ohne Studio oder Profi-Equipment. Dieser Beitrag zeigt, wie Sie Schritt für Schritt ein Lernvideo für Ihr Unternehmen produzieren, welche Tools 2026 relevant sind, was ein Schulungsvideo realistisch kostet und wann sich eine externe Produktion lohnt. Vorkenntnisse brauchen Sie nicht. Ein Smartphone, Tablet oder Laptop und ein einfaches Mikrofon genügen für den Anfang. Der Beitrag richtet sich an Unternehmen, die Mitarbeitende, Auszubildende oder Kundschaft mit Videos schulen wollen, nicht an die Produktion von Imagefilmen oder privaten Videoprojekten. Inhalt 1. Was ist ein Lernvideo?2. Lernvideo, Schulungsvideo oder Erklärvideo?3. Welche Arten von Lernvideos gibt es?4. Lernvideo erstellen in 5 Schritten5. Die besten Tools 20266. Lernvideo erstellen mit KI7. Was kostet ein Lernvideo?8. Selbst erstellen oder erstellen lassen?9. Untertitel, Barrierefreiheit und Rechtliches10. Häufige Fehler beim Lernvideo erstellen11. Wie bringen Sie Lernvideos in Ihr LMS?12. Fazit und nächste Schritte13. Häufig gestellte Fragen Was ist ein Lernvideo? Ein Lernvideo ist ein Video, das gezielt Wissen oder eine Fähigkeit vermittelt, meist in strukturierter, schrittweiser Form. Es kombiniert Bild, Ton und häufig Text, um Lerninhalte anschaulich darzustellen. Entscheidend ist nicht die Machart, sondern das Lernziel: Ein Lernvideo will, dass die Zuschauenden danach etwas können oder wissen, das sie vorher nicht konnten oder wussten. Im E-Learning sind Lernvideos längst Standard. Sie steigern die Aufmerksamkeit durch Bewegtbild und Sprache, sprechen mehrere Sinne gleichzeitig an und ermöglichen Lernen im eigenen Tempo, wiederholbar und ortsunabhängig. Für Unternehmen ist vor allem der Skalierungseffekt relevant: Ein einmal produziertes Video schult zehn oder tausend Personen zu identischen Kosten. Lernvideo, Schulungsvideo oder Erklärvideo? Die Begriffe werden häufig synonym verwendet, gemeint sind aber unterschiedliche Schwerpunkte. Wer intern das passende Wort wählt, vermeidet Missverständnisse in der Abstimmung mit Fachabteilungen und Dienstleistern. BegriffSchwerpunktTypischer EinsatzLernvideoDer Oberbegriff. Betont das Lernziel und den didaktischen Aufbau.Interne Weiterbildung, Kurse, LernpfadeSchulungsvideoBetont den Pflichtcharakter und die Nachweisbarkeit.Unterweisungen, Compliance, Arbeitssicherheit, DatenschutzErklärvideoBetont die verständliche Aufbereitung eines Sachverhalts, oft animiert.Produkterklärung, Prozesse, Marketing und VertriebTutorialBetont die Handlungsanleitung Schritt für Schritt.Softwareeinführung, Bedienung von Maschinen und ToolsScreencastBezeichnet die Technik, nicht den Zweck: die Bildschirmaufnahme.Software, IT-Support, digitale Prozesse Für die Produktion ist der Unterschied durchaus praktisch relevant. Ein Schulungsvideo für eine Pflichtunterweisung braucht eine Lernerfolgskontrolle und eine dokumentierte Teilnahme, ein Erklärvideo nicht. Ein Tutorial lebt von der Bildschirmaufnahme, ein Erklärvideo von Grafik und Sprecherstimme. Welche Arten von Lernvideos gibt es? Es gibt unzählige Formate. Diese sind für Unternehmen am relevantesten: Micro Videos: kurze Videos zu einem einzelnen Thema, unter einer Minute. Ideal für Microlearning und mobiles Lernen. Tutorials: längere Anleitungen zu einem konkreten Thema, meist 10 bis 20 Minuten. Schulungsvideos: der Klassiker im Unternehmenskontext, etwa zu Compliance, Arbeitssicherheit, Datenschutz oder neuer Software. Presentation Videos: aufgezeichnete Präsentationen mit Folien und Stimme, wenn nicht alle live dabei sein können. Screencast Videos: Bildschirmaufnahmen mit Audiospur, um Softwarebedienung oder Problemlösungen zu zeigen. Onboarding- und Azubi-Videos: wiederkehrende Einführungsinhalte, die jedes Jahr denselben Stand vermitteln müssen. Gerade in der Ausbildung lohnt die Eigenproduktion früh, weil dieselben Fragen jährlich neu auftreten. Wie das ins Preboarding und Onboarding eingebettet wird, zeigt unsere Übersicht dazu. Lernvideo erstellen in 5 Schritten So gelingt Ihr Lernvideo von der Idee bis zur Veröffentlichung: Schritt 1: Konzept und Skript entwickeln Bevor Sie ein Lernvideo erstellen, legen Sie die didaktische Grundlage fest. Halten Sie das Konzept schriftlich fest und klären Sie: Was ist das Lernziel? Ein Video, ein Lernziel. Welche Inhalte sind dafür nötig, welche nicht? Wer ist die Zielgruppe, Einsteigende oder Fortgeschrittene? Welche Vorkenntnisse können Sie voraussetzen? Wie lang soll das Video werden und wie ist es aufgebaut? Zur Länge gilt als Orientierung: Micro Videos bleiben unter einer Minute, ein Erklärvideo landet meist bei zwei bis fünf Minuten, ein Tutorial bei fünf bis fünfzehn. Sobald ein Video länger als fünfzehn Minuten wird, gehört es in mehrere Teile geschnitten. Der zweite Teil dieses Schritts wird am häufigsten übersprungen und richtet den größten Schaden an: das Skript. Spontan vor der Kamera zu sprechen klappt selten. Ein einfaches Zwei-Spalten-Skript genügt, links das Bild, rechts der Text. Skript-Vorlage zum Kopieren Titel des Videos: Lernziel (ein Satz, beginnend mit „Nach diesem Video kann ich …“): Zielgruppe: Geplante Länge: | Zeit | Bild / Aktion | Sprechtext | |-------|--------------------------------|-----------------------------------| | 00:00 | Titelfolie | Begrüßung, Lernziel benennen | | 00:15 | Bildschirmaufnahme Schritt 1 | ... | | 00:45 | Bildschirmaufnahme Schritt 2 | ... | | ... | | | | Ende | Zusammenfassung, nächster Schritt | Kernaussage wiederholen | Benötigte Materialien (Folien, Screenshots, Grafiken): Wer prüft fachlich? Wer prüft rechtlich (Urheberrecht, Personen im Bild)? Nächste Aktualisierung geplant für: Die letzte Zeile ist die wichtigste. Wer beim Konzept keinen Aktualisierungstermin festlegt, hat in zwei Jahren eine Videobibliothek, die niemand mehr pflegt. Schritt 2: Technik vorbereiten Smartphone, Tablet oder Laptop genügen. Achten Sie auf: Externes Mikrofon. Der wichtigste Punkt der ganzen Liste. Schlechter Ton lässt Zuschauende abbrechen, mittelmäßiges Bild nicht. Stativ oder Halterung, damit das Bild nicht wackelt Gute Beleuchtung, Tageslicht von vorn oder ein einfaches Ringlicht Ruhige Umgebung ohne Hintergrundgeräusche, Klimaanlage und Lüfter mitgedacht Bei Screencasts: aufgeräumter Desktop, Benachrichtigungen aus, Testdaten statt echter Kundendaten Schritt 3: Aufnahme durchführen Nehmen Sie idealerweise in Full HD (1920 × 1080 Pixel) oder höher auf und schalten Sie mobile Geräte in den Flugmodus. Planen Sie genug Zeit ein, einzelne Sequenzen werden oft mehrfach aufgenommen. Zwei Praxistipps, die den Schnitt stark verkürzen: etwas langsamer sprechen als gewohnt und bewusste Pausen zwischen den Abschnitten machen. Und bei einem Versprecher nicht neu starten, sondern den ganzen Satz wiederholen. Im Schnitt bleibt dann nur die gelungene Version. Schritt 4: Lernvideo schneiden Beim Schnitt fügen Sie Ihre Aufnahmen zusammen, kürzen Pausen und ergänzen Texte, Übergänge und Musik. Halten Sie sich hier kurz: Ein sauberer Schnitt ohne Effekte wirkt professioneller als ein überladener. Untertitel entstehen an dieser Stelle am günstigsten, siehe Abschnitt 9. Schritt 5: Lernvideo veröffentlichen Prüfen Sie zum Schluss, ob das Video das Lernziel erfüllt und die Inhalte verständlich sind. Ein Testlauf mit zwei bis drei Personen aus der Zielgruppe deckt Schwachstellen zuverlässig auf, und zwar zuverlässiger als eine weitere Runde im Projektteam. Prüfen Sie außerdem, dass keine Urheber- oder Persönlichkeitsrechte verletzt werden, also Musik, Bilder und gezeigte Personen. Anschließend laden Sie das Lernvideo auf Ihre Lernplattform (LMS) hoch, wo Zuordnung, Teilnahme und Nachweis geregelt sind. Die besten Tools zum Lernvideo erstellen 2026 Die Tool-Landschaft hat sich stark verändert. Der einst beliebte Windows Movie Maker wurde 2017 eingestellt, Downloads von Drittseiten sind unsicher. Diese Programme sind heute relevant: ToolPlattformPreisIdeal fürCapCutMobil / BrowserBasis kostenlosSchneller mobiler Schnitt, Auto-UntertitelClipchampWindows / Browserin Microsoft 365 enthaltenEinstieg im Microsoft-Umfeld, KI-VoiceoverDaVinci ResolveWindows / MacBasis kostenlosAnspruchsvolle Projekte, Profi-FunktioneniMovieMac / iPhonekostenlosEinsteigende im Apple-ÖkosystemCamtasiaWindows / MackostenpflichtigScreencasts und Schulungsvideos mit Voice-Over Für kostenlose Projekte genügen CapCut, DaVinci Resolve, iMovie oder die Open-Source-Programme Shotcut und OpenShot. Für Screencasts sind neben Camtasia auch Loom für schnelle Teamaufnahmen und Descript für textbasierten Schnitt über das Transkript verbreitet. Ein Hinweis zur Auswahl: Die Funktionsumfänge der kostenlosen Varianten und die Lizenzmodelle ändern sich häufig. Prüfen Sie vor der Einführung im Unternehmen, ob die kostenlose Version kommerzielle Nutzung erlaubt und wo die Daten verarbeitet werden. Gerade bei Browser-Tools verlässt Ihr Rohmaterial dabei das Unternehmen. Lernvideo erstellen mit KI KI-gestützte Videoplattformen verändern, wie Unternehmen Schulungsvideos produzieren. Statt selbst vor der Kamera zu stehen, schreiben Sie ein Skript, wählen einen Avatar und eine Stimme, und die Plattform rendert das Video. Verbreitete Anbieter: Synthesia — weit verbreitet für interne Schulungen, große Sprachauswahl, Angaben zur DSGVO-Konformität beim Anbieter prüfen HeyGen — realistische Avatare, Voice Cloning, schnelle Übersetzung in viele Sprachen Colossyan — auf Learning und Development ausgerichtet, mit Szenario-Builder und interaktiven Elementen Wofür sich KI-Lernvideos besonders eignen: Onboarding-Reihen mit regelmäßigem Aktualisierungsbedarf Pflichtschulungen zu Datenschutz, Compliance und Arbeitssicherheit mehrsprachige Trainings für Standorte in mehreren Ländern Inhalte, die häufig kleine Änderungen erfahren: Skript anpassen, neu rendern, fertig Wo die Grenzen liegen: Avatare eignen sich schlecht, wenn Glaubwürdigkeit an einer bekannten Person hängt, etwa bei einer Botschaft der Geschäftsführung. Auch handwerkliche Abläufe an Maschinen lassen sich nicht durch einen Avatar ersetzen, hier braucht es echte Aufnahmen. Zwei Punkte gehören vor dem Rollout geklärt. Erstens die fachliche Verantwortung: Die Plattform produziert das Video, für die Richtigkeit der Inhalte stehen Sie ein. Bei sensiblen Themen gehört das Skript in die fachliche und juristische Prüfung. Zweitens die Transparenz gegenüber den Lernenden, dazu mehr in Abschnitt 9.emen sollten Sie die Inhalte juristisch prüfen lassen. Die KI produziert das Video – für die fachliche Korrektheit sind Sie verantwortlich. Was kostet ein Lernvideo? Eine pauschale Antwort gibt es nicht, weil die Preisspanne von der Produktionsart abhängt. Verlässlicher ist der Blick auf die Kostentreiber. Die Aufnahme selbst ist fast nie der teure Teil. KostentreiberWarum er ins Gewicht fälltSkript und KonzeptDer zeitintensivste Schritt, meist interne Arbeitszeit von Fachabteilung und L&DFachliche AbstimmungBei Compliance-Themen mehrere Prüfrunden, oft mit RechtsabteilungSprecherstimmeProfessionelle Aufnahme oder KI-Stimme, pro Minute abgerechnetSchnitt und GrafikSkaliert mit dem Anspruch, Animationen deutlich teurer als ScreencastUntertitel und TranskriptMarktpreise für professionelle Untertitel liegen bei rund 5 bis 15 Euro pro Videominute, Transkripte ab etwa 2 Euro pro MinuteAudiodeskriptionFür einen typischen Unternehmensfilm sind Größenordnungen von einigen Hundert bis rund tausend Euro üblichMehrsprachigkeitBei klassischer Produktion pro Sprache neu, bei KI-Plattformen deutlich günstigerPflege über die JahreDer am häufigsten unterschätzte Posten: Wer aktualisiert das Video, wenn sich der Prozess ändert? Für die Entscheidung praktisch ist eine einfache Rechnung: Teilen Sie die Gesamtkosten nicht durch die Anzahl der Videos, sondern durch die Anzahl der geschulten Personen über die geplante Laufzeit. Ein Video, das drei Jahre lang 400 Menschen schult, rechnet sich bei ganz anderen Produktionskosten als eines für eine einmalige Zielgruppe von zwölf Personen. Der zweite Rechenschritt betrifft die Aktualisierungsfrequenz. Inhalte, die sich jährlich ändern, sollten so produziert werden, dass eine Aktualisierung wenige Stunden kostet und nicht einen neuen Drehtag. Selbst erstellen oder erstellen lassen? Ob Sie ein Lernvideo selbst erstellen oder erstellen lassen, hängt von Zeit, Budget, Anspruch und vor allem vom Aktualisierungsbedarf ab. Drei Wege stehen zur Wahl. EigenproduktionKI-VideoplattformExterne ProduktionVorlaufkurzsehr kurzmehrere WochenKosten pro Videoniedrig, überwiegend Arbeitszeitniedrig bis mittel, LizenzkostenhochAktualisierungjederzeit selbstSkript ändern, neu rendernjede Änderung kostet erneutMehrsprachigkeitaufwendigeinfachteuerOptiksolide bis gutgleichmäßig, aber generischam bestenEignet sich fürinterne Schulungen, Screencasts, ProzessePflichtschulungen, Onboarding, viele SprachenImagefilme, Kundenschulungen mit hohem Anspruch, aufwendige Animationen Als Faustregel: Alles, was sich regelmäßig ändert, gehört in die Eigenproduktion oder auf eine KI-Plattform. Alles, was jahrelang unverändert bleibt und nach außen wirkt, kann eine externe Produktion rechtfertigen. Wenn Sie extern produzieren lassen, klären Sie vorab: Wem gehören die Rohdaten und Projektdateien? Ohne sie ist jede Änderung eine Neuproduktion. Welche Nutzungsrechte erhalten Sie, zeitlich und räumlich unbegrenzt? Sind Untertitel und Transkript im Angebot enthalten oder werden sie nachberechnet? Wie sieht der Preis für eine Aktualisierung in zwei Jahren aus, vertraglich festgehalten? In welchem Format wird geliefert, und lässt sich das in Ihr LMS einbinden, idealerweise als SCORM-Paket? Werden personenbezogene Daten verarbeitet, etwa Aufnahmen von Mitarbeitenden, und gibt es dafür einen Auftragsverarbeitungsvertrag? Wer keine eigene Produktion aufbauen, aber trotzdem sofort schulen möchte, kann fertige Inhalte einsetzen. reteach stellt selbstproduzierte Kurse bereit, die sich entweder direkt nutzen oder als Kurse für Ihr LMS in eine bestehende Plattform einbinden lassen. Für den Aufbau kompletter Kurse hilft der Beitrag E-Learning selbst erstellen. Untertitel, Barrierefreiheit und Rechtliches Drei rechtliche Themen sollten Sie klären, bevor das erste Video online geht. 1. Urheber- und Persönlichkeitsrechte Musik, Bilder, Schriften und Filmausschnitte brauchen eine Lizenz, die kommerzielle Nutzung erlaubt. Bei Aufnahmen von Mitarbeitenden brauchen Sie eine schriftliche Einwilligung für die konkrete Verwendung, und Sie sollten regeln, was passiert, wenn die Person das Unternehmen verlässt. Für interne Schulungsvideos ist das der häufigste Stolperstein. 2. Untertitel und Barrierefreiheit Untertitel sind zunächst ein Verständlichkeitsthema: Ein großer Teil der Belegschaft schaut Videos ohne Ton, im Büro oder unterwegs. Zusätzlich gibt es einen rechtlichen Rahmen. Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) ist seit dem 28. Juni 2025 in Kraft und setzt den European Accessibility Act in deutsches Recht um. Es betrifft Produkte und Dienstleistungen, die sich an Verbraucherinnen und Verbraucher richten, und verlangt für Videos mit gesprochenem Inhalt Untertitel. Kleinstunternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten und maximal 2 Millionen Euro Jahresumsatz sind von den Dienstleistungspflichten ausgenommen. Für rein interne Schulungsvideos greift das BFSG in der Regel nicht. Relevant wird es, sobald Lernvideos Teil eines Angebots an Kundschaft werden, etwa in einer Kundenakademie, bei Kunden- und Produktschulungen oder in einem Onlineshop. Wer ohnehin produziert, sollte Untertitel von Anfang an mitplanen, weil die Nachrüstung teurer ist als die gleichzeitige Erstellung. Ob Ihr konkretes Angebot unter das BFSG fällt, klären Sie im Zweifel juristisch. 3. Transparenz bei KI-generierten Inhalten Wenn Sie Avatare, synthetische Stimmen oder KI-generierte Bilder einsetzen, kommt die KI-Verordnung ins Spiel. Sie verlangt Transparenz bei künstlich erzeugten oder manipulierten Inhalten, damit erkennbar bleibt, dass sie nicht echt sind. Einzelne Fristen zur Kennzeichnung wurden über den Digital Omnibus verschoben und sind zu beobachten. Unabhängig von der genauen Rechtslage empfiehlt sich ein kurzer Hinweis im Video oder in der Kursbeschreibung, dass Stimme und Avatar KI-generiert sind. Das kostet nichts und beugt Irritationen in der Belegschaft vor. Wie sich die Schulungspflichten aus der Verordnung insgesamt darstellen, behandelt der Beitrag zur KI-Schulungspflicht. Häufige Fehler beim Lernvideo erstellen Zu viel Perfektionismus. Es geht nicht um den preisverdächtigen Schnitt, sondern darum, Wissen zu vermitteln. Pragmatik spart Budget und Zeit. Zielgruppe unklar. Neue Teammitglieder ohne Vorwissen oder erfahrene Beschäftigte? Wer nicht differenziert, verfehlt das Lernziel. Zu viel Fokus auf Bild, zu wenig auf Ton. Eine teure Kamera rettet kein Video mit hallendem Ton. Das Mikrofon ist die bessere Investition. Kein Skript oder Storyboard. Spontan vor der Kamera zu sprechen klappt selten. Schon ein grobes Skript führt zu klareren Aussagen. Mehrere Lernziele in einem Video. Was drei Dinge erklären will, erklärt am Ende keines. Besser aufteilen. Zu lang. Über fünfzehn Minuten sinkt die Abschlussquote deutlich. Kapitel bilden statt durchziehen. Keine Aktualisierungsverantwortung. Inhalte veralten. Legen Sie von Anfang an fest, wer wann prüft. Nur die Produktion geplant, nicht die Verteilung. Ein Video auf einem Netzlaufwerk schult niemanden. Zuordnung, Erinnerung und Nachweis gehören mitgedacht. Wie bringen Sie Lernvideos in Ihr LMS? Ein fertiges Video ist nur die halbe Strecke. Damit daraus eine Schulung wird, braucht es eine Plattform, die vier Dinge leistet: Zuordnung: Wer muss welches Video bis wann sehen, automatisch nach Rolle, Standort oder Eintrittsdatum Lernerfolgskontrolle: ein Quiz nach dem Video, damit aus Ansehen ein Nachweis wird Dokumentation: Teilnahme, Ergebnis und Zertifikat, auswertbar für Audits und Unterweisungsnachweise Wiedervorlage: automatische Erinnerung, wenn eine jährliche Schulung erneut fällig ist Genau diese Schritte übernimmt ein Learning Management System. Eigene Videos laden Sie hoch, extern produzierte Inhalte binden Sie idealerweise als SCORM-Paket ein. Worauf es bei der Auswahl ankommt, zeigt die Checkliste mit den Anforderungen an ein LMS. Fazit und nächste Schritte Lernvideos eignen sich hervorragend, um digitales Lernen abwechslungsreich und effizient zu gestalten. Sie sind universell einsetzbar und fördern individuelles Lernen, weil Mitarbeitende pausieren, zurückspulen und im eigenen Tempo lernen können. Für den Start gilt: ein Lernziel, ein Skript, ein einfaches Mikrofon. Wer skalieren will, prüft KI-Plattformen für Pflichtschulungen und mehrsprachige Inhalte. Wer nach außen produziert, klärt vorher Rohdaten, Nutzungsrechte und Aktualisierungspreise. Ein konkreter erster Schritt: Nehmen Sie die Skript-Vorlage aus Abschnitt 4, wählen Sie den Prozess, der intern am häufigsten erklärt werden muss, und produzieren Sie dazu ein Video von drei Minuten. Danach wissen Sie belastbar, wie viel Aufwand die eigene Produktion in Ihrem Unternehmen wirklich bedeutet. Wenn Sie mit E-Learning grundsätzlich starten, hilft der Beitrag zur Einführung von E-Learning im Mittelstand und KMU. Häufig gestellte Fragen Wie erstelle ich ein Lernvideo?In fünf Schritten: Konzept und Skript entwickeln, Technik vorbereiten, aufnehmen, schneiden und auf der Lernplattform veröffentlichen. Ein Smartphone, Tablet oder Laptop mit externem Mikrofon genügt für den Einstieg, ein Studio ist nicht nötig. Wie lang sollte ein Lernvideo sein?Als Orientierung: Micro Videos unter einer Minute, Erklärvideos zwei bis fünf Minuten, Tutorials fünf bis fünfzehn Minuten. Ab etwa fünfzehn Minuten sinkt die Abschlussquote deutlich, dann ist eine Aufteilung in mehrere Teile sinnvoll. Was kostet ein Lernvideo?Das hängt von der Produktionsart ab. Bei Eigenproduktion fallen vor allem interne Arbeitszeit und geringe Toolkosten an, KI-Plattformen arbeiten mit Lizenzgebühren, externe Produktionen liegen deutlich darüber. Die größten Kostentreiber sind Skript, fachliche Abstimmung, Sprecherstimme, Untertitel und die Pflege über die Jahre. Kann ich Lernvideos kostenlos erstellen?Ja. Aufnahme mit vorhandenem Gerät, Schnitt mit einem kostenlosen Programm und Veröffentlichung über Ihre bestehende Plattform verursachen keine zusätzlichen Lizenzkosten. Prüfen Sie bei kostenlosen Tools, ob die kommerzielle Nutzung erlaubt ist und wo die Daten verarbeitet werden. Wann lohnt es sich, ein Schulungsvideo erstellen zu lassen?Wenn der Inhalt jahrelang unverändert bleibt, nach außen wirkt und einen hohen gestalterischen Anspruch hat, etwa bei Kundenschulungen oder aufwendigen Animationen. Alles, was sich regelmäßig ändert, ist intern oder über eine KI-Plattform günstiger und schneller. Klären Sie bei externer Vergabe vorab Rohdaten, Nutzungsrechte und den Preis späterer Aktualisierungen. Brauchen Lernvideos Untertitel?Für die Verständlichkeit auf jeden Fall, weil viele Videos ohne Ton geschaut werden. Rechtlich verlangt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz seit dem 28. Juni 2025 Untertitel für Videos in verbraucherorientierten Angeboten. Rein interne Schulungsvideos fallen in der Regel nicht darunter. vorheriger Artikel nächster Artikel Teilen auf: Das könnte außerdem für Sie interessant sein: Schulungskonzept erstellen: Schritt für Schritt (inkl. 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Einer der Schlüsselfaktoren für den Erfolg eines E-Learning-Projekts sind die Lerninhalte. Sie können diese teuer einkaufen - oder einfach und kostenlos selbst kreieren. Wir erklären in der Serie „Endlich einfach", wie es garantiert klappt. Vorab sei gesagt: Jeder kann E-Learning selbst erstellen!