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Einführung von E-Learning in KMU und Mittelstand: Der Praxis-Leitfaden in 6 Schritten

Erstellt am: 29. November 2021
Zuletzt aktualisiert am: 20. Mai 2026
Andreas Bersch
Andreas Bersch
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Geschäftsführer und HR-Verantwortliche planen die Einführung von E-Learning in KMU und Mittelstand am Laptop

Wichtigste Erkenntnisse

  • E-Learning ist die Zukunft der Weiterbildung: Digitales Lernen hat sich auch in KMU und Mittelstand fest etabliert und ersetzt zunehmend klassische Präsenzschulungen.
  • Kostenersparnis ist der größte Hebel: Orts- und zeitunabhängiges Lernen reduziert Reise-, Trainer- und Ausfallkosten gegenüber Präsenzformaten deutlich.
  • Strukturierte Planung entscheidet: Die Einführung von E-Learning in KMU und Mittelstand braucht eine klare Schrittfolge – von der Bedarfsanalyse bis zur Auswahl des LMS.
  • Make or Buy je nach Inhaltstyp: Standardthemen wie Datenschutz oder Brandschutz lassen sich kostengünstig einkaufen, unternehmensspezifische Inhalte produzieren Sie besser intern.
  • Ein LMS bündelt alle Lernformate: Digitale Kurse, Blended Learning und Präsenzschulungen lassen sich über eine zentrale Lernplattform organisieren und dokumentieren.
  • Anforderungen vor Funktionen: Ein LMS sollte nach den konkreten Bedürfnissen Ihres Unternehmens ausgewählt werden – nicht nach maximalem Funktionsumfang.

Digitales Lernen ist die Zukunft der Weiterbildung. Nicht nur für große Unternehmen, sondern auch für KMU und Mittelstand steht die Einführung von E-Learning an. Dabei geht es zum einen um die von der Personalabteilung organisierte Weiterbildung, die häufig noch auf teuren Präsenzschulungen basiert und einen hohen Organisationsaufwand vor allem bei den Unterweisungen mit sich bringt. Zum anderen aber auch um die nicht-organisierte Weitergabe von Wissen zwischen den Mitarbeitenden (Peer-to-Peer Learning).

Gewusst wie, ist eine Lernplattform für Unternehmen die perfekte Alternative zu Moodle und Ilias, den wohl bekanntesten Lernplattformen auf dem Markt.

Unser Beitrag richtet sich ausdrücklich nicht an Experten aus der Branche, sondern an Geschäftsführer und Personalverantwortliche im Mittelstand, die sich neu in die Materie einarbeiten. Dieser Leitfaden hilft den HR-Verantwortlichen dabei, die Herausforderung zu meistern und die richtige Schrittfolge bei der Digitalisierung der Weiterbildung vorzunehmen.

Inhalt

1. Was ist E-Learning?
2. Vor- und Nachteile von E-Learning
3. Verschiedene Formen von E-Learning
4. Welches Format eignet sich für KMU?
5. Anwendungsbereiche in KMU
6. Wie entstehen Lerninhalte?
7. Lerninhalte – Make or Buy?
8. So gelingt die interne Produktion
9. Was ist ein LMS?
10. Worauf kommt es bei einem guten LMS an?
11. Vorteile und Nachteile von LMS
12. E-Learning 2026: Welche Trends prägen die betriebliche Weiterbildung?
13. Die nächsten Schritte
14. Häufige Fragen

Was ist E-Learning?

Per Definition bedeutet E-Learning ganz einfach Lernen auf einem digitalen Gerät. Das kann ein Smartphone, Tablet, Laptop oder Computer sein. E-Learning eignet sich für jedes Unternehmen im Mittelstand. Das Alter und der Beruf der Mitarbeitenden spielen dabei keine Rolle – E-Learning kann jede und jeder.

In der Covid19-Pandemie erfuhr E-Learning einen deutlichen Aufschwung und ist seitdem fester Bestandteil in der Weiterbildung von Unternehmen im Mittelstand. Laut einer Erhebung des Branchenverbands Bitkom nutzt inzwischen die Mehrheit der deutschen Unternehmen digitale Lernangebote für die betriebliche Weiterbildung.

Mehr zum Thema E-Learning, was Sie als Unternehmen dafür benötigen sowie welche verschiedenen Formen es gibt, lesen Sie im Beitrag Was ist E-Learning?.

Welche Vor- und Nachteile hat E-Learning für KMU und Mittelstand?

Bevor Sie E-Learning in Ihrem Unternehmen einführen, lohnt sich ein klarer Blick auf die Stärken und Grenzen digitaler Lernformate. Ausführliche Informationen zu den Vor- und Nachteilen von E-Learning haben wir in unserem Blogbeitrag für Sie zusammengefasst. Hier eine kurze Übersicht:

Die Vorteile von E-Learning

  • Zeit- und ortsunabhängiges Lernen: Ihre Teilnehmenden können lernen, wo und wann sie wollen.
  • Kostenersparnis: E-Learning spart Ressourcen auf allen Ebenen – Reise-, Trainer- und Ausfallkosten sinken deutlich.
  • Flexibilität für alle Beteiligten: Sie entscheiden frei, ob Sie Weiterbildung rein online oder als Blended Learning anbieten. E-Learning bietet hier großen Gestaltungsfreiraum.
  • Abwechslungsreiche Lerninhalte: Quizze, Videos, Texte, Abfragen – im E-Learning sind die verschiedensten Formate möglich. Wir verraten Ihnen, weshalb besonders ein Quiz im E-Learning auf keinen Fall fehlen darf.
  • Interaktivität der Teilnehmenden: Über die Kommentarfunktion können Lernende miteinander kommunizieren – so macht Weiterbildung mehr Spaß.

Mögliche Nachteile von E-Learning

  • Technisches Equipment und ein digitales Grundverständnis sind nötig.
  • Mehr Bildschirmzeit für die Mitarbeitenden.
  • Direkte Rückfragen sind nur eingeschränkt möglich.

Welche Formen von E-Learning gibt es für KMU und Mittelstand?

Vor der Einführung von E-Learning in KMU und Mittelstand sollten Sie sich einen Überblick über die verschiedenen Formate verschaffen. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen digitalen Live-Schulungen (z. B. Webinare) und on-demand-Schulungen (abrufbare Online-Kurse). Bei on-demand-Schulungen werden die Lerninhalte auf einer Lernplattform bzw. einem LMS (Learning Management System) für die Mitarbeitenden bereitgestellt. Diese können die Inhalte in ihrem eigenen Tempo orts- und zeitunabhängig durcharbeiten.

Synchrones und asynchrones Lernen

Bei E-Learning-Formaten unterscheidet man grundsätzlich zwei Modi: das digitale Live-Training, bei dem die Schulung in Echtzeit über eine Video-Konferenz oder Lernplattform stattfindet. Und die asynchronen Formate, die unabhängig von Ort und Zeit im selbstständigen Lernen eingesetzt werden. Um es vorwegzunehmen: Es geht nicht um das Entweder-oder, sondern um die Kombination beider Formate in einem digitalen Hybrid-Format.

Blended Learning

Neben einem digitalen Hybrid-Format hat auch das analoge Präsenztraining weiterhin Bestand. Je nach Anforderung und Ausgestaltung erfolgt in der betrieblichen Weiterbildung eine unternehmensspezifische Mischung aus Präsenzschulungen und digitalen Formaten. Diese Kombination wird auch als Blended Learning bezeichnet.

Zwei Mitarbeitende lernen gemeinsam am Laptop – Blended Learning verbindet Online-Lernen und persönlichen Austausch

Kohortenbasiertes Lernen

Es etabliert sich nach und nach ein neuer Lerntrend, der aus den USA kommt: das kohortenbasierte Lernen. Ziel ist, dass eine Gruppe (= Kohorte) gemeinsam ein Thema innerhalb eines bestimmten Zeitraums lernt. Es besteht also von vornherein eine klare Orientierung. Dabei lassen sich verschiedene Lernformen kombinieren – etwa Gruppenarbeiten, digitales Lernen und Präsenzschulungen. Der große Vorteil: ein hoher Lernerfolg, da Inhalte direkt in der Praxis angewendet werden – der wichtigste Schritt im E-Learning.

Welches Format eignet sich für E-Learning in KMU?

Welches Format am besten zu Ihnen passt, hängt vor allem von den E-Learning-Inhalten ab. Auch darüber sollten Sie sich vor der Einführung Gedanken machen. Es gibt Lerninhalte, die besonders für selbstgesteuertes Lernen geeignet sind – etwa Softwareanwendungen. Hier wird in der Regel Standardwissen vermittelt, und das individuelle Lerntempo ist sehr unterschiedlich. Je nach Vorwissen, Auffassungsgabe und digitalen Skills benötigen die Mitarbeitenden einen unterschiedlichen Schulungsumfang.

Anders ist es beim Training für Führungskräfte oder bei Schulungen zur Zusammenarbeit im Team. Hier ist der Austausch zwischen den Teilnehmenden so essenziell, dass asynchrone Formate nicht geeignet sind.

Um den Begriff digitale Weiterbildung präziser zu erfassen, ist es sinnvoll, sich die wichtigsten Bereiche einmal vor Augen zu führen.

In welchen Bereichen lässt sich E-Learning in KMU einsetzen?

E-Learning-Formate in KMU und Mittelstand eignen sich für nahezu alle Themen und Lernziele. Im Folgenden ein Überblick über die wichtigsten Anwendungsbereiche – von Pflichtschulungen über Soft Skills bis zum Onboarding neuer Mitarbeitender.

Unterweisungen & Compliance-Schulungen

Für die meisten Personalverantwortlichen in KMU und Mittelstand beginnt die betriebliche Weiterbildung mit den Pflichtschulungen. Vor allem im Bereich Arbeitssicherheit, Brandschutz und Datenschutz werden die betrieblichen Unterweisungen durch die Fachkräfte für Arbeitssicherheit oder die Personalabteilung als jährlich zu wiederholende Pflichtschulung organisiert. Die rechtlichen Grundlagen dazu finden sich u. a. in den Vorgaben der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV).

Die Teilnahme muss im Unternehmen dokumentiert werden. Manchmal ist es zusätzlich notwendig, das erlernte Wissen zu überprüfen, etwa durch eine Wissensabfrage in einem Quiz. Für die interne Dokumentation sind Teilnahme und Lernerfolg genau zu dokumentieren. Mithilfe eines LMS lässt sich zudem ein personalisiertes Zertifikat für alle Teilnehmenden ausstellen.

Für digitale Unterweisungen ist das E-Learning-Format besonders gut geeignet und kostengünstig. Hier kommen die Vorteile des autonomen Lernens zum Tragen, da alle Mitarbeitenden die Schulung in ihrem eigenen Rhythmus und von zuhause aus durchführen können.

Soft Skills

Unter Soft Skills versteht man vor allem Fähigkeiten, die die Zusammenarbeit im Unternehmen fördern. Dazu zählen persönliche, soziale und methodische Kompetenzen – also überfachliche Qualifikationen. Anders als Fachkompetenzen (berufliche Qualifikation, Sprachkenntnisse, Berufserfahrung) lassen sich Soft Skills nicht direkt messen.

Zu den wichtigsten zehn Soft Skills zählen Eigeninitiative, Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit, Begeisterungsfähigkeit, Belastbarkeit, Anpassungsfähigkeit, Empathie, Charisma, interkulturelle Kompetenz sowie Durchsetzungsvermögen.

Schon bei der Betrachtung dieser Liste wird deutlich, dass nicht alle Soft Skills durch Weiterbildungsmaßnahmen gefördert werden können. Viele lassen sich aber durchaus durch berufliche Trainings unterstützen – etwa in Form von E-Learning-Kursen, die an praktische Übungen geknüpft sind. E-Learning unterstützt an dieser Stelle wunderbar lebenslanges Lernen, was für die Mitarbeiterzufriedenheit und Mitarbeiterbindung essenziell ist.

Software-Schulungen

Mit der schnell voranschreitenden Digitalisierung in KMU und Mittelstand nimmt die Bedeutung von Softwarekenntnissen und digitalen Kompetenzen rasant zu. Für die meisten Softwareanwendungen gilt: E-Learning ist gut geeignet, um das notwendige Wissen zu vermitteln und interaktive Übungen einzubauen. Besonders, weil bei der Online-Schulung für Software der sogenannte Screencast eingesetzt wird.

Ein Screencast ist eine Videoaufnahme des Bildschirms. Einzelne Softwareprogramme oder Anwendungen werden mit Bild und Ton erläutert – der Experte kann die einzelnen Funktionsbereiche der Software sehr einfach und anschaulich erklären. Aufgrund der gleichen und wiederkehrenden Fähigkeiten in Softwareanwendungen entstehen durch E-Learning-Formate hohe Einsparpotenziale für Unternehmen.

Betriebsinterne Prozesse

Für die meisten betriebsinternen Prozesse gilt eine Besonderheit: Hier kann selten auf externe Trainer zurückgegriffen werden. Als Beispiel seien Produktschulungen für Vertriebsingenieure genannt. Entweder werden betriebsinterne Prozesse durch unternehmensinterne Experten vermittelt – oder externe Trainer werden mit der Ausarbeitung entsprechender Schulungen beauftragt. Bei kleineren Unternehmen ist dies aus Kostengründen meist nicht möglich.

In der Regel ist daher die Vermittlung von betriebsinternen Prozessen durch die eigenen Mitarbeitenden (interne Experten) der beste Weg. Am Ende der erfolgreichen Weiterbildung wird ein Zertifikat für die Teilnehmenden ausgestellt. Mitarbeiter-Coaching ist kosteneffizient und bringt viele Vorteile mit sich.

Dies setzt voraus, dass die jeweiligen Mitarbeitenden sich als Online-Trainer motivieren können und über die notwendigen Kompetenzen verfügen. Hilfreich: Nahezu alle Mitarbeitenden sind aus dem privaten Umfeld mit der Aufnahme von Videos auf dem Smartphone vertraut. Zudem haben sich die meisten durch digitale Konferenzen ohnehin an die Vermittlung von Wissen über Videokonferenzsysteme wie Zoom oder Microsoft Teams gewöhnt.

Die Vermittlung von betriebsinternen Prozessen wird zunehmend durch digitale Inhalte geschehen, die im eigenen Unternehmen produziert wurden. Dies bezeichnet man auch als Digital Expert Learning oder User-Generated Content. Die Grenzen zwischen diesen beiden Bereichen sind fließend.

Onboarding

Ein Sonderfall der Weiterbildung ist das Onboarding neuer Mitarbeitender. Es besteht stets aus organisatorischen Aufgaben sowie aus der Vermittlung von Wissen in der Einarbeitungsphase. Diese Wissensvermittlung erfolgt häufig in hohem Maße durch bestehende Teammitglieder in Form des informellen Lernens.

Die Zusammenarbeit während des Onboardings hat eine wichtige soziale Komponente, da sich neue Teammitglieder so schneller im Unternehmen einleben. Auf der anderen Seite beinhaltet Onboarding oft eine hohe Anzahl wiederkehrender Prozesse, die meist mit der im Unternehmen genutzten Software zu tun haben (z. B. Anlegen und Einreichen eines Urlaubsantrags). Hier liegen erhebliche Einsparpotenziale, da Bestandsmitarbeitende nicht immer die gleichen Fragen der Neulinge beantworten müssen. Besonders im digitalen Onboarding kann eine Lernplattform sinnvoll eingesetzt werden und allen Beteiligten das Leben erleichtern.

Hilfreich für den Einstieg: unsere Onboarding-Checkliste.

Begrüßung einer neuen Mitarbeitenden im Team – soziale Integration als wichtiger Teil des digitalen Onboardings

Wie entstehen digitale Lerninhalte?

Für die Einführung von E-Learning in KMU und Mittelstand brauchen Sie zwei Dinge: die Lerninhalte selbst und die technische Infrastruktur für deren Bereitstellung. Wir betrachten zunächst die technischen Formate und im Anschluss die Produktionsmöglichkeiten.

E-Learning-Formate für KMU

Digitale Lerninhalte können in verschiedenen Formaten produziert und bereitgestellt werden. Dies beginnt bei einem einfachen Text oder PDF und reicht über Lernvideos bis hin zu interaktiven Lernformaten im sogenannten SCORM-Format. Auf dem Markt haben sich verschiedene Begriffe etabliert, etwa WBT („Web Based Training“). Dies ist allerdings eher ein Begriff aus der Vergangenheit. Zu unterscheiden sind:

  • Screencast: Eingesprochenes Video-Tutorial einer Bildschirmaufnahme.
  • (Live) Webinar: Live-Präsentation durch einen Moderator.
  • (Recorded) Webinar: Aufgezeichnetes Webinar, abrufbar 24/7 on demand.
  • Online-Videokurs: Als Video aufgenommenes Training, 24/7 on demand.
  • Online-Kurs: 24/7 on-demand-Training mit integrierten Interaktionen.
  • Live-Training: Digitales Training über Videokonferenzsystem mit Interaktion.

Wichtig ist auch ein Blick auf die jeweiligen Dateiformate. Bis auf den interaktiven Online-Kurs können alle genannten Formate als Video im globalen MP4-Format produziert und bereitgestellt werden.

Mitarbeitender nutzt Tablet für verschiedene E-Learning-Formate – flexibles Lernen auf mobilen Endgeräten

SCORM

Für das interaktive E-Learning hat sich international das sogenannte SCORM-Format durchgesetzt. SCORM steht für „Sharable Content Object Reference Model“ und ist ein Referenzmodell für austauschbare elektronische Lerninhalte der Advanced Distributed Learning Initiative. SCORM-Formate enthalten die jeweiligen Lernressourcen (Video, PDF, PPT u. a.) sowie die Zusammenfassung und Strukturierung von Ressourcen zu verteilbaren Lernpaketen. Weitere Komponenten sind die Run-Time Environment für die Speicherung des individuellen Lernfortschritts und das Sequencing & Navigation für die Anordnung der Lerninhalte in Abhängigkeit vom Nutzerverhalten. SCORM ist somit der herkömmliche Marktstandard für komplexere Online-Kurse.

Gleichzeitig steht SCORM aber auch für kostenintensive Produktionsformen der Vergangenheit, die für die meisten KMU mit Blick auf die Produktionskosten weniger geeignet sind. Produktionen im MP4-Format sind oft eine bessere Alternative.

Lerninhalte – Make or Buy?

Große Unterschiede zwischen den Formaten bestehen vor allem bei den Produktionskosten. Berücksichtigen Sie dabei: Die meisten Schulungsinhalte werden nicht nur einmal produziert, sondern müssen regelmäßig aktualisiert werden. Dies ist bei der Auswahl der jeweiligen E-Learning-Formate unbedingt zu beachten. Für die Produktion können Sie externe Dienstleister beauftragen – oder die Inhalte intern selbst erstellen.

Externe Produktion von Inhalten

Es gibt zahlreiche Agenturen und Anbieter, die E-Learning-Inhalte für KMU produzieren. Die meisten bieten neben der Produktion einen Full-Service und stellen die Inhalte direkt in einem Learning Management System (LMS) zur Verfügung. Bei den Anbietern unterscheidet man vertikale Anbieter von Full-Service-Anbietern. Vertikale Anbieter sind etwa auf die Produktion von Animationsfilmen für Lerninhalte spezialisiert (Erklärvideos). Die Dienstleistung umfasst in der Regel die Schritte Konzept, Didaktik, Skript, Produktion, Post-Produktion und Bereitstellung.

Allerdings arbeiten die meisten dieser Dienstleister für größere Unternehmen, weil die Produktionskosten bei ausgelagerter Produktion sehr hoch sind. Für KMU und Mittelstand ist es kostengünstiger, die E-Learning-Inhalte selbst zu erstellen. Das hat zudem den Vorteil, dass unternehmensinterne Inhalte leichter aktuell gehalten werden können.

Interne Produktion: Expert Learning & UGC

Viele Unternehmen scheuen sich davor, E-Learning-Inhalte selbst zu erstellen, da sie die Aufgabe als sehr komplex einschätzen. Dies gilt vor allem, wenn vorher Angebote von externen Dienstleistungen mit aufwendigen Animationsfilmen und fertigen Lernvideos eingeholt wurden.

Aber: Der erste Schritt in die eigene Produktion ist deutlich einfacher, als viele denken. Hier ist eine ähnliche Entwicklung wie bei Webseiten zu sehen. Heute ist die Produktion von Webinhalten über ein einfaches CMS wie WordPress für jeden möglich. Ähnlich verhält es sich mit der Produktion von Social-Media-Inhalten. Ein Video für YouTube oder Instagram zu produzieren ist kein Hexenwerk. Und wer ein YouTube-Video erstellen kann, kann auch in wenigen Schritten ein eigenes Lernvideo erstellen.

Wie gelingt die interne Produktion von Lerninhalten?

Die interne Produktion ist nicht sinnvoll bei Standardinhalten wie Datenschutz, Brandschutz oder Gesundheit am Arbeitsplatz. Solche Inhalte sind in mehrfacher Form bereits am Markt verfügbar und lassen sich kostengünstig einkaufen und in das eigene LMS einbinden.

Anders sieht es bei unternehmensspezifischen Inhalten aus: Hier liegt das Wissen meist gänzlich im Unternehmen. Dieses Wissen müsste erst auf einen externen Dienstleister übertragen werden, damit dieser passende Inhalte erstellen kann – ein unnötiger und kostenintensiver Zwischenschritt.

Wie genau sieht nun die Alternative aus? Ein Beispiel: Ein Unternehmen setzt ein bestimmtes Tool ein, um Reisekosten abzurechnen. Es ist intern bekannt, dass sich ausgewählte Teammitglieder besonders gut mit dem Tool auskennen. Diese werden deshalb immer wieder offiziell oder inoffiziell von anderen Mitarbeitenden angesprochen und um Hilfe gebeten. Diese internen Experten sind es deshalb ohnehin gewohnt, das Tool zu erklären. Sie verfügen also über alle notwendigen Kompetenzen, um entsprechende digitale Lerninhalte dazu zu erstellen.

Ein sinnvoller erster Zwischenschritt: eine Einführung in die Software als Videokonferenz mit den Mitarbeitenden durchführen. Diese wird als Bildschirmaufnahme mit den Erklärungen der Experten mitgeschnitten. Der Mitschnitt lässt sich mit wenigen Handgriffen nachbearbeiten und über das Intranet oder via SharePoint für alle Teammitglieder bereitstellen. Ein einfaches Beispiel dafür, wie Unternehmen E-Learning-Inhalte selbst erstellen können.

Der Prozess lässt sich auch auf andere Anwendungen übertragen, etwa Einweisungen in die Bedienung von Maschinen. Hier lässt sich die Einweisung recht einfach mit einem Smartphone aufnehmen und das Video später aufbereiten.

Auch externe Experten können einbezogen werden: Wenn das Unternehmen regelmäßig mit externen Trainern zusammenarbeitet, lassen sich gemeinsam digitale Schulungsmaterialien erstellen. Die Trainer können sich dann auf die individuelle Betreuung fokussieren und so die lästige Wiederholung immer gleicher Schulungen reduzieren.

Pragmatik zahlt sich aus

Wichtig ist vor allem, die Erwartungen an die Qualität pragmatisch auszurichten. Ein digitales Format für die interne Weiterbildung muss nicht mit einer Hollywoodproduktion konkurrieren. Im Gegenteil: Je authentischer die Inhalte, desto höher die Akzeptanz bei den eigenen Mitarbeitenden. Oft sind es bekannte Teammitglieder, die eine interne Schulung als Video oder Screencast aufzeichnen.

Die eigene Erstellung von E-Learning-Inhalten folgt einem Trend, der in der Branche als Expert Learning oder User-Generated Content bezeichnet wird. Dabei werden interne oder externe Experten eingesetzt, die sich für die Vermittlung von Wissen interessieren und die Produktion vornehmen.

Für die Postproduktion (Schnitt sowie Optimierung von Ton und Bild) kann es ratsam sein, externe Hilfe hinzuzuziehen.

Interner Experte zeigt einer Kollegin am Laptop, wie sich E-Learning-Inhalte pragmatisch intern erstellen lassen

Was ist eigentlich ein LMS und wozu brauche ich es?

Ein LMS (Learning Management System) erleichtert den Einstieg ins E-Learning für Unternehmen im Mittelstand enorm. Unter einem LMS versteht man eine digitale Lernplattform, mit der Lernmaterialien für Online-Schulungen erstellt, verwaltet und organisiert werden können. Diese Materialien werden dann für die Mitarbeitenden bereitgestellt und für Weiterbildung, Pflichtschulungen oder das Onboarding genutzt.

Worauf kommt es bei einem guten LMS an?

Ein gutes LMS hat verschiedene Funktionen. Wir haben hier die wichtigsten Anforderungen an ein LMS für Sie gelistet. Natürlich muss ein LMS nicht alle Funktionen besitzen. Setzen Sie Prioritäten und entscheiden Sie, was die Lernplattform für Ihr Unternehmen haben muss und worauf Sie verzichten können.

  • Benutzerfreundlichkeit
  • Zertifikate ausstellen
  • Autorentool
  • Benutzerdefinierte Berichte
  • Mehrsprachige Unterstützung
  • Interne Vernetzung
  • Live-Video
  • Ansprechendes Design – das Auge isst mit!
  • Soziale Lernmöglichkeit
  • Mobiles Lernen
  • Supportfunktion
  • Gamification

Was sind mögliche Vorteile und Nachteile von LMS?

Die Vorteile eines LMS decken sich weitgehend mit denen von E-Learning: Kostenersparnis, selbstbestimmtes Lernen, Flexibilität, zielgruppengerechte Inhalte in verschiedenen Sprachen und die einfachere Organisation von Abläufen. Ein LMS zu integrieren bedeutet langfristig größeren Unternehmenserfolg, weil Prozesse optimiert und Kosten eingespart werden.

Mögliche Nachteile: weniger persönlicher Kontakt zwischen den Mitarbeitenden, höhere Anforderungen an die Selbstdisziplin der Lernenden – und die Tatsache, dass sich bei Online-Prüfungen leichter schummeln lässt.

E-Learning 2026: Welche Trends prägen die betriebliche Weiterbildung?

Die Einführung von E-Learning in KMU und Mittelstand entwickelt sich 2026 in mehrere Richtungen weiter. Drei Trends sind besonders relevant:

KI-gestützte Content-Erstellung. Tools wie die AI Course Generation ermöglichen es Personalverantwortlichen, aus einem Briefing oder Quelldokument innerhalb von Minuten einen vollständigen Online-Kurs zu generieren. Das reduziert die Produktionszeit für interne Schulungen drastisch und macht E-Learning auch für kleinere Unternehmen ohne eigenes Lernteam realistisch.

Neue regulatorische Schulungspflichten. Mit dem EU AI Act kommen Schulungspflichten zur KI-Kompetenz für alle Mitarbeitenden hinzu, die mit KI-Systemen arbeiten. Parallel verschärft die NIS2-Richtlinie die Anforderungen an Cybersecurity-Schulungen – betroffen sind deutlich mehr KMU als bisher unter der alten Regelung. Eine zentrale Lernplattform mit Zertifikatsverwaltung wird damit zur Pflicht, nicht zur Kür.

Skill-basiertes Lernen statt starrer Kurskataloge. Statt vorgegebener Lernpfade orientiert sich moderne Weiterbildung zunehmend an Kompetenzprofilen. Mitarbeitende sehen, welche Skills für ihre Rolle relevant sind, und können gezielt Lücken schließen – oft in Form von Microlearning-Einheiten von wenigen Minuten Länge, die in den Arbeitsalltag passen.

Für KMU bedeutet das: Wer 2026 in E-Learning einsteigt, sollte ein LMS wählen, das KI-Funktionen, Compliance-Dokumentation und Microlearning-Formate von Haus aus unterstützt.

Fazit und nächste Schritte

Für noch mehr Informationen rund um das Thema E-Learning im Mittelstand haben wir ein kostenloses Whitepaper für Sie verfasst. Darin erfahren Sie unter anderem, wie Sie E-Learning erfolgreich im Mittelstand etablieren, welche Anforderungen ein LMS erfüllen sollte und welche Stolpersteine es zu beachten gilt: Whitepaper Download.

Mehr Informationen finden Sie außerdem in unserem Blogbeitrag Lernplattformen für Unternehmen.

Sie möchten noch mehr erfahren? Nehmen Sie an unseren einstündigen HR-Webinaren zu digitalem Lernen teil – kostenlos und unverbindlich. Wertvolle Informationen zu digitaler Personalarbeit direkt aus der Praxis.

Sie sind neugierig geworden und möchten Ihr E-Learning-Projekt schnell und einfach starten? Testen Sie die Lernplattform 14 Tage lang kostenlos und unverbindlich.

Häufig gestellte Fragen

Was ist E-Learning?

E-Learning bezeichnet das Lernen auf digitalen Geräten wie Smartphones, Tablets oder Computern. In KMU und Mittelstand wird E-Learning für Pflichtschulungen, Soft-Skill-Trainings, Software-Schulungen und Onboarding eingesetzt.

Welche Vorteile bietet E-Learning für KMU?

Die größten Vorteile sind Kostenersparnis durch wegfallende Reise- und Trainerkosten, orts- und zeitunabhängiges Lernen für die Mitarbeitenden, hohe Flexibilität bei der Gestaltung von Lernformaten und die einfache Dokumentation von Pflichtschulungen über ein LMS.

Gibt es auch Nachteile von E-Learning?

Ja, E-Learning erfordert technisches Equipment und ein digitales Grundverständnis. Außerdem verbringen die Mitarbeitenden mehr Zeit am Bildschirm, und direkte Rückfragen sind nur eingeschränkt möglich. Diese Nachteile lassen sich durch Blended-Learning-Konzepte ausgleichen.

Was ist der Unterschied zwischen synchronem und asynchronem Lernen?

Beim synchronen Lernen findet die Schulung in Echtzeit statt, etwa als Live-Webinar oder Videokonferenz. Beim asynchronen Lernen können die Teilnehmenden die Inhalte zeit- und ortsunabhängig durcharbeiten, etwa über aufgezeichnete Kurse in einem LMS.

Was ist Blended Learning?

Blended Learning ist die Kombination aus Präsenzschulungen und digitalen Lernformaten. Diese Mischung wird häufig in der betrieblichen Weiterbildung eingesetzt, weil sie die Stärken beider Welten verbindet: persönlichen Austausch und flexible Wissensvermittlung.

Wie entstehen digitale Lerninhalte?

Digitale Lerninhalte können extern bei spezialisierten Agenturen produziert oder intern im Unternehmen erstellt werden. Für Standardthemen wie Datenschutz lohnt sich der Einkauf fertiger Inhalte, für unternehmensspezifisches Wissen ist die interne Produktion durch eigene Experten meist die bessere Wahl.

Was ist ein LMS und wozu wird es benötigt?

Ein Learning Management System (LMS) ist eine digitale Lernplattform, mit der Unternehmen Lerninhalte erstellen, verwalten und für ihre Mitarbeitenden bereitstellen können. Ein LMS bündelt Pflichtschulungen, Onboarding, Soft-Skill-Trainings und Zertifikate an einer zentralen Stelle und dokumentiert den Lernfortschritt automatisch.

Welche Funktionen sollte ein gutes LMS haben?

Zu den wichtigsten Funktionen eines LMS gehören Benutzerfreundlichkeit, Zertifikatsausstellung, ein Autorentool für eigene Inhalte, mehrsprachige Unterstützung, mobiles Lernen, Reporting-Funktionen und idealerweise KI-Funktionen für die schnelle Kurserstellung.

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